Mittwoch, 20. März 2019

Hörbuch: SAU AM BRETT (Teil 2) von Oliver Kern

SAU AM BRETT

Infos zum Hörbuch:
unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Verlag: Random House Audio Verlag
Titel: Sau am Brett
Autor: Oliver Kern
Gelesen von Michael Schwarzmaier
Erscheinungsjahr: 11. März 2019
Gesamtspielzeit: 6 Std. 45 Min.
Lieferumfang: 6 CD's (gekürzte Lesung)
ISBN: 978-38371-4431-4
Preis: 14,99 Euro
Quellenangabe: Hier geht's zum Verlag

Reihenfolge:
Teil 1: EISKALTER HUND
Teil 2: SAU AM BRETT

Klappentext:

DAS INTERESSIERT DOCH JEDE SAU!
Das Sautrogrennen am Freudensee im Bayrischen Wald. Für die einen legendär. Für die anderen eher die Regatta des ländlichen Proletariats. Zu diesen anderen zählt auch der Fellinger, seines Zeichens Lebensmittelkontrolleur und Hobbyermittler. Eigentlich wollte der Fellinger nämlich zur Polizei. Aber das ist eine andere Geschichte. Damals, beim letzten Sautrogrennen ist der Löffelmacher unter ungeklärten Umständen ertrunken. Tragisch. Und jetzt stirbt beim Bruder vom Löffelmacher, der sich als Gastronom verdingt, ein Tourist an vergifteten Schweinsbraten. Ob beides zusammenhängt? 
Ehe er sich's versieht, hängt Fellinger mitten in einem neuen Fall. 

(Weiterleitung zu youtube)
Quelle: randomhouse.de
Inhaltsangabe:
Die Lebensmittelüberwachung Ostbayern steht für Lebensqualität und Gesundheit. Berthold Fellinger, ein Angestellter dieser Behörde nimmt seinen Beruf als Hygieneinspektor äußerst genau. Nachdem er beim Kirchenwirt seine Kontrolle sowohl in der Küche als auch im Lebensmittellager laut Vorschrift fachmännisch durchgeführt hat, stellt dieser zufrieden fest, dass es keinerlei Beanstandungen oder etwaige Mängel gibt. Daher genehmigt sich der Lebensmittelkontrolleur beim Ferdl -dem Wirt- sein wohl verdientes Feierabendbier, nicht zuletzt wegen der neuen Bedienung. 
Da die hübsche Hamburgerin durch ihre Anwesenheit dem Fellinger so den Kopf verdreht, bemerkt dieser nicht, wie ein paar Tische weiter ein Gast mittleren Alters eine ungesunde Gesichtsfarbe annimmt und wenige Sekunden später leblos mit dem Kopf in seinem Teller landet. Franziska Höllmüller, die Dorfärztin und Jugendliebe vom Fellinger kann bei dem Anzugträger nur noch den Tod feststellen. 
Ausgerechnet zur Feriensaison wo Ferdl Löffelmacher komplett ausgebucht ist, geschieht dieses tragische Unglück. Sämtliche Gäste verfolgten das entsetzliche Geschehen, doch ein Zeuge will mehr beobachtet haben- nämlich, wie der Fellinger Geld vom Kirchenwirt angenommen hat. Ist das Lokal vom Ferdl Löffelmacher also doch nicht in einem so einwandfreien Zustand wie es der Lebensmittelkontrolleur ausgewiesen hat?
Der 43-jährige Niederbayer, der eigentlich nur seine Schulden vom Schafkopfspielen beim Ferdl eintreiben wollte ist in Erklärungsnot. Unter allen Umständen versucht sich Fellinger von diesen Anschuldigungen reinzuwaschen, nicht nur weil ihm im schlimmsten Fall die Suspendierung vom Dienst droht. Daher sieht der Hygieneinspektor nur eine Chance, sich selbstständig auf Spurensuche zu begeben um den plötzlichen Tod des Hamburger Geschäftsmannes aufzuklären. Als auch noch die Schulter des Hobbyermittlers zu jucken beginnt, ist dies ein weiteres Indiz, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugegangen ist. Bei seinen Nachforschungen findet Fellinger unglaubliche Details heraus: Ferdl Löffelmacher wurde vor 20 Jahren nach dem Ertrinkungstod seines Bruders beim Sautrogrennen mit einem Fluch belegt. Je intensiver Fellinger nachbohrt, desto mehr Dramen kommen in der Familiengeschichte der Löffelmacher's zutage. Zuletzt die schwere Krankheit vom Ferdl's Sohn Jens. Doch mit dem Tod des vergifteten Geschäftsmannes scheint das Böse den Kirchenwirt nun endgültig eingeholt zu haben. 
Als auch noch die schöne Bedienung spurlos verschwindet und ein weiteres Familienmitglied der Löffelmachers leblos aufgefunden wird, steht eines fest, der Ferdl steckt in großen Schwierigkeiten und der Fellinger hängt irgendwie mit drin.
Wer ist die Schlüsselfigur zu den tragischen Ereignissen und was ist deren Motiv?

Eigene Meinung:
In dem Hörbuch "Sau am Brett" darf Lebensmittelkontrolleur Berthold Fellinger wieder auf Ermittlungsjagd gehen. Der leidenschaftliche Hobbydetektiv leidet eindeutig unter dem Batman-Syndrom: Verbrechen aufklären ohne Auftrag. Wenn er nicht sein kaputtes Knie hätte, wäre er mit Sicherheit ein begnadeter Polizist geworden, aber darum soll es in diesem Teil nicht gehen. Der Autor Oliver Kern hat wieder einen angenehmen, spannenden und teilweise klischeehaften Regionalkrimi verfasst. Dieser wird nicht nur der bayrischen Kultur, sondern auch der Mentalität der Menschen im Bayrischen Wald gerecht. Der 43-jährige Niederbayer begibt sich wieder eigenständig auf Spurensuche um den mysteriösen Vergiftungstod des Geschäftsmannes Herrn Hansen beim Kirchenwirt aufzuklären. 
Zum einen will er sich selbst von den Bestechungsvorwürfen reinwaschen, aber zum anderen auch der örtlichen Polizei ein wenig unter die Arme greifen, denn so richtig traut er denen nicht zu, dass sie das Verbrechen schnell genug aufdecken werden. Dass er sich dabei selbst mehrmals in ernsthafte Gefahr bringt wird dem Fellinger erst bewusst, als die Situationen brenzlig und unausweichlich werden. Aber wie sagt das Sprichwort so schön: "Unkraut vergeht nicht" - so auch bei unserem bayrischen Urgestein. Natürlich hat dieser Heldenmut auch einen positiven Nebeneffekt. Selbst als er verletzt bei der Höllmüllerin auf dem Untersuchungstisch liegt, macht Fellinger bei der Ärztin, seiner Jugendliebe einen Chancentest.
Der Schriftsteller baut am Rande eine leichte Liebesgeschichte mit ein, die in keinster Weise einen dominierenden Part einnimmt sondern sachte im Hintergrund mitläuft und den Krimi  im Gesamten auffrischt. 
Fazit: Spannende Verfolungsjagden, wortwitzigen Metaphern die exakt auf den Punkt gebracht werden und sprachlichen Spielereien machen den zweiten Teil der Fellinger-Serie absolut hörens- bzw. lesenswert. Der Unterhaltungswert ist konstant an der oberen Grenze, was unter anderem dem Synchronsprecher Michael Schwarzmeier positiv zuzuschreiben ist. Ich bin jetzt schon gespannt wie die "Obandelversuche" bei der Höllmüllerin weitergehen werden. 
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen 

Anmerkung:
Weitere Rezensionen von Oliver Kern:
Eiskalter Hund Teil 1 (Hörbuch, Rezension vom 28.03.2018)

Sonntag, 17. März 2019

Hörbuchrezension / Hörspielrezension: ROSA Räuberprinzessin und das Törtchen-Geheimnis (Teil 2) von Annette Roeder

ROSA Räuberprinzessin 
und das Törtchen-Geheimnis

Infos zum Hörbuch / Hörspiel:
unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Verlag: cbj audio Verlag
Titel: ROSA Räuberprinzessin und das Törtchen-Geheimnis
Autor: Annette Roeder
Gelesen von Cathlen Gawlich
Erscheinungsjahr: 11. März 2019
Gesamtspielzeit: 1 Std. 20 Min. 
Lieferumfang: 1 CD (ungekürzte, inszenierte Lesung)
ISBN: 978-3-8371-4583-0
Preis: 8,99 Euro
Empfohlenes Alter: ab 6 Jahren
Quellenangabe / Interesse geweckt? Hier geht's zum Verlag

Reihenfolge:

Klappentext:
Ein Dieb geht um in Sonnenbühl! Ein Dieb mit einer eindeutigen Vorliebe für Süßigkeiten...
Ausgerechnet die leckeren Erdbeertörtchen von Bäcker Zopf hat er mitgehen lassen. Und dann auch noch die Schoko-Muffins! Rosa, Esel Einhorn und ihre beste Freundin Irmela würden den Fall ja gerne aufklären, doch die drei haben gerade gar keine Zeit, Detektiv zu spielen. Denn Rosa hat im Wald einen Waschbären gefunden...

Link: *Hörprobe*
(Weiterleitung zu youtube)
Quelle: randomhouse.de
Inhaltsangabe:
Rosa und Irmela sind die allerbesten Freundinnen. Daher kommt es hin- und wieder vor, dass Irmela am Wochenende bei der Räuberprinzessin übernachten darf, so wie dieses Mal. Nachdem die beiden Mädchen von Rosa's älterem Bruder Rocco am Sonntagmorgen ausgekitzelt wurden, stehen die Kinder verschlafen auf und machen sich fertig für den Tag. Gemeinsam mit Esel Einhorn wollen die Freunde in den Wald gehen um hier zu spielen. Zwischen der Birke und der Rotbuche verbirgt sich nämlich ein geheimer Pfad, der direkt zur Hasenglöckchenlichtung führt. Dort befindet sich das Schloss "Rosawinkel"- ein selbstgebautes Häuschen aus alten Dielen, welches ihr Rosa's Eltern zum siebten Geburtstag geschenkt haben. In dem pink eingerichteten Spielhaus befindet sich alles was eine echte Prinzessin zum Wohlfühlen braucht: ein gemütliches Matratzenlager, ein Tischchen, zwei Stühle und selbstverständlich auch ein Stallzimmer für Esel Einhorn. 
Als die beiden Kinder die kleine Hütte betreten, stellen sie erstaunt fest, dass alles ganz unordentlich ist und sogar ein Stuhl umgekippt auf dem Boden liegt. Rosa, die sofort der Sache auf den Grund gehen will, vernimmt plötzlich ein lautes, gleichmäßiges Schnarchen aus dem Matratzenlager. Da Irmela sich nicht traut mit ihr gemeinsam nachzusehen wer das Geräusch verursacht, geht die mutige Prinzessin alleine in den kleinen Raum und entdeckt auf dem weichen Untergrund ein schlafendes Waschbärenbaby. Rosa und Irmela sind sofort in das weiche Bündel vernarrt und wollen es unter keinen Umständen mehr hergeben. Leider macht aber Rosa's Mutter den Kindern einen Strich durch die Rechnung und bittet die beiden das Wildtier wieder zurück in den Wald zu bringen. Doch Prinz Purzel -wie sie das kleine Bärenbaby getauft haben- ist so niedlich, dass die beiden überlegen wie sie das anhängliche Tier doch noch behalten können. Dann kommt ihnen plötzlich die rettende Idee: Irmela's Vater, Herr Zopf, schlägt seiner Tochter nur selten einen Wunsch aus. So kommt der kleine Waschbär bei Irmela unter. Aber dann geschieht etwas Schreckliches. In der Bäckerei Zopf wurde eingebrochen und sämtliche Erdbeertörtchen und Schokomuffins sind verschwunden. Ausgerechnet jenes Gebäck, welches Herr Zopf für ein Brautpaar zum Probeessen bereitgestellt hat. 
Wer war der Dieb und wendet sich doch noch alles zum Guten?

Eigene Meinung:
Sobald bei diesem Hörspiel die Titelmusik erklingt, ist man als Zuhörer sofort dazu geneigt mitzusingen. Annette Roeder hat mit dem zweiten Teil "Rosa Räuberprinzessin und das Törtchen-Geheimnis" sich wieder eine wundervolle Geschichte überlegt: Ein niedliches, kleines Waschbärenbaby verirrt sich im Matratzenlager von Rosa's selbstgebautem Schloss. Den beiden Mädchen scheint es gar nicht klar zu sein, dass es bei dem anhänglichen Waschbären nicht um ein Haustier- sondern um ein freilebendes Lebewesen handelt. Daher ist das Chaos bereits vorprogrammiert, als die Kinder das Bärenbaby mit nach Hause nehmen. Die Autorin behandelt wieder kindgerecht interessante Themen. Sie führt dem jungen Zuhörer ab 6 Jahren vor Augen, was es bedeutet Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen, aber auch gleichzeitig die eigenen Interessen zum Wohle des Tieres zurückzustellen. Ebenfalls gefiel mir die Handlung um die verschwundenen Erdbeertörtchen und Schokomuffins sehr gut. Auf spielerische Weise wird den Kleinen nahe gebracht, dass man nicht voreilig jemanden nur anhand von Äußerlichkeiten oder kleinen Schwächen verurteilen soll. Die Sprecherin Cathlen Gawlich -die bereits den ersten Teil des Hörspiels synchronisiert hat- konnte wieder stimmlich punkten.
Fazit: Rosa Räuberprinzessin, das gut gelaunte Energiebündel hat auch im 2. Teil erneut von sich überzeugen können und Esel Einhorn glänzte wie gewohnt mit seinen besten I-A-Ideen. Irmela übernimmt gerne den vernünftigeren Part ohne altklug zu wirken. 
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen

Anmerkung:
Weitere Rezensionen von Annette Roeder:
Rosa Räuberprinzessin Teil 1 (Hörspiel, Rezension vom 13.08.2018)

Mittwoch, 13. März 2019

DANA MALLORY UND DAS HAUS DER LEBENDEN SCHATTEN von Claudia Romes

DANA MALLORY UND 
DAS HAUS DER LEBENDEN SCHATTEN

Infos zum Buch:

unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Verlag: Thienemann-Esslinger Verlag / Planet!
Titel: Dana Mallory und das Haus der lebenden Schatten
Autor: Claudia Romes
Erscheinungsjahr: 11. Februar 2019
Seitenzahl: 288 Seiten
ISBN: 978-3-522-50585-7
Cover: gebundene Ausgabe
Preis: 15,00 Euro
Empfohlenes Alter: ab 11 Jahren
Quellenangabe / Interesse geweckt? Hier geht's zum Verlag

Klappentext:

TRITT EIN UND ENTDECKE DAS DÜSTERE GEHEIMNIS VON 
MALLORY MANOR...
Dana ist genervt: Die Ferien bei Tante Meg im englischen Nirgendwo verbringen? Langweilig! Das ändert sich jedoch schnell, als sie merkt, dass es in dem alten ehrwürdigen Haus nicht mit rechten Dingen zugehen kann. Denn plötzlich fangen die Gemälde an zu sprechen, Türen verschwinden einfach in den Wänden und Dana hört Stimmen, die ihren Namen rufen! Zusammen mit dem mysteriösen Will macht sie sich auf, das Geheimnis um Mallory Manor zu lüften. Nach und nach wird Dana klar, dass das Herrenhaus mehr mit ihrem Schicksal zu tun hat, als sie ahnt...
(Weiterleitung zu youtube)
Quelle: thienemann-esslinger.de
Inhaltsangabe:
In knapp zwei Wochen hat Dana Mallory Geburtstag. Doch ihren Ehrentag wird sie nicht mit ihrem Vater in London feiern, sondern im Norden von England, genauer gesagt auf Mallory Manor. Das scheinbar heruntergekommene Schloss wirkt auf den ersten Blick nicht nur ungepflegt und sanierungsbedürftig, sondern verbreitet zudem auch noch eine unheilvolle Düsterkeit. Dana's Vater James verbrachte früher als kleiner Junge dort immer seine Ferien, daher liebt er bis heute den Ort samt seiner Bewohner. Doch seit über 20 Jahren hat James zu seiner Tante Meg keinen Kontakt mehr, da sie zu ihm komplett die Verbindung abgebrochen hat. Umso mehr freut sich Dana's Vater, als er vor zwei Wochen von ihr eine Einladungskarte im Briefkasten vorfand. Die ältere Dame bittet ihn darin, ihr Dana, seine einzige Tochter vorzustellen. Der Brief von Tante Meg trifft genau zum richtigen Zeitpunkt ein, da ihr Vater beruflich nach Paris fliegen muss. Seit Dana's Mutter vor einigen Jahren verstorben ist, muss der Witwer den gemeinsamen Lebensunterhalt alleine bestreiten und reist daher hin- und wieder als erfolgreicher Kunsthistoriker um die Welt. Doch vor Ort fühlt sich die fast 13-jährige in dem alten Herrenhaus alles andere als wohl. Tante Meg entspricht überhaupt nicht den positiven Schilderungen ihres Vaters, sondern wirkt eher unfreundlich und bösartig. Nachdem James der Heranwachsenden fest verspricht sie in wenigen Tagen wieder abzuholen, macht Dana das Beste aus der Situation und erkundet auf eigene Faust das Schloss. Schnell stellt sie dabei fest, dass nichts in dem düsteren Gebäude so ist, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat. Ständig hört sie mitten in der Nacht unheimliche Stimmen die zu ihr sprechen und auch die wuchtigen Gemälde an den Wänden erwecken den Eindruck, als würden sie ihr Eigenleben führen. Doch als ein weißes Pferd aus einem brennenden Kamin springt und die Hauskatze mit den leuchtenden Augen plötzlich zu sprechen beginnt, glaubt Dana ihren Verstand zu verlieren. 
Zum Glück lernt sie den gleichaltrigen Will kennen, der sie über die übersinnlichen Phänomene von Mallory Manor aufklärt. Mit diesem Wissen trägt sie nun gleichzeitig die Bürde, den Kampf gegen die dunkle Macht aufzunehmen. Seit Jahren hat das Unheilvolle Besitz von dem Familienanwesen ergriffen und an Dana's 13. Geburtstag soll die Entscheidung fallen, ob das Böse doch noch besiegt werden kann. Das Mädchen erfährt, dass sie die Hüterin der Geister ist und für Harmonie zu sorgen hat. Um ihre magischen Kräfte einsetzen zu können, die seit Geburt in ihr schlummern, muss Dana zuerst einen geheimnisvollen Schlüssel finden. Doch die Suche nach diesem gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn der Dämon setzt alles daran Dana und ihre Helfer unschädlich zu machen. 
Die Uhr tickt unaufhaltsam. Kann das mutige Mädchen mit ihren Verbündeten doch noch den ominösen Schlüssel finden und das Böse abwenden oder ist alles zu spät?

Eigene Meinung:
Die deutsche Autorin Claudia Romes hat ein Jugendbuch der besonderen Art verfasst. Im Mittelpunkt der Handlung steht Dana Mallory, die in wenigen Tagen 13 Jahre alt wird. Dieses Alter hat eine magische Bedeutung, daher wurde sie von ihrer Tante Meg auf Mallory Manor eingeladen. Doch dieser feierliche Anlass bedeutet mehr, als nur ein Jahr älter zu werden, denn an diesem Tag entscheidet sich, ob auf dem Schloss das Gute oder Böse siegen wird. Um dies herauszufinden, muss Dana ihr Schicksal annehmen und den geheimnisvollen Schlüssel finden um ihre Magie anwenden zu können. Romes versteht es gekonnt, in kurzen Kapiteln eindrucksvoll die Gedanken, Empfindungen und die Aufgaben der Protagonistin zusammenzuführen, das Ganze mit vielen unvorhersehbaren Wendungen zu untermalen und die Geschichte anschließend in einem spannenden Finale aufzulösen. Alle Mitwirkenden des Buches hatten ihre eigene unverwechselbare Rolle. Diese waren stimmig und harmonierten, ohne sich zu sehr im Detail zu verlieren. Das Setting war brillant, genau wie es sich für so eine facettenreiche Geschichte gehört. Ein Buch, welches ich kaum aus der Hand legen konnte und nicht nur Jugendlichen ab 10 Jahren empfehlen würde, sondern allen, die ebenfalls Interesse an Übernatürlichem und magischen Geschöpfen haben. 
Fazit: Ein Mystery-Jugendbuch, welches inhaltlich komplett von sich überzeugen konnte. Spannend mit vielen verschieden Wendungen an einem geheimnisvollen Ort, wie man ihn nicht hätte besser beschreiben können.  
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen 

Sonntag, 10. März 2019

BLIND (Teil 1) von Christine Brand

BLIND


Infos zum Hörbuch:

unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Verlag: Randome House Audio Verlag
Titel: Blind
Autor: Christine Brand
Gelesen von Martina Treger
Erscheinungsjahr: 04. März 2019
Gesamtspielzeit: 8 Std. 37 Min. (gekürzte Lesung)
Lieferumfang: 2 MP3 CD's
ISBN: 978-3-8371-4550-2
Preis: 15,00 Euro
Quellenangabe / Interesse geweckt? Hier geht's zum Verlag


Klappentext:

Nathaniel hört einen Schrei, dann bricht die Verbindung ab. Gerade noch telefonierte er mit einer Frau. Eine anonyme App verband die beiden, die Frau half Nathaniel dabei, das richtige Hemd zu wählen. Denn Nathaniel ist blind. Aber der Schrei klang eindeutig. Was, wenn der Frau etwas angetan wurde? Er ist sich sicher: Etwas Schlimmes ist geschehen. Doch keiner glaubt ihm, es gibt keine Beweise, keine Spur. Gemeinsam mit einer Freundin, der Journalistin Milla, macht sich Nathaniel selbst auf die Suche nach der Wahrheit. Er ahnt nicht, dass er für die fremde Frau die einzige Chance sein könnte - oder ihr Untergang.

(Weiterleitung zu youtube)
Quelle: randomhouse.de
Inhaltsangabe:
Nathaniel Brenner lebt mit seinem Blindenhund Alisha in einer kleinen Wohnung mitten in Bern. Der heute 41-jährige war vor 30 Jahren Opfer eines schrecklichen Familiendramas bei dem er sein Augenlicht verlor. Trotz dieser Beeinträchtigung kommt der Mittvierziger gut zurecht, nicht zuletzt dank der modernen Technik der heutigen Zeit. Hierzu zählt unter anderem die App "Be My Eyes", die sowohl Blinde als auch Sehende auf ihrem Smartphone herunterladen können. Völlig anonym und per Zufallsprinzip finden Blinde über dieses Programm Hilfe von Sehenden, die zu deren virtuellen Augen werden um so dem Beeinträchtigten bei diversen Alltagssituationen zu unterstützen. Auch Nathaniel benutzt seit ca. einem Jahr diese App, wie auch an jenem Mittwoch, dem 5. Juni. 
Da ihn seine Pflegemutter anlässlich ihres Geburtstags zum Abendessen eingeladen hat, möchte der Schweizer dafür sein blaues Hemd tragen. Um die richtige Farbe auszuwählen, lässt Nathaniel sich über das Handyprogramm zu dem Kleidungsstück navigieren. Die Verbindung kommt dabei mit Carole zustande, zufällig jener Frau, mit der er vor einem Jahr schon einmal über "Be My Eyes" telefoniert hat. Beide können sich noch sehr gut an jenen kurzen Moment erinnern, da Nathaniel zu diesem Zeitpunkt von einem Kamerateam und einer Journalistin über mehrere Tage hinweg für eine Reportage begleitet wurde. Während des jetzigen Gesprächs vernimmt Nathaniel ein seltsames Geräusch am anderen Ende der Leitung. Dann geht alles ganz schnell: Er wird Zeuge, wie Carole erst völlig überrascht wirkt und dann scheinbar in Panik laut aufschreit. Nur wenige Sekunden später nimmt der Blinde ein dumpfes Geräusch wahr, als würde ein Sack auf dem Boden aufschlagen und weggeschleift werden. Nathaniel, dessen Hör- und Spürsinn viel intensiver ausgeprägt ist als bei Sehenden, ahnt, dass bei der jungen Frau etwas Schlimmes passiert sein muss. Völlig aufgelöst ruft der sensible Mann bei der Berner Polizei an und schildert dem Beamten sein wahrgenommenes Erlebnis. Doch dieser will dem 41-jährigen nicht glauben und vertröstet ihn. Brenner lässt aber nicht locker und setzt nun alle Hebel in Bewegung, um in Erfahrung zu bringen, was tatsächlich mit Carole passiert ist. Dabei sieht er nur eine Chance, in dem er Milla kontaktiert- die freundliche Journalistin aus der damaligen Drehzeit. Diese glaubt Nathaniel's kurioser Geschichte sofort und tatsächlich findet er mit ihrer Hilfe die Identität von Carole heraus. Bei dem Kontrollbesuch wirkt die junge Dame jedoch völlig normal und unverletzt. Obwohl alles gegen Nathaniel's Behauptung spricht, ist der Mann felsenfest davon überzeugt, dass es sich bei dieser Frau nicht um die echte Carole Stein handelt mit der vor kurzem telefoniert hat. 
Gab es wirklich ein schreckliches Verbrechen bei dem Nathaniel unfreiwilliger Zuhörer wurde oder verliert er langsam seinen Verstand weil ihn seine eigene Vergangenheit einzuholen droht?

Eigene Meinung:
"BLIND" lautet der erste Teil einer neuen Krimi-Reihe von Christine Brand. Es handelt sich hierbei um einen vielversprechenden Kriminalroman, der den Zuhörer über acht Stunden angenehm unterhält. Die Synchronsprecherin Martina Teger wurde für dieses Hörbuch stimmlich ideal ausgewählt, denn durch ihre markante Stimme verlieh sie der kompletten Handlung einen unverwechselbaren Stil. Auch der blinde Protagonist dieser Geschichte ist etwas ganz Besonderes. Eingeschlossen in seiner persönlichen Dunkelheit schafft es Nathaniel zwar problemlos seinen Alltag zu bewältigen, jedoch wirkte er auf mich trotz seiner 41 Jahre oftmals unsicher, ängstlich und überaus sensibel. Nachdem er scheinbar über das Telefon unfreiwillig Zeuge eines brutalen Übergriffs auf Carole Stein wurde, spürt man regelrecht, wie ihm diese tragische Situation zusetzt. Obwohl ihm anfangs niemand so wirklich glauben möchte, ergreift er Eigeninitiative und wird so etappenweise immer selbstbewusster und mutiger. Auch wenn Nathaniel oft mit kleinen Problemen und alltäglichen Hindernissen durch seine Blindheit konfrontiert wird, löst er diese souverän und wächst über sich selbst hinaus. Leider empfand ich, dass hier zu viele Zufälle mitgespielt haben, die die Glaubhaftigkeit der Story ab- und zu einschränkten.
Die Autorin verfasste hier zwei große Handlungsstränge, die am Ende des Hörbuchs gekonnt zusammengeführt wurden. Schade fand ich, wie die Auflösung des Krimis inszeniert wurde. Einige Fragen blieben dadurch ungeklärt, aber ich kann mir vorstellen, dass vereinzelte Mitwirkende im Folgeteil wieder in Erscheinung treten, sodass evtl. doch noch die ein- oder andere Frage beantwortet wird. 
Fazit: Ein ungewöhnlicher Krimi, der Einblicke in die Ermittlungsstrategie der Polizei und in die Arbeitsabläufe von Journalisten gewährt. Der blinde und unscheinbar wirkende Protagonist macht dieses Hörbuch zu einem ungewöhnlichen Hörspektakel. 
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen 

Montag, 4. März 2019

Buchrezension: MEIN HERZ ZWISCHEN DEN ZEILEN (Band 1) von Jodi Picoult und Samantha van Leer

MEIN HERZ ZWISCHEN DEN ZEILEN

Infos zum Buch:

unbezahlte Werbung
Verlag: Boje-Verlag
Titel: MEIN HERZ ZWISCHEN DEN ZEILEN
Autor: Jodi Picoult und Samantha van Leer
Erscheinungsjahr: 19. Juli 2013
Seitenzahl: 288 Seiten
ISBN: 978-3414823656
Cover: gebundene Ausgabe

Preis: 10,00 Euro
Empfohlenes Alter: ab 12-15 Jahren
Quellenangabe / Interesse geweckt? Hier geht's zum Verlag

Reihenfolge:

Band 1: MEIN HERZ ZWISCHEN DEN ZEILEN
Band 2: LIEBE OHNE PUNKT UND KOMMA

Klappentext:
Was wäre, wenn die Charaktere in einem Buch ein Eigenleben hätten, solange die Buchdeckel geschlossen bleiben? Ein Eigenleben, das mit der Geschichte des Buchs gar nichts zu tun hat? Erst, wenn das Buch wieder geöffnet wird, gehen die Figuren auf Position und spielen ihre Rolle für die Leser weiter. Und was wäre, wenn einer dieser Charaktere das Buch unbedingt verlassen wollte? Besser noch: Wenn sich eine Leserin in ihn verlieben und beschließen würde, ihm zu helfen? 

Inhaltsangabe:
Delilah McPhee ist eine 15-jährige, introvertierte Einzelgängerin, die am liebsten den ganzen Tag in den geheimnisvollen Welten der Bücher versinkt. Besonders hat es ihr derzeit das Märchenbuch für Grundschüler mit dem Titel "Mein Herz zwischen den Zeilen" angetan. In der Geschichte geht es um einen Prinzen, der ohne seinen Vater aufwuchs und bald alt genug ist, um das Königreich zu regieren. Seine stärkste Charaktereigenschaft ist sein messerscharfer Verstand, denn er bewältigt jedes Hindernis mit Köpfchen statt im Kampf mit seinem Schwert. Delilah, die ebenfalls ohne ihren Vater aufwachsen muss, fühlt sich zu dem gleichaltrigen Prinz Oliver hingezogen und auf eine merkwürdige Weise mit ihm verbunden, sodass sie sich immer wieder das Märchenbuch aus der Schulbibliothek ausleiht. Mittlerweile kennt das junge Mädchen bereits die abgedruckten Bilder und die beschriebenen Szenen in- und auswendig. Doch diesmal sticht ihr beim Lesen ein Bild ins Auge, das vorher noch nie zu sehen war. Es handelt sich hierbei um ein Schachbrett, welches in den Sand geritzt wurde. Je öfter sie das Buch öffnet und schließt, desto häufiger verändert sich die Textseite der Lektüre. Plötzlich nimmt das Mädchen eine Stimme wahr, die aus dem Märchenbuch zu ihr spricht. Oliver, der in der Lektüre die Hauptrolle des Prinzen spielt hat genug von seinem monotonen Leben als Märchenfigur. Er will endlich aus der Geschichte und dem Buch ausbrechen und in das echte Leben der Leser eintreten. 
Was Delilah bis dahin noch nicht wusste: Sobald das Märchenbuch vom Leser geschlossen wird, führen die darin aufgeführten Figuren ihr Eigenleben, bei dem sie tun und lassen können was immer sie wollen bis sie wieder ihre zugeteilten Rollen beim nächsten Öffnen einnehmen müssen. Oliver setzt nun große Hoffnung in Delilah, denn sie ist die erste Person die ihn hören und verstehen kann. Bei dem Versuch dem unglücklichen Prinzen aus dem Märchenbuch zu helfen verlieben sich die beiden ineinander. 
Können sie das Unmögliche möglich machen und Prinz Oliver in die reale Welt holen? 

Eigene Meinung:
"Mein Herz zwischen den Zeilen" ist ein wunderschön gestaltetes Kinder- bzw. Jugendbuch, welches mich leider inhaltlich nicht besonders überzeugen konnte. 
Die Geschichte wird in drei Handlungsstränge aufgeteilt. Zum einen beschreiben die Autorinnen das Buch aus der Sicht von Prinz Oliver und wie unglücklich er ist über sein langweiliges Leben in einem Märchenbuch, zum anderen schildern Jodi Picoult und Samantha van Leer auch die Perspektive von der 15-jährigen Delilah die ihren Vater vermisst und sich von keinem so richtig verstanden fühlt. Des Weiteren werden immer wieder Szenen von dem eigentlichen Märchenbuch eingeblendet, in dem Oliver die Rolle des tapferen Prinzen spielen muss. Damit man als junger Leser nicht mit den unterschiedlichen Passagen durcheinander kommt, wurden die Textabschnitte farblich verändert, was mir wirklich gut gefiel. Auch die bunten Illustrationen werteten das Buch im Gesamten auf. Obwohl der Schreibstil flüssig und verständlich war, fehlte mir die Spannung und der Pepp. Die Geschichte hatte kaum Tempo und die Handlung empfand ich stellenweise als zu oberflächlich.  
Fazit: Die Grundidee die Jodi Picoult mit ihrer Tochter Samantha van Leer hatte war großartig, Aufmachung und Gestaltung waren spitze, aber das Ideenreichtum und der Spannungsbogen wurden nur mäßig bedient. 
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen 

Quelle: Buch Abb. S. 10-11 / S. 42-43/ S.48-49 / S. 124-125 

Donnerstag, 28. Februar 2019

Buchrezension: DAS BÖSE IN DEINEN AUGEN von Jenny Blackhurst

DAS BÖSE IN DEINEN AUGEN

Infos zum Buch:

unbezahlte Werbung
Verlag: Bastei Lübbe
Titel: DAS BÖSE IN DEINEN AUGEN
Autor: Jenny Blackhurst
Erscheinungsjahr: 27. April 2018
Seitenzahl: 431 Seiten
Kapitelzahl: 100 Kapitel
ISBN: 978-3-404-17689-2
COVER: Taschenbuch
PREIS: 11,00  Euro 

Quellenangabe / Interesse geweckt? Hier geht's zum Verlag

Klappentext:
NIEMAND HAT ANGST VOR EINEM KLEINEN MÄDCHEN. 
WIRKLICH?
Als die Kinderpsychologin Imogen Reid den Fall der elfjährigen Ellie Atkinson übernimmt, weigert sie sich den seltsamen Gerüchten um das Mädchen zu glauben. Ellie sei gefährlich, so heißt es. Wenn sie wütend wird, passieren schreckliche Dinge. Imogen hingegen sieht nur ein zutiefst verstörtes Kind, das ihre Hilfe benötigt, nachdem es seine Familie bei einem Brand verloren hat. Doch je näher sie Ellie kommt, desto merkwürdiger erscheint ihr das Mädchen. Dann ereignet sich ein mysteriöser Todesfall - und Imogen fürchtet, dass es ein großer Fehler war, Ellie zu vertrauen. 

Inhaltsangabe:

Nach ihrer fristlosen Kündigung bei einer Einrichtung, möchte die Psychiaterin Imogen Reid einen kompletten Neuanfang wagen. Daher beschließt sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Dan zurück in ihren ehemaligen Heimatort Gaunt zu ziehen. Dort hat die 32-jährige vor kurzem das schuldenfreie, frisch renovierte Haus ihrer Mutter geerbt und zudem noch ein lukratives Jobangebot erhalten, welches die Mittdreißigerin dankend annimmt. 
Ihr neuer Arbeitgeber Place2be ist eine Behörde, die sämtliche Schulen im Umkreis betreut um den Problemkindern psychologischen Beistand anzubieten. Deren Ziel ist es, dass sich die Schüler besser in den Schulalltag integrieren. Imogen, die sich mittlerweile wieder schnell in Gaunt eingelebt hat, wird nach kurzer Zeit mit der Akte von Ellie Atkinson vertraut gemacht. Das 11-jährige Mädchen hat bei einem Hausbrand als Einzige überlebt, während die restlichen Familienangehörigen dabei verbrannt sind. Nach dieser Tragödie wird Ellie in die Obhut der erfahrenen Pflegeltern Sarah und Mark Jefferson gegeben. In ihrer neuen Familie befindet sich noch ein weiterer Pflegejunge namens Billy und die leibliche Tochter der Jefferson- Mary. Die beiden Mädchen freunden sich schnell an und Mary übernimmt die Rolle der beschützenden, älteren Schwester. Im Laufe ihres Aufenthalts stellt sich jedoch heraus, dass von der unscheinbaren Ellie etwas Böses ausgeht, denn immer wenn ihre Mitmenschen sie besonders traurig oder wütend machen, geschehen schreckliche Dinge. Selbst Sarah Jefferson hat ein ungutes Gefühl in Ellie's Nähe. Durch ihre seltsame Art, die zudem nicht altersgerecht für ihre 11 Jahre ist, wird sie von den Einwohnern größtenteils gemieden und von ihren Mitschülern gehänselt und gemobbt. Einzig und allein sieht Imogen in Ellie ein stark traumatisiertes Kind, welches dringend Schutz und Liebe benötigt. Dabei ertappt sich die Kinderpsychologin immer wieder, wie sie über ihre eigene traurige Kindheit nachdenkt und diese mit der hilfsbedürftigen Ellie vergleicht. 
Doch dann überschlagen sich die Ereignisse und die Lage spitzt sich dramatisch zu: Hannah Gilbert, die Klassenlehrerin von Ellie warnt ihre Mitmenschen vor dem vermeintlich bösen Kind und wird daraufhin am nächsten Tag tot aufgefunden. Während sich alle Bewohner einig sind wer für den mysteriösen Tod verantwortlich ist, beschützt Imogen weiterhin das kleine Mädchen. Als Imogen's Vorgesetzter nun kurz davor ist diesen Fall an eine andere Vertrauensperson zu übergeben, ist Ellie dabei einen fürchterlichen Racheplan zu schmieden, der fatale Folgen mit sich bringen wird...

Eigene Meinung:
Der Ausgangsfall des Psychothrillers "Das Böse in deinen Augen" hat es in sich: Ein kleines, 11-jähriges Mädchen verliert bei einem Hausbrand nicht nur ihre komplette Familie und deren Besitz, sondern wird für ihr Überleben mit Beleidigungen, Verleumdungen und Gerüchten bestraft. 
Jenny Blackhurst hat einen sehr leichten Schreibstil, sodass ich schnell eine Verbindung zu dem düsteren Städtchen Gaunt und ihren Bewohnern aufbauen konnte. Wie ein roter Faden zog sich die Geschichte bis zum Ende hin durch, welche einmal aus der Perspektive der kleinen Ellie und aus der Sicht von Imogen erzählt wurde. Leider kamen stellenweise häufig unnötig lang gezogene Passagen vor, die den Spannungsbogen abflauen ließen.
Blackhurst schaffte es dennoch gekonnt immer wieder Fahrt aufzunehmen und den Leser mitzureisen um die rätselhaften Umstände über Ellie's gefährliche Gabe zu klären. Zudem werden aktuelle Themen behandelt, wie Mobbing und Manipulation. Die Schriftstellerin zeigt in diesem Thriller auf, wie wichtig es ist nicht die Augen vor der Wahrheit zu verschließen, auch wenn es sich um eine sehr unangenehme Situation handelt. 
Fazit: Ein anschauliches, packendes und vielseitiges Buch welches meiner Meinung nach aber kein konventioneller Psychothriller ist. 
Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sternen 

Sonntag, 24. Februar 2019

Hörbuchrezension: DIE EWIGEN TOTEN (Teil 6) von Simon Beckett

 DIE EWIGEN TOTEN

Infos zum Hörbuch:
unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Verlag: argon hörverlag
Titel: Die ewigen Toten
Autor: Simon Beckett 
Gelesen von Johannes Steck
Erscheinungsjahr: 12. Februar 2019
Gesamtspielzeit: 13 Std. 11 Min. 
Lieferumfang: 11 CD's (ungekürzte Lesung)
ISBN: 978-38398-1667-7
Preis: 29,95 Euro
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Reihenfolge:
Teil 1: Die Chemie des Todes
Teil 2: Kalte Asche
Teil 3: Leichenblässe
Teil 4: Verwesung
Teil 5: Totenfang
Teil 6: Die ewigen Toten
Sonderband: KATZ UND MAUS - eine David Hunter Story

Klappentext:
Verlorene Orte. Vergessene Tote
Nur Fledermäuse verirren sich noch nach St. Jude. Das Krankenhaus im Norden Londons, seit Jahren stillgelegt, soll in Kürze abgerissen werden. Doch dann wird auf dem staubigen Dachboden eine Leiche gefunden, eingewickelt in eine Plastikhülle. Die Tote, das sieht David Hunter sofort, liegt schon seit langer Zeit hier. Durch das trockene und stickige Klima ist der Körper teilweise mumifiziert. Als beim Versuch, die Leiche zu bergen, der Boden des baufälligen Gebäudes einbricht, entdeckt der forensische Anthropologe ein fensterloses Krankenzimmer, das nicht auf den Plänen verzeichnet ist. Warum wusste niemand von der Existenz dieses Raumes? Und warum wurde der Eingang zugemauert, obwohl dort nach wie vor Krankenbetten stehen? Betten, in denen noch jemand liegt... 

Inhaltsangabe:
Der forensische Anthropologe Dr. David Hunter verbringt die meiste Zeit bei den Toten anstatt unter den Lebenden. Sein Beruf ist von unschätzbaren Wert, denn er identifiziert und analysiert die menschlichen Überreste der Opfer, um herauszufinden, welche Ursachen hinter deren Zerfall und Verwesung stecken. Neben einer Festanstellung als Dozent an einer Universität, arbeitet Hunter auch in beratender Funktion für die Polizei. Dieses Mal führt ihn sein neuester Auftrag in den Norden von London. In Blackheath befindet sich das St. Jude-Krankenhaus, welches vor ca. zehn Jahren stillgelegt wurde und seither als Unterschlupf für Drogendealer und Obdachlose dient. Das großflächige Anwesen steht seit dessen Erbauung unter keinem guten Stern, denn sämtliche Angestellte und Patienten kamen dort im Laufe der Zeit durch Fliegerbomben, diverse Brände oder andere Katastrophen qualvoll ums Leben. Nun soll erneut diese abrissreife Ruine eine weitere Tragödie zutage bringen. Während eines Rundgangs durch dieses Gebäude entdeckt ein Fledermaus-Tierschützer auf dem Dachboden einen mumifizierten Leichnam, der in eine dicke Plastikplane eingepackt wurde. Detective Sharon Ward, die leitende Ermittlerin des Metropolitan Police Service, kontaktiert neben Hunter den forensischen Rechtsmediziner Professor Conrad. Gemeinsam sollen die beiden Spezialkräfte erste Angaben zum Geschlecht, dem Alter und der eventuellen Todesursache machen. Bei eingehender Betrachtung des Körpers stellen die Profis fest, dass es sich bei der Leiche um eine junge Mittzwanzigerin handelt, in deren klaffender Bauchöffnung die Überreste eines sechs Monate alten Fötus liegen. Immer wieder werden die Anwesenden von den Fledermäusen gestört, die sich in dem klammen und überhitzten Dachboden einquartiert haben. Nachdem sich eines der Tiere dem Leichnam nähert, erschrickt der forensische Rechtsmediziner so sehr, dass er rückwärts nach hinten stolpert, sein Gleichgewicht verliert und durch die morsche Dachbodendecke in einen dunklen Raum fällt. Schwer verletzt wird der Forensiker wenig später in das nächstliegende Krankenhaus transportiert. Durch diesen tragischen Arbeitsunfall kommt erneut ein schrecklicher Fund ans Licht. In dem Raum, in welchen der Professor hinab gefallen ist, gibt es weder Fenster noch Türen. Selbst im offiziellen Bauplan existiert jene Kammer nicht. In dem unbekannten Bereich befinden sich drei Krankenhausbetten, in denen zwei weitere Tote jeweils an den Armen gefesselt liegen. Um keine Zeit zu verlieren, beauftragt die Polizei einen Ersatzmann für den Rechtsmediziner und konsultiert somit einen weiteren Anthropologen um die Toten zu sezieren. 
Hunter, der wie üblich ein Händchen dafür hat, sich in ausweglose Situationen zu bringen, wird auch dieses Mal wieder kein Fettnäpfchen auslassen und so manchen Skandal dabei aufdecken...
Gibt es noch weitere unentdeckte Leichen im St. Jude und die wichtigste Frage: Wer steckt hinter diesen grausamen Morden und warum?

Eigene Meinung:
Wenn man eine Buchhandlung betritt und bei den Neuerscheinungen stapelweise die markanten Schwarz-Weiß-Cover von Simon Beckett sieht, dann weiß jeder: David Hunter ist zurück. Bei dem Leichenflüsterer geht es in seinem 6. Fall wieder ordentlich zur Sache. Nicht nur beruflich muss er sich einigen Herausforderungen stellen, auch privat hat es der Anthropologe alles andere als einfach. Simon Beckett weiß ganz genau, wie er seinem Lieblingsprotagonisten zu Ruhm und Erfolg verhilft, ihn aber gleichzeitig immer wieder an seine psychische und physische Belastbarkeit bringt. Tod und Verletzungen sind Hunter's ständige Wegbegleiter. Mit eindrucksvollen, nahezu poetischen Szenen beschreibt Beckett äußerst pietätvoll sämtliche Vorgänge von David's alltäglicher Arbeit, die mit einigen lateinischen Fachbegriffen ausgeschmückt werden. Dies hat den Effekt, mit Bewunderung und einer gewissen Ehrfurcht diesem breit gefächerten Spektrum der ungewöhnlichen Berufswahl gegenüberzutereten. 
Der Autor zeigt immer wieder dem Zuhörer, dass die Toten zwar mit uns Lebenden nicht mehr kommunizieren können, aber aufgrund der erhobenen Befunde von Fachkräften dennoch eine klare und unverwechselbare Sprache sprechen können. Somit hilft man den Opfern, schneller ihre Peiniger ausfindig zu machen. Auch dieses Mal dürfen wir wieder David's menschliche bzw. verletzliche Seite kennen lernen, die er immer wieder zu verstecken versucht. Des Weiteren schafft er es ständig aus einer scheinbar harmlosen Situationen sich unfreiwillig in eine unangenehme Lage zu manövrieren. Aber genau diese Art macht ihn so sympathisch und authentisch. Wer aber denkt, dass Hunter sich durch seine eigenen erlebten Schicksalsschläge nur noch mit morbiden Gedanken befasst, der irrt. Trotz der vielen Tiefen schafft es der forensische Anthropologe wie ein Phoenix aus der Asche aufzustehen und jedem sein Können Tag für Tag zu beweisen. 
Fazit: Ein grandioser 6. Teil, der ohne Weiteres an die Vorgänger anknüpfen kann. Johannes Steck, der bereits seine Stimme bei den anderen Teilen David Hunter lieh, trug die Geschichte gewohnt spektakulär vor. Wer bis jetzt noch keinen Hunter gelesen oder gehört hat, hat nun ganz dringend Nachholbedarf!
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen

Donnerstag, 21. Februar 2019

Hörbuchrezension: VANITAS - SCHWARZ WIE ERDE (Teil 1) von Ursula Poznanski

VANITAS - 
SCHWARZ WIE ERDE

Infos zum Hörbuch:
unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Verlag: argon hörverlag
Titel: VANITAS - Schwarz wie Erde
Autor: Ursula Poznanski
Gelesen von Luise Helm
Erscheinungsjahr: 01.Februar 2019
Gesamtspielzeit: 7 Std. 58 Min. 
Lieferumfang: 6 CD's (autorisierte Lesefassung)
ISBN: 978-3-8398-1698-4
Preis: 19,95 Euro

Quellenangabe / Interesse geweckt? Hier geht's zum Verlag

Klappentext:
Immer, wenn die Angst zurückkehrt, 
sehe ich mir Fotos meiner eigenen Beerdigung an. 
Auf dem Wiener Zentralfriedhof ist die Blumenhändlerin Carolin ein so gewohnter Anblick, dass sie beinahe unsichtbar ist. Ebenso wie die Botschaften, die sie mit ihren Auftraggebern austauscht, verschlüsselt in der Sprache der Blumen - denn ihre größte Angst ist es, gefunden zu werden. Noch vor einem Jahr war Carolins Name ein anderer; damals war sie als Polizeispitzel einer der brutalsten Banden des organisierten Verbrechens auf der Spur. Kaum jemand weiß, dass sie ihren letzten Einsatz überlebt hat. Doch dann erhält sie einen Blumengruß, der sie zu einem neuen Fall nach München ruft - und der sie fürchten lässt, dass sie ihren eigenen Tod bald ein zweites Mal erleben könnte...
(Weiterleitung zu youtube)
Quelle: argon-verlag
Inhaltsangabe:
Wenn Carolin Bauer einen Blumenstrauß bestehend aus pinken Lilien in Kombination mit orangefarbenen Gerbera und Vergissmeinnicht sieht, der an einer scheinbar passenden Stelle eine einzige Narzisse und eine Distel aufweist, dann läuten bei ihr sämtliche Alarmglocken. Denn dieses ungewöhnliche Arrangement -welches mit einer großen Schleife zusammengebunden wird- war nicht nur eines der damaligen Trauerkränze von ihrer eigenen Beerdigung, sondern dient seither für sie als Warnung vor drohender Gefahr. Die 35-jährige war einst eine talentierte Spionin für das BKA Frankfurt. Während dieser Tätigkeit wurde die junge Frau in eine Verbrecherorganisation eingeschleust, was jedoch schief ging und die Mittdreißigerin fast mit ihrem Leben bezahlen musste. Nur eine Handvoll Polizisten wissen von ihrem tatsächlichen Überleben, für den Rest ihrer Mitmenschen ist sie offiziell bei diesem gefährlichen Auftrag getötet worden. 
Um Carolin zu schützen, wird ihr eine komplett neue Identität zugeteilt. Mittlerweile wohnt sie unter falschem Namen in Wien und arbeitet als Angestellte in einem kleinen Blumengeschäft. Immer noch in panischer Angst lebend vor dem brutalen Clan und der Befürchtung doch noch aufgespürt zu werden, versucht sie die Öffentlichkeit so gut wie möglich zu meiden. Auch ihr Aussehen hat die ängstliche Frau bereits einige Male verändert. Doch mit diesem Versteckspiel soll nun Schluss sein. Nur zehn Monate gab Kriminalhauptkommissar Robert Lesch ihr Zeit, sich von dem Ganzen zu erholen bevor er sie nun mit einem neuen Fall beauftragt. Carolin soll sich mit Tamara Lambert, der Tochter eines angesehenen Ehepaares anfreunden, die ein sehr erfolgreiches Bauunternehmen führen. Zurzeit geschehen auf den Baustellen von Lamberts Konkurrenten immer wieder ominöse Unfälle, bei denen nun auch eine Person tragischerweise ums Leben gekommen ist. Da die zuständigen Ermittler jedoch keine Indizien zur Aufklärung dieser mysteriösen Unglücke finden können, aber eine Verbindung zu dem Lambert-Imperium vermuten, soll Caro als erfahrene Spürnase den Ermittlern den entscheidenden Hinweis liefern. Der ehemaligen Agentin, die überhaupt nicht damit einverstanden ist, bleibt aber nichts anderes übrig diese Anweisung zu befolgen, wenn sie weiterhin den polizeilichen Schutz beanspruchen möchte. Widerwillig reist sie kurze Zeit später mit dem Zug von Wien nach München, wo bereits in der neuen Wohnung alles für ihre Ankunft präpariert wurde. Carolin's kurzfristiges Zuhause befindet sich in einem gut situierten Haus, genau gegenüber von Tamara Lambert's Loft. Die beiden Nachbarinnen die auf der selben Etage wohnen freunden sich wie erhofft schnell an. Mit diesem erhaltenen Auftrag werden die Instinkte der ehemaligen Spionin geweckt, und lassen sie immer mutiger werden. Je näher Caro dem vermeintlichen Geheimnis der Unfälle auf die Schliche kommt, desto mehr stürzt sie sich selbst immer tiefer in ihr eigenes Verderben. 
Kann Carolin den entscheidenden Hinweis liefern und trotzdem vor der Mafia weiterhin unentdeckt bleiben?

Eigene Meinung:
Mit dem Titel "Vanitas - Schwarz wie Erde" eröffnet Ursula Poznanski eine neue Thriller-Reihe. Das im Argon Verlag erschienene Hörbuch ist ein vielseitiges und spannendes Hörspektakel. In den ersten Minuten wird der Zuhörer langsam auf die bevorstehende Handlung vorbereitet. Poznanski stellt darin ihre erste Protagonistin Carolin Bauer vor, eine ehemalige Spionin des BKA. Des Weiteren integriert die Autorin immer wieder ganz nebenbei die unterschiedlichsten Bedeutungen der einzelnen Blumen. Damit wird allen schnell bewusst, dass hinter jeder Pflanze eine unterschwellige Botschaft steckt, die anfänglich für Unwissende nicht direkt zu verstehen ist. Nachdem der Hörer einen groben Überblick von Carolin und ihrer Vergangenheit erhalten hat, zieht der Geschichtsverlauf an, indem er wesentlich umfangreicher und teilweise auch verworrener wird. Es treten hin- und wieder Personen in Erscheinung, die anfangs nur eine kleine Nebenrolle spielen und scheinbar gar nicht richtig zum Plot dazupassen, letztendlich aber bei der Auflösung das Bindeglied zu den Gesamtumständen darstellen. Ich persönlich empfand Poznanski's Stil bei diesem Werk eher als ungewohnt im Gegensatz zu ihren bisherigen (Hör)-Büchern. Dieses Mal hat sie kein bestimmtes Thema im Fokus, worüber sich die komplette Geschichte dreht, sondern schneidet mehrere Bereiche an, was vermuten lässt, dass in den Folgeteilen diese nach und nach aufgeschlüsselt werden. 
Der Begriff "Vanitas" steht unter anderem für Lüge, Misserfolg oder Vergeblichkeit. Ich denke, es ist eine Anspielung auf die falsche Identität von Caro in Bezug auf ihre Mitmenschen denen sie eine völlig andere Person vorgauckeln muss. 
Fazit: Ein sehr umfangreiches Hörbuch mit vielen Themen und Mitwirkenden. Diese autorisierte Lesefassung, die spannend von Luise Helm vorgetragen wurde, empfehle ich mit voller Aufmerksamkeit anzuhören. Da bei der Auflösung alles miteinander verwoben ist, ist es wichtig den kompletten Handlungsstrang zu verstehen um diesen nachvollziehen zu können.
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen

Anmerkung:
Weitere Rezensionen von Ursula Poznanski:
ELANUS (Buch, Rezension vom 05.03.17)
AQUILA (Hörbuch, Rezension vom 18.08.17)
THALAMUS (Hörbuch, Rezension vom 22.08.2018)
EREBOS (Buch, Rezension vom 04.09.2018)

Sonntag, 17. Februar 2019

Buchrezension: EIN AFFE AN DER ANGEL- Fantastische Tiergeschichten aus der Stadt von Jonny Bauer und Stephan Lomp

EIN AFFE AN DER ANGEL -
Fantastische Tiergeschichten aus der Stadt

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Verlag: arsEdition
Titel: Ein Affe an der Angel - 
Fantastische Tiergeschichten aus der Stadt
Autor: Jonny Bauer und Stepahn Lomb
Erscheinungsjahr: 21. Januar 2019
Seitenzahl: 128 Seiten
ISBN: 978-3-8458-2850-3
Cover: gebundene Ausgabe
Preis: 12,99 Euro
Empfohlenes Alter: ab 6 Jahren
Quellenangabe / Interesse geweckt? Hier geht's zum Verlag


Klappentext:
Was macht ein angehender Tierforscher an einem Regentag im achten Stock? Er wirft die Angel aus dem Fenster und wartet ab, was anbeißt. Ob bei Regenwetter im Kinderzimmer oder bei Stau auf der Autobahn, Darko ist Meister darin, überall Abenteuer zu finden. Auf seinen fantasievollen Reisen findet er tierisch gute Freunde, mit denen er viel Spaß hat und von denen er so einiges lernt!

Inhaltsangabe:
Wenn Drake groß ist weiß er schon ganz genau was er beruflich einmal werden will- nämlich Tierforscher. Schon jetzt eignet sich der kleine Junge -der in der letzten Etage eines achtstöckigen Hochhauses wohnt- sämtliches Wissen an, welches er in seinem geliebten Tierlexikon nachliest. Als Drake an einem regnerischen Tag nach draußen auf den Spielplatz gehen möchte, um mit seinen Freunden gemeinsam das undichte Dach ihrer Forscherhütte zu reparieren, untersagt ihm seine Mutter dies. Wütend über das ausgesprochene Verbot geht der kleine Bub in sein Zimmer und überlegt, was er gegen seine aufkommende Langeweile unternehmen kann. Da ihm die besten Einfälle nur bei einem Kopfstand kommen, bringt er sich in diese Position und denkt dabei ganz fest nach. Prompt fällt dem aufgeweckten Jungen nach wenigen Minuten die rettende Idee ein. Darko beschließt das schlechte Wetter auszunutzen um Regenwürmer zu fangen. Diese kann er dann anschließend genauestens erforschen und seine Skizzen in das Notizbuch für geheime Tieraufzeichnungen eintragen. Gut ausgerüstet wie ein kleiner Abenteurer so ist, baut er sich im Handumdrehen eine Angel und bindet einen Köder an das Ende der Schnur, damit die Würmer angelockt werden. Mit Schwung wirft Darko seine selbstgebaute Konstruktion aus aus dem 8. Stock seines Kinderzimmerfensters und binnen wenigen Sekunden beißt bereits das erste Tier an. Doch statt dem erhofften Wurm am Haken, befindet sich dort ein kleiner Brillenpelikan. Auch der nächste Versuch will nicht klappen, denn der Kleine hat nun einen Affen an der Angel, der lauter brüllen kann als ein Löwe. Bei jedem weiteren Wurf beißen die unterschiedlichsten Exoten an, aber der Regenwurm lässt auf sich warten. Daher überlegen der Junge und seine geangelten Tiere fieberhaft, wie Drake doch noch sein Forschungsprojekt an diesem Tag erfolgreich zu Ende bringen kann. 
Nicht nur dieses Abenteuer gilt es zu bestehen, sondern Drake muss sich noch vielen weiteren Situationen stellen. Aber nicht alleine, denn seine tierischen Freunde sind stets an seiner Seite, genauso wie sein rotes Tierlexikon. 

Eigene Meinung:
So hat sich das Darko ganz bestimmt nicht vorgestellt, als er beim Versuch Regenwürmer zu fangen plötzlich einen halben Zoo an exotischen Tieren in seinem Kinderzimmer vorfindet. Doch mit diesem Abenteuer beginnt eine ganz besondere Freundschaft zu diesen Tieren. "Ein Affe an der Angel" ist ein Buch für aufgeweckte Abenteurer, so wie es der kleine Darko ist. Jonny Bauer und Stephan Lomp zeigen auf spielerische Weise, was für einen fantasievollen Einfallsreichtum Kinder besitzen, auch wenn die ein- oder andere Situation auf den ersten Blick scheinbar gefährlich wirkt. Die Lektüre wird mit dem Slogan "Drei tierisch-spannende Geschichten zum Nachdenken und Kaputtlachen!" beworben. Die Autoren haben bewusst riskante bzw. heikle Situationen integriert, damit sich Eltern mit ihren Kindern über Darko's Handlungen und die daraus resultierenden Folgen unterhalten können. Des Weiteren werden auch andere, wichtige und kindgerechte Themen aufgegriffen wie zum Beispiel zu lernen geduldig zu sein bei Stau, Verantwortung zu übernehmen bei einem Lebewesen, sich eine Alternativbeschäftigung zu suchen wenn es die Situation erfordert uvm. Die drei Tiergeschichten mit den Titeln "Fang!", "Marsch!" und "Klopf!" werden mit vielen bunten Bildern auf jeder Seite aufgewertet, sodass es junge Leser ab 6 Jahren motiviert, sich aktiv mit dem Buch und den darin enthaltenen Geschichten zu beschäftigen. Hin- und wieder hätte ich mir persönlich etwas mehr Pepp in den kurzen Handlungen gewünscht, jedoch liegt meiner Meinung nach der Fokus nicht auf Action sondern darauf, die unterschwelligen Botschaften mit dem Kind aufzuschlüsseln und sich beim Nachdenken trotzdem köstlich zu amüsieren. 
Fazit: Mit dem Lesen dieses Buches fängt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Über die Geschichten nachdenken und sich gleichzeitig dabei zu vergnügen- wer kann da schon nein sagen? Ein typischer Lausbub der als Wegweiser dient, was kleine Forscher dürfen und was sie lieber lassen sollten.
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen

Quelle: Buch Abb. S. 14-15 / S. 16 / S.21