Mittwoch, 27. November 2019

Buchrezension: TANNÖD von Andrea Maria Schenkel

TANNÖD

Infos zum Buch:

unbezahlte Werbung
Verlag: Verlag Nautilus
Titel: Tannöd
Autor: Andrea Maria Schenkel
Erscheinungsjahr: 04. Februar 2008
Seitenzahl: 128 Seiten
ISBN: 978-3-894-016081
Cover: gebundene Ausgabe
Preis: 8,00 Euro
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Informationen zum Originalfall Hinterkaifeck: 
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Klappentext:
Sie nennen ihn nur noch den Mordhof, den einsam gelegenen Hof der Danners in Tannöd. Eine ganze Familie wurde in einer Nacht ausgelöscht, mit der Spitzhacke erschlagen. Gemocht hat sie kaum jemand, mürrische, geizige Leute waren sie, und den ein oder anderen hat der alte Bauer wohl auch übers Ohr gehauen. Aber selbst die Kinder wurden grausam ermordet, und so geht die Angst um im Dorf, denn vom Mörder fehlt jede Spur. Diese Spur muss der Leser aufnehmen. Die spannende Unruhe, die einen bis zum Ende nicht verlässt, löst sich erst auf, wenn das Mosaik komplett ist. 

Inhaltsangabe:
Die fünfköpfige Familie Danner lebt völlig abgeschieden auf einem kleinen Hof in der Einöde Tannöd, die zur Gemeinde Einhausen in der Oberpfalz gehört. Im näheren Umkreis gelten die Danner's allesamt als eigenbrödlerisch, mürrisch und äußerst geizig. Kein Knecht und keine Magd hält es auf dem Anwesen allzu lange aus, denn besonders der alte Besitzer Hermann bezahlt weder einen angemessenen Lohn, noch verteilt er Nahrungsmittel- geschweige denn ein Mittagessen nach der harten, körperlichen Arbeit. Nichtsdestotrotz genießt die Familie den Ruf äußerst wohlhabend und fleißig zu sein. 
Nachdem wieder einmal eine Magd den Hof verlassen hat, stellen sie die geistig zurückgebliebene Maria ein, eine ältere Frau die sich vom ersten Moment an bei dem Landwirt und seiner Familie unwohl fühlt. Da diese dringend ein Dach über den Kopf benötigt und finanziell auf den Arbeitsplatz angewiesen ist, beugt sie sich ihrem Schicksal und tritt die unliebsame Stelle an. Als die 7-jährige Marianne am Samstag unentschuldigt im Unterricht fehlt, war es zwar für den Lehrer ungewöhnlich, dennoch machte sich keiner ernsthafte Sorgen, da das kleine Mädchen als äußerst verträumt galt. Auch am Sonntag zum Morgengottesdienst taucht kein einziges Familienmitglied der Danner's auf, obwohl besonders Theresia, die Ehefrau des bösartigen Hofbesitzers sehr gläubig und gottesfürchtig war. Da nach drei Tagen noch immer keine Betriebsamkeit auf den Wiesen oder dem Hof zu sehen oder zu hören war, bittet Maria Sterzer, die Bäuerin von Obertannöd ihren 13-jährigen Neffen Hansl Bauer nach dem Rechten zu sehen. Dieser macht sich umgehend auf den Weg und betritt den Grund der Danner's. Doch dem kleinen Bub ist alles andere als wohl. Das Vieh brüllt und auch der Hund winselt, sodass er unverzüglich zu seinem Vater rennt und ihm berichtet, dass etwas auf dem Hof nicht stimmt. 
Aufgrund dessen macht sich Hansl's Vater Johann Sterzer mit seinem Knecht und zukünftigen Schwiegersohn Alois Huber auf den Weg um nachzusehen. Beim Betreten des Stadels stolpern die Männer über vier leblose Körper die mit Stroh bedeckt wurden. Es handelte sich hierbei um Hermann Danner- dem Besitzer des Hofes, seine Frau Theresia, deren gemeinsame Tochter Barbara Spangler und um die kleine Marianne. Je weiter die Männer in die Räumlichkeiten vordringen, desto mehr ahnen sie, welch grauenhaftes Ausmaß ihnen noch bevorsteht: Auch der Zweijährige Josef und die neu angestellte Magd Maria befinden sich blutüberströmt und leblos in ihren Zimmern. Die komplette Familie Danner einschließlich der am Vortag eingestellten Magd, wurden auf brutalste Weise mit einer Spitzhacke erschlagen. 
Wer war der Mörder und was war sein Motiv? 

Eigene Meinung:
Hinter dem Heimat- und Kriminalroman "Tannöd" steckt die deutsche Autorin Andrea Maria Schenkel. In ihrem Debüt verarbeitet sie vereinzelte Details zu einer grauenhaften Tat eines bis heute ungelösten 6-fach Mordes der Familie Gruber aus Hinterkaifeck. In der stürmischen Nacht vom 31. März auf den 01. April 1922 wurden die fünf Familienmitglieder inklusiv ihrer neu angestellten Magd mit einer Spitzhacke grausam ermordet. Aufgrund der Brutalität und den vielen rätselhaften Umständen die hinter der Tat und deren Motiv stecken, gehört dieser Anschlag noch immer zu einem der bekanntesten Kriminalfälle von ganz Deutschland. Genug Stoff also, um daraus einen neuen, düsteren und eigenständigen Roman zu verfassen. Zwar weißt dieser einige Parallelen zu den echten Mordfällen von Hinterkaifeck auf, jedoch werden Namen, Tathergang, Beweggründe des Motivs und die letztendliche Auflösung des Falles Tannöd zu einem selbständigen Kriminalroman, der auf der Fantasie von Andrea Maria Schenkel beruht.
Zu Beginn der Handlung erstellt die Autorin eine anonyme Identität, eine Person, die in Tannöd zwar jeder kennt und dadurch auch bereitwillig Auskunft über die Ereignisse gibt, nichtsdestotrotz bleibt der Leser bis zum Schluss im Ungewissen wer sich hinter den Befragungen mit den Einheimischen verbirgt. 17 Personen bestehend aus der Nachbarschaft, dem Lehrer von Marianne, dem Postboten, dem Pfarrer und vielen anderen erzählt jeder seine eigenen Sichtweisen, Beobachtungen und Gerüchte, die sich rund um die Familie Danner drehen. Dass sich dabei Abgründe auftun wie Blutschande in der Familie und Betrug bei den Arbeitern gibt genug Munition um als Leser seinen eigenen Spekulationen freien Lauf zu lassen. Besonders gefallen haben mir die unterschiedlichen Protagonisten, die ihren ganz eigenen Erzählstil hatten. Egal ob es Betty ist, die beste Freundin von Marianne die aus ihrer kindlichen Perspektive berichtet, oder die senile Babette Kirchmeier, die ehemalige Arbeitgeberin der getöteten Magd. Alleine der unterschiedliche Schreibstil gab dem Krimi eine ganz persönliche Note. Seitenweise wurden immer wieder Gebete eingeschoben, die beim Leser ein beklemmendes Gefühl und eine passende Melancholie heraufbeschworen.
Leider habe ich in dem Buch den Tiefgang und die gewisse Spannung vermisst. Der scheinbare Mörder beschreibt immer mal wieder kurze Zwischenfrequenzen aus seiner Sicht, jedoch keine Details zur eigentlichen Tat was erklärt, warum das Buch mit über 100 Seiten schnell zu Ende erzählt ist. 
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen

Sonntag, 24. November 2019

Buchrezension: Maximilian und der verlorene Wunschzettel- Eine Adventsgeschichte in 24½ Kapiteln von Alex T. Smith

Maximilian und der verlorene Wunschzettel-
Eine Adventsgeschichte in 24½ Kapiteln

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Verlag: arsEdition Verlag
Titel: Maximilian und der verlorene Wunschzettel
Autor: Alex T. Smith
Erscheinungsjahr: 27. September 2019
Seitenzahl: 176 Seiten
Kapitelzahl: 25 Kapitel
ISBN: 978-3-8458-3242-5
Cover: gebundene Ausgabe
Preis: 18,00 Euro
Empfohlenes Alter: ab 6 Jahren
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Klappentext:
Die kleine Maus Maximilian findet auf der Straße einen geheimnisvollen Brief. Der Wunschzettel in dem Brief muss unbedingt schnell zum Weihnachtsmann!
Ein weihnachtliches Abenteuer beginnt. 
Mit Rezepten, Gedichten und Bastelanleitungen

Inhaltsangabe:
Heute ist der 24. Dezember. In sämtlichen Geschäften und Straßen herrscht noch immer ein hektisches Treiben- sowie auch in dem kleinen Spielzeugladen in der Mistelgasse. Kurz vor Ladenschluss versuchen die aufgeregten Kunden in allerletzter Minute ihr perfektes Weihnachtsgeschenk für die Angehörigen zu finden, bevor das Geschäft über die Feiertage schließt. 
Oliver, ein kleiner 8-jähriger Junge, hilft fleißig seinen Eltern in dem liebevoll dekorierten Spielzeugladen. Schon den ganzen Tag über hat er eine Menge zu tun. Der Heranwachsende sortiert neue Waren ein und räumt andere Gegenstände wieder auf. Nebenbei packt er an der Verkaufstheke die Geschenke der Käufer weihnachtlich ein- doch ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Vor lauter Stress hätte Oliver fast vergessen, dass er noch seinen eigenen Brief an den Weihnachtsmann abschicken muss. Daher eilt der Bub umgehend aus dem Laden, überquert die Straße und läuft zum gegenüberliegenden Briefkasten in den er rasch seinen Wunschzettel einwirft. Zumindest dachte er das; denn der Umschlag fällt völlig unbemerkt wieder aus der Öffnung und tänzelt sachte die Straße entlang direkt vor die Pfoten von Maximilian Maus. Das ausgehungerte Nagetier ist gerade dabei, sich nach einem warmen Unterschlupf für die kommenden Wintertage umzusehen. So bemerkt es plötzlich den trockenen und noch sauberen Umschlag. Neugierig liest Maximilian was auf dem Kuvert steht und stellt überrascht fest, dass es sich bei diesem Brief um einen Wunschzettel handelt, der an den Weihnachtsmann adressiert ist. Für den Nager ist es selbstverständlich, dass er alles mögliche unternehmen muss, damit der Brief noch rechtzeitig am Nordpol ankommt, denn schließlich ist in wenigen Stunden bereits der heilige Abend. 
Auf seiner abenteuerlichen Mission begegnet er vielen hilfsbereiten Tieren, die ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen. Doch schafft es die kleine, weiße Maus wirklich noch rechtzeitig den Brief dem Weihnachtsmann zu übergeben oder kommt doch noch alles ganz anders?

Eigene Meinung:
"Maximilian und der verlorene Wunschzettel"- ist eine Adventskalendergeschichte mit über 24 Kapiteln von Alex T. Smith. Bereits die Aufmachung der gebundenen Ausgabe spricht Klein und Groß gleichermaßen an. Eye-Catcher sind die folierten Glitzerelemente auf dem Cover, die je nach Lichteinfall unterschiedlich schimmern. Die Lektüre ist in 24 Kapitel plus einem zusätzlichen für den ersten Weihnachtsfeiertag aufgeteilt. Jeder der 24 Abschnitte entspricht einem Adventskalendertürchen, sodass diese warmherzige Geschichte rund um Maximilian Maus am heiligen Abend zu Ende erzählt ist. Zusätzlich erhält der junge Leser zu jedem Türchen eine Bastelidee, ein Backrezept oder ein Gedicht welches die Vorfreude auf den besonderen Anlass täglich steigert. 
Fingerpuppen erstellen, Weihnachtsfeen basteln, Lebkuchenmäuse backen oder verschiedene Liedtexte- dies sind nur wenige der vielen Inspirationsideen des äußerst liebevoll gestalteten Adventskalenders. Das Allroundbuch begleitet die Kleinen ab sechs Jahren durch die schönste Zeit des Jahres und verkürzt die Wartezeit auf den Weihnachtsmann bzw. das Christkind. Durch die wundervollen, detailreichen und atmosphärisch gestalteten Bilder gibt es viel zu schmökern und zu entdecken. Dieses Buch empfehle ich wärmsten weiter, an alle Familien die noch auf der Suche nach einem liebevollen und besonderen Geschenk sind.
Fazit: Mit dieser herzerwärmenden Geschichte und den vielen zauberhaften Bildern entsteht ein Gesamtkunstwerk, das zum Vorlesen, Anschauen und Kreativsein einlädt. 
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen

Quelle: Buch Abb. S. 36 / 40-41 / S. 50-51 / S. 154

Mittwoch, 20. November 2019

Buchrezension: Das Hotel der verzauberten Träume - Magie um Mitternacht (Band 4) von Gina Mayer

Das Hotel der verzauberten Träume - 
Magie um Mitternacht

Infos zum Buch:

unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Verlag: arsEdition Verlag
Titel: Das Hotel der verzauberten Träume -
Magie um Mitternacht

Autor: Gina Mayer
Erscheinungsjahr: 18. September 2019
Seitenzahl: 144 Seiten
Kapitelzahl: 14 Kapitel
ISBN: 978-3-8458-3396-5
Cover: gebundene Ausgabe
Preis: 12,00 Euro
Empfohlenes Alter: ab 9 Jahren
Quellenangabe / Interesse geweckt? Hier geht's zum Verlag

Reihenfolge:

Band 1: Das Hotel der verzauberten Träume - Fräulein Apfels Geheimnis
Band 2: Das Hotel der verzauberten Träume - Annabells Tagebuch
Band 3: Das Hotel der verzauberten Träume - Die goldene Botschaft
Band 4: Das Hotel der verzauberten Träume - Magie um Mitternacht 

Klappentext:

Im malerischen Strandhotel gehen seltsame Dinge vor sich! Joëlle hat in den Sommerferien herausgefunden, dass sie eine magische Gabe besitzt. 
Während sie von den Apfel-Schwestern zur Traumdeuterin ausgebildet wird, wartet auf sie bereits eine große Herausforderung. Die nette Kim Lavedel wurde von einem gefährlichen falschen Liebestraum befallen.  Joëlle kann ihr nur helfen, wenn sie sich auf ein heimliches Treffen einlässt. Um Mitternacht. Bei Vollmond. Allein. 

Inhaltsangabe:
Vor knapp drei Wochen hat Familie Fröhlich aus der örtlichen Pension von Fräulein Rose und Fräulein Linde ausgecheckt und ist in ihr frisch renoviertes Haus in den Dünen eingezogen. Mittlerweile ist schon ein halbes Jahr vergangen, seit sich Joëlle, ihr zwei Jahre älterer Bruder Lancelot und ihre Eltern dazu entschieden haben- von Berlin nach Korbutz zu ziehen, um dort neu anzufangen. Eigentlich war es purer Zufall, dass Familie Fröhlich auf den kleinen Ort aufmerksam wurde, denn ursprünglich planten die vier einen Urlaub im Holiday-Beach-Club. Nur durch einen kleinen Tippfehler im Navigationsgerät von Mama Silke, landeten sie ungeplant in ihrem jetzigen Zuhause. Zum Glück: Denn Joëlle fand heraus, dass sie selbst eine Traumdeuterin ist. Mit dieser seltenen Gabe kann sie quälende Alpträume ihrer Mitmenschen in sich aufnehmen und anschließend vertreiben. Die Zwillingsschwestern, die die Pension leiten, haben sofort die besondere Fähigkeit des Mädchens bemerkt. Zu Beginn weigerten sich die älteren Damen die neugierige Heranwachsende auszubilden. Aber zwischenzeitlich konnte Joëlle Fräulein Linde und Fräulein Rose vom Gegenteil überzeugen. Die Jugendliche hat mehrmals bewiesen, dass sie für ihre zehn Jahre bereits sehr verantwortungsvoll ist, um die Aufgaben die eine Traumdeuterin zu erfüllen hat bewältigen kann. Nun unterrichten Fräulein Linde und Fräulein Rose die Kleine regelmäßig. Doch zurzeit sind die Unterrichtsstunden gar nicht so einfach unter einen Hut zu bekommen, denn die Apfelschwestern haben kaum Zeit. Seit langem sind wieder einmal Gäste in der Pension, die in Korbutz Urlaub machen möchten. Zum einen der erfolgreiche Sänger Wolfgang Capriccio und zum anderen das Ehepaar Schnorchel. Doch die Touristen verhalten sich sehr seltsam. Herr Capriccio ist ständig schlecht gelaunt und mürrisch, ebenso wie Frau Schnorchel die alles und jeden kritisiert. 
Dennoch hegt die Korbutzer Wahrsagerin Kim Lavendel übertriebene Gefühle für den mies gelaunten Sänger und hört mit dem Schwärmen kaum noch auf. Ob das wirklich wahre Gefühle sind ober Kim einem faulen Zauber unterliegt?
Zeit für Joëlle jetzt der Sache auf den Grund zu gehen...

Eigene Meinung:
Mit dem Titel "Magie um Mitternacht" ist mittlerweile Gina Mayer's vierter Band der "Hotel der verzauberten Träume"-Reihe erschienen. Wer die Vorbände bereits gelesen hat, wird auch diesen Teil lieben und regelrecht verschlingen. Neulinge und Quereinsteiger die sich für Joëlle und ihre Gabe interessieren, können meiner Meinung nach ohne große Kenntnisse der Vorbände mit diesem Teil beginnen, da die Autorin in den jeweiligen Anfangsseiten immer wieder die Ereignisse der vorigen Bücher kurz und bündig zusammenfasst. Dies hat den Vorteil, dass sich die jungen Leser ab neun Jahren die bereits erlebten Geschehnisse und Abenteuer von Joëlle (Band 1-3) nochmals ins Gedächtnis rufen können. Dies ist ein großer Pluspunkt. 
Ebenfalls gefällt es mir, dass sich alle Protagonisten von Band zu Band weiterentwickeln. Besonders Joëlle ist äußerst wissbegierig, lernfähig und erkennt nicht nur aufkommende Probleme, sondern versucht diese auch selbstständig zu lösen. Hilfe bekommt sie nicht nur von ihrem Bruder Lancelot, sondern auch von den Apfelschwestern Fräulein Rose und Fräulein Linde die ihr mit Rat und Tat zur Seite stehen. Gina Mayer hat einen sehr angenehmen Schreibstil, der dafür sorgt, dass beim Leser die Seiten nur so dahinfliegen. 
Die farbigen Illustrationen von Gloria Jasionowski strahlen wie auch bei den Vorbänden eine gewisse Magie aus, sodass die Vorfreude auf den fünften Band garantiert ist. 
Fazit: Diese magische Reihe verschlingen junge Bücherwürmer im Nu, verschnaufen kurz und beginnen sofort mit dem nächsten Band. 
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen 

Quelle: Buch Abb. S. 11
Anmerkung:
Weitere Rezensionen von Gina Mayer:
Das Hotel der verzauberten Träume - Fräulein Apfels Geheimnis Band 1 (Buch, Rezension vom 10.06.2018)
Das Hotel der verzauberten Träume - Annabells Tagebuch Band 2 (Buch, Rezension vom 17.08.2018)
Das Hotel der verzauberten Träume - die goldene Botschaft Band 3 (Buch, Rezension vom 24.07.2019) 

Sonntag, 17. November 2019

Hörbuchrezension: Morgen, Kinder, wird's was geben - 24 Geschichten und Gedichte zum Advent von den Gebrüder Grimm, Goethe uvm.

Morgen, Kinder, wird's was geben
24 Geschichten und Gedichte zum Advent

Infos zum Hörbuch:

unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Verlag: der Hörverlag
Titel: Morgen, Kinder, wird's was geben
24 Geschichten und Gedichte zum Advent
Autor: Wilhelm Busch, Herman Bang, Ludwig Bechstein,
Paula Dehmel uvm. 
Gelesen von Gerd Anthoff, Elke Heidenreich, Beate Himmelstoß, Felix von Manteuffel, Anna u. Katharina Thalbach, Ulrich Noethen, Eva Mattes, Florian Lukas, Juliane Köhler u. Suzanne von Borsody
Erscheinungsjahr: 21. Oktober 2019
Gesamtspielzeit: 1 Std. 16 Min. 
Lieferumfang: 1 CD
ISBN: 978-3-8445-3559-4
Preis: 6,95 Euro
Empfohlenes Alter: ab 6 Jahren
Quellenangabe / Interesse geweckt? Hier geht's zum Verlag

Klappentext:

So wird das Warten zu Vergnügen:
Mit 24 Geschichten und Gedichten durch die Weihnachtszeit
Klingt das nicht wundervoll? Jeden Tag vom 1. bis zum 24. Dezember mit einem Hörvergnügen zu beginnen? Oder sich an einem gemütlichen Winterabend gemeinsam mit den Kindern die schönsten Wintergeschichten und Weihnachtsgedichte vorlesen zu lassen? Mit diesem Adventskalenderhörbuch kann der Advent gar nicht lang genug sein und die Zeit bis Heilig Abend vergeht wie im Flug.

Inhalt / Aufbau:
  1. Türchen "Grüß Gott, ich bin der Dezember" (Paula Dehmel)
  2. Türchen "Warm und kalt aus einem Mund" (Ignaz und Joseph Zingerle)
  3. Türchen "Wenn es Winter wird" (Christian Morgenstern)
  4. Türchen "Frau Holle" (Jacob und Wilhelm Grimm)
  5. Türchen "Eis-Hockey" (Joachim Ringelnatz)
  6. Türchen "Die Legende vom Heiligen Nikolaus" (Volksmund)
  7. Türchen "Die drei Spatzen" (Christian Morgenstern)
  8. Türchen "Weihnachten in der Speisekammer" (Paula Dehmel)
  9. Türchen "Der Bratapfel" (Fritz und Emily Kögel)
10. Türchen "Der Hase und der Fuchs" (Ludwig Bechstein)
11. Türchen "Weihnachtssperlinge" (Gustav Falk)
12. Türchen "Christkindl-Ahnung im Advent" (Ludwig Thoma)
13. Türchen "Es treibt der Wind" (Rainer Maria Rilke)
14. Türchen "Der allerste Weihnachtsbaum" (Herman Löns)
15. Türchen "Winter" (Matthias Claudius)
16. Türchen "Weihnachten im Bahnwärterhäuschen" (Hermine Villinger)
17. Türchen "Der Winterabend" (A. H. Hoffmann von Fallersleben)
18. Türchen "Es wird Weihnachten" (Theodor Fontane)
19. Türchen "Lied im Advent" (Matthias Claudius)
20. Türchen "Einsam am Heiligen Abend" (Herman Bang)
21. Türchen "Schenken" (Joachim Ringelnatz)
22. Türchen "Die Heilige Nacht" (Selma Lagerlöf)
23. Türchen "Der Stern" (Wilhelm Busch)
24. Türchen "Die Geburt Jesu nach dem Lukas-Evangelium"

Eigene Meinung:
"Morgen, Kinder, wird's was geben" ist ein Adventskalenderhörbuch mit 24 unterschiedlichen Geschichten und Gedichten- passend zum Advent. Der Hörverlag stellt auf der über einstündigen CD eine Sammlung zusammen- angefangen von den bekanntesten Dichtern bis hin zu den beliebtesten Märchenerzählern- und erzählerinnen, die alle das Thema Winter und Weihnachten aufgreifen. Dies sorgt beim Zuhörer für eine friedliche und besinnliche Stimmung um nach dem stressigen Alltag zu entschleunigen. Die jeweiligen Türchen variieren in ihrer Laufzeit. Man kann ca. von einer Minute bis knapp 10 Minuten pro Track ausgehen, sodass dieses Hörbuch der ideale Begleiter für unterwegs ist, aber auch perfekt zur Entspannung im heimischen Wohnzimmer mit den Kindern ist. Die jeweiligen Interpretationen sind für Groß- und Klein gleichermaßen gedacht. Junge Zuhörer ab sechs Jahren werden genauso von den 24 Titeln verzaubert wie Erwachsene, da die Werke der berühmten Poeten und Schriftsteller in einem äußerst angenehmen Stil vorgetragen werden. Ein weiterer Pluspunkt sind die unterschiedlichsten Sprecher, die den jeweiligen Inhalt der Kalendertürchen vortragen. Dies sorgt dafür, dass jedes Gedicht und jede Geschichte seinen ganz eigenen Charme versprüht. Auch das Cover mit den vielen Häusern, deren Dächer mit Glitzerelementen versehen sind, sticht einem sofort ins Auge. Diese CD ist nicht nur für den heimischen Gebrauch gedacht, sondern eignet sich auch als ein perfektes Mitbringsel für die Adventszeit, denn das Preis-Leistungsverhältnis ist stimmig und überzeugt sofort. 
Fazit: Ein Gesamtkunstwerk mit Muss-Genuss. Das Hörbuch verzaubert nicht nur die Sinne, sondern auch Augen und Ohren. 
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen

Anmerkung:
Weitere Rezensionen zu dem Format: Hören 
Meine Zauberweihnacht (Hörbuch, Rezension vom 11.11.2017)
Hören & Gestalten - HANDLETTERING - Schöne Briefe Zum Zuhören Und Kreativ-Sein (Hörbuch, Rezension vom 18.03.2018)

Dienstag, 12. November 2019

Buchrezension: CITY OF GHOSTS - Die Geister die mich riefen (Band 1) von Victoria Schwab

CITY OF GHOSTS - 
Die Geister die mich riefen

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Verlag: cbj Verlag
Titel: City of Ghosts - Die Geister die mich riefen
Autor: Victoria Schwab
Erscheinungsjahr: 28. Oktober 2019
Seitenzahl: 288 Seiten
Kapitelzahl: 27 Kapitel
ISBN: 978-3-570-17653-5
Cover: gebundene Ausgabe
Preis: 14,00 Euro
Empfohlenes Alter: ab 10 Jahren
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Reihenfolge:
Band 1: CITY OF GHOSTS - Die Geister die mich riefen
Band 2: TUNNEL OF BONES 

Klappentext: 
Nur weil du sie nicht sehen kannst, 
heißt das noch lange nicht, dass es sie nicht gibt...
Seit die 12-jährige Cassidy Blake fast ertrunken wäre, kann sie Geister sehen und die Welt der Toten betreten. Sogar ihr bester Freund ist ein Geist! Und als ob das nicht schon merkwürdig genug wäre, werden ausgerechnet ihre Eltern die neuen Stars einer Geisterjäger-Fernsehshow. 
Der erste Drehort: Edinburgh.
Die Friedhöfe, Burgen und Geheimgänge der alten Stadt wimmeln nur so von Geistern - und nicht alle sind freundlich. Cassidy wird schnell klar, wie viel sie noch über ihre Verbindung zum Reich der Toten zu lernen hat. Doch dafür bleibt nicht viel Zeit, denn eine besonders dunkle Seele streckt schon die Krallen nach ihr aus...

Inhaltsangabe:
Vor über einem Jahr, genauer gesagt vor 433 Tagen wäre Cassidy Blake fast ums Leben gekommen. Als ihre Eltern dem Mädchen zum 11. Geburtstag eine altmodische Kamera mit lila Riemen schenkten, wollte die Heranwachsende diese umgehend ausprobieren. Ihre Motivauswahl war eine Schlucht in den Bergen. Nur ein sehr schmaler Weg über eine Brücke führt dorthin, sodass Cassidy trotz der Kälte mit dem Fahrrad losfährt. Jedoch kommt es auf dieser sehr engen Stelle zum Unglück: Ein LKW fährt dem Mädchen mit erhöhter Geschwindigkeit entgegen und sowohl der Fahrer als auch die Kleine versuchen in letzter Minute der bevorstehenden Kollision auszuweichen. Bei diesem Manöver schlägt Cassidy's Lenker am Geländer der Brücke auf und durch die Wucht fällt die Heranwachsende über die Balustrade und durchbricht den gefrorenen See. Sofort zieht ihre noch umgehängte Kamera die Schülerin auf den Grund des Gewässers. Kurz vor ihrem Ertrinken wird sie von einem Jungen gerettet, der sich ihr später als Jacob vorstellt. 
Seit diesem schicksalhaften Unfall wurde dem Mädchen nicht nur ein zweites Leben geschenkt, sondern ist sie nun auch in der Lage Tote zu sehen. Wie sich herausstellt, ist ihr Lebensretter und bester Freund ein Geist und nur für die inzwischen 12-jährige sichtbar. Die Jugendliche ist davon überzeugt, dass sie durch die Rettung von Jakob nun fest mit ihm verbunden ist. Cassidy ist nicht mehr ganz am Leben und Jakob noch nicht vollständig tot. Aber in dem bisherigen Leben des Mädchens spielen Geister und Übersinnliches schon immer eine große Rolle, denn ihre Eltern sind sehr erfolgreiche Schriftsteller in diesem Metier. So kommt es, dass ihre Mutter und ihr Vater die einmalige Chance erhalten, an einer Geisterjäger-Fernsehsendung teilnehmen zu dürfen. Doch dafür fällt der von Cassidy langersehnter Long Island-Strandurlaub ins Wasser. Stattdessen führt die Produktion der Serie die Familie Blake nach Edingburgh. Dort sollen ihre Eltern die Orte aufsuchen, an denen die paranormalen Phänomene am stärksten festzustellen sind. Grund genug für Cassidy sich zu fürchten, denn nicht alle Geister die das Mädchen sieht sind ihr gegenüber wohlgesonnen oder verfolgen gute Absichten. 
Schon bald wird die Heranwachsende dies selbst erkennen- und dass ihre besonderen Fähigkeiten Fluch und Segen gleichermaßen sind...

Eigene Meinung:
"City of Ghosts - Die Geister die mich riefen" ist ein spannendes und sehr unterhaltsames Jugendbuch von Victoria Schwab. Hauptperson ist die 12-jährige Cassidy, die nur knapp dem Tod entronnen ist. Nur durch die Rettung von Jakob ändert sich für die Heranwachsende alles, denn seit diesem tragischen Unfall kann sie Tote sehen. Warum das so ist und welche Bestimmungen sie nun zu erfüllen hat, erfährt das Mädchen erst im Laufe der Zeit. Der blonde, introvertierte Geist Jakob ist immer an ihrer Seite, jedoch nur für sie sichtbar. 
Mir gefiel es sehr gut, dass Cassidy ganz offen über sich und ihre besondere Gabe spricht und auch ihre Eltern davon wissen. Diese Situation hebt sich schon von anderen Büchern ab, wo die Protagonisten doch meistens versuchen alleine damit zurecht zu kommen. Dadurch dass Cassidy's Eltern schon immer von paranormalen Phänomenen und Übersinnlichem fasziniert sind, verleiht es der Geschichte eine moderne Note. Das Buch wurde in vier Teile unterteilt. Dies fand ich ebenfalls ansprechend, da die Handlung systematisch aufgebaut wurde und der junge Leser regelrecht in die Geschichte eintauchen konnte. Die Atmosphäre von Edingburgh wurde von der Schriftstellerin toll eingefangen. Durch die im Buch aufgezeichnete Landkarte kann der Leser sehr gut die Route der Familie Blake mitverfolgen, und führt uns an die Orte, an denen die jeweiligen Abenteuer stattfinden. 
Der Schreibstil ist kurz und knackig, die Story unterhaltend und spannend. Das Setting perfekt auserwählt für diese Art von Geschichte. Wie es weitergeht und welche Rolle Cassidy's Lebensretter Jakob noch spielen wird, will man unbedingt wissen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Schriftstellerin einen Folgeband nachlegen wird. 
Fazit: Die Autorin hat ihr Händchen für spannende Geistergeschichten bewiesen. Sie überzeugt mit einer facettenreichen und modernen Story, die junge Leser ab 10 Jahren begeistert.
Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sternen

Quelle: Bild Abb. S. 1-2 / S. 9

Sonntag, 10. November 2019

Hörbuchrezension: Unter einem guten Stern von Minnie Darke

 Unter einem guten Stern

Infos zum Hörbuch:
Unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Verlag: der Hörverlag
Titel: Unter einem guten Stern
Autor: Minnie Darke
Gelesen von Yara Blümer
Erscheinungsjahr: 21. Oktober 2019
Gesamtspielzeit: 12 Std. 13 Min.
Lieferumfang: 2 MP3 CD’s (leicht gekürzte Lesung)
ISBN: 978-3-8445-3498-6
Preis: 9,99 Euro
Quellenangabe / Interesse geweckt? Hier geht's zum Verlag

Klappentext:
DIE SCHÖNSTE; LUSTIGSTE UND WARMHERZIGSTE LIEBESGESCHICHTE DES JAHRES
Als Justine (Journalistin, Horoskop-Skeptikerin, Schütze) nach langer Zeit auf ihre Jugendliebe Nick (Schauspieler, Horoskop-Gläubiger, Wassermann) trifft, ist ein Wiederaufleben ihrer Romanze garantiert – denkt Justine. Doch als sich Nick nicht bei ihr meldet, hilft Justine dem Schicksal auf die Sprünge. Sie weiß, dass Nick seine Entscheidungen anhand der Horoskope in seinem Lieblingsmagazin trifft. Dem Magazin, für das Justine arbeitet. Sie beginnt, Nicks Horoskop zu manipulieren. Was sie außer Acht lässt: Nick ist nicht der einzige Wassermann, der sich von den Sternen leiten lässt.

Inhaltsangabe:
Justine Carmichael ist eine geradelinig, perfektionistisch aber dennoch verspielte Mittzwanzigerin, die vom großen Erfolg als Journalistin träumt. Bereits als Schülerin liebte sie das geschriebene Wort und gewann regelmäßig bei sämtlichen Buchstabierwettbewerben. Als eine Aushilfe bei der renommierten Zeitschrift "Alexandria Park Star" gesucht wird, ergreift die zierliche Brünette umgehend ihre Chance und bewirbt sich. Seither arbeitet sie dort als Hilfskraft in der Hoffnung, irgendwann einmal eine Festanstellung als Volontariatsanwärterin zu erhalten. 
Wie es das Schicksal so will, begegnet Justine zufälligerweise in der Markthalle ihrer damaligen Jugendliebe Nicholas Jordan. Nick, der als Werbefisch angestellt ist, strebt eine Karriere als Schauspieler an. Schnell kommen die beiden ins Gespräch und die junge Frau verspürt dabei eine sofortige Vertrautheit, wie sie diese bereits als Teenie hatte. Schon von je her schwärmte sie für den gutaussehenden jungen Mann. Doch als dieser damals mit seiner Familie wegzog, brach die Verbindung abrupt ab. Jetzt, viele Jahre später möchte Justine einen erneuten Versuch wagen und dort anknüpfen, wo sie damals stehen geblieben sind. Doch Nick benimmt sich Justine gegenüber sehr gefühlsneutral. 
Zwischenzeitlich erfüllt sich Justine's langersehnter Wunsch- denn sie wird befördert und erhält eine Stelle als Redaktionsmanagerin. Bei diesem Job ist sie unter anderem für die Abschrift der Horoskope des beliebten Leo Thurnbuy verantwortlich, obwohl die junge Frau den astrologischen Prophezeiungen von jeher skeptisch gegenüber steht. Da sie aber weiß, dass ihr Schwarm Nick an die Macht der Sterne glaubt und sogar sein Leben danach richtet, kommt Justine eine Idee, in der sie Nick's Herz vielleicht doch noch umstimmen kann: Die Mittzwanzigerin manipuliert eigenmächtig die regelmäßig zu veröffentlichenden Horoskope zu ihren Gunsten und passt diese ihren jeweiligen Situationen an. Der angehende Schauspieler, der als Sternzeichen Wassermann ist, hat zufälligerweise das "Alexandria Park Star"-Magazin abonniert, genau jene Zeitschrift, in der ab sofort Justine für die Horoskope verantwortlich ist. 
Was die liebestolle Frau aber nicht bedenkt: Nicht nur Nick ist ein Wassermann, der an die Voraussagungen der Sterne glaubt, sondern viele andere Männer auch. Und so wird sie viele Schicksale einzelner Personen ahnungslos verändern...

Eigene Meinung:
"Unter einem guten Stern" von Minnie Darke ist eine Geschichte, deren Themen sich mit der Astrologie und den Sternen beschäftigen. Nicht nur das wundervolle Cover hat mich angesprochen, sondern auch der Klappentext. Die Autorin nimmt uns mit auf eine Reise durch die Sterne in dem sie dem Zuhörer zeigt, wie sehr manche Menschen an ihr Horoskop glauben und andere wiederum diese Vorhersagen unterschätzen. Daher sind Justine und Nick die perfekten Protagonisten dafür. Während die junge Frau eine leidenschaftliche Skeptikerin gegenüber dieser astrologischen Prophezeiungen ist, trifft der angehende Schauspieler seine Entscheidungen nur aufgrund seines Horoskops. 
Minnie Darke hat mich von Beginn an mit ihrem Roman verzaubert. Sie schreibt sehr detailreich und genau, sodass man als Zuhörer die einzelnen Szenen bildhaft vor Augen hat. Leider hatte dies hin- und wieder zur Folge, dass kleine Längen entstanden sind und die Autorin sich fast in den Einzelheiten verlor. Positiv hingegen waren die Charaktere ihrerer Figuren. Diese wurden liebevoll und authentisch ausgearbeitet, sodass ich für Nick und Justine große Sympathie hegte. Leider muss ich anmerken, dass ich mit der Stimme von der Synchronsprecherin Yara Blümer nicht ganz zurecht kam. Ihre hohe, leicht kratzige, schrille bzw. aufgeweckte Stimme passte für meinen Geschmack nicht zu dieser warmherzigen, nahezu träumerischen Liebesgeschichte. 
Fazit: Ein liebevoller, herzlicher Wohlfühlroman der amüsant ist und einige Überraschungen für den Zuhörer bereithält. 
Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sternen

Mittwoch, 6. November 2019

DIARY: Besuch bei Alfred Riepertinger's Autorenlesung zum Buch "MUMIEN" / Führung durch die Pathologie des Klinikums Schwabing + Führung durch die Siegfried Oberndorfer-Lehrsammlung

Hallo meine Lieben,

wie ich bereits vor ein paar Tagen auf meinem Instagram-Account angekündigt habe, möchte ich hier auf meinem Blog über die beiden Veranstaltungen von Alfred Riepertinger berichten, die ich Ende Oktober besucht habe. Erst war ich am 19.10.2019 auf der Autorenlesung zu seinem zweiten Buch "MUMIEN". Knapp eine Woche später am 24.10.2019 fuhr ich mit dem Zug ins Klinikum Schwabing, da der Oberpräparator eine Führung durch die Pathologie und der Siegfried Oberndorfer-Lehrsammlung anbot. 
Da das Thema bei manchen gemischte Gefühle auslöst, fasse ich alles bündig in diesem XXL-Beitrag inklusive ausreichendem Bildmaterial zusammen. 

Autorenlesung "MUMIEN"  (19. Oktober 2019)

Spannende Todesfälle, geheimnisvolle Leichname - mit einem Präparator auf Spurensuche in alten Grüften.


Am Samstag, den 19. Oktober 2019 besuchte ich die Lesung von Oberpräparator Alfred Riepertinger. Dort stellte er sein zweites Buch "MUMIEN" vor, welches ich bereits gelesen und rezensiert habe. (Meine Rezension dazu findest Du *hier*) Die Veranstaltung wurde von dem Kulturverein Schöngeising (KuScha) organisiert. Die verantwortlichen Personen begrüßten mich ausgesprochen freundlich und zuvorkommend. Selten, dass ich solchen herzlichen Menschen begegnet bin die mich sofort in ihre Gespräche miteinbezogen haben. So kam es, dass ich mich dort auf Anhieb wohl fühlte. 
Das Ambiente des Bürgersaals war schlicht, aber trotzdem sehr geschmackvoll dekoriert. Auf sämtlichen Tischen standen echte Teelichter in Gläsern und kleine Schälchen mit diversen Knabbereien, welche für eine gemütliche Atmosphäre sorgten. Auch gab es eine kleine Getränkebewirtung, sodass es den Besuchern an nichts fehlte. Weil ich nach Schöngeising ca. 50 Minuten Fahrtzeit einkalkulieren musste, und ich den Verkehr auf der Münchner Autobahn bzgl. Stau nicht einschätzen konnte, bin ich lieber früher von Zuhause losgefahren und war letztendlich knapp eine Stunde vor Beginn am Treffpunkt.


Da freie Platzwahl herrschte, setzte ich mich in die erste Reihe, damit ich alles gut sehen und fotografieren konnte. Nach und nach kamen auch die anderen Gäste und der Saal füllte sich kontinuierlich. Um Punkt 20:00 Uhr begann dann Alfred Riepertinger mit seiner Lesung. Die Buchpräsentation war sehr informativ gestaltet. Er las abwechselnd aus seinem Buch vor und blendete zu den passenden Passagen Bilder über eine Leinwand ein, damit das vorgelesene Wort Gestalt annahm. Das Ganze peppte der Oberpräparator gekonnt mit unterhaltsamen Anekdoten aus seinem Leben und Arbeitsalltag auf, was immer wieder bei seinem Publikum für schmunzeln sorgte. 


Er berichtete von seinen Gänsehautmomenten wenn er alte Grüfte und Särge öffnet- in der Hoffnung, geschichtliches Hintergrundwissen von den sterblichen Überresten zu erhalten. Des Weiteren erzählte er uns was es mit der Mumifizierung auf sich hat und welche Umstände dafür sorgen, dass es überhaupt zu diesem eindrucksvollen Prozess kommt. Auch gewährte er Einblick in seine Erfahrungen und angewandten Techniken. Ein faszinierender, hoch interessanter und verblüffender Vortrag- welcher mit Wortwitz, Charme und Humor pietätvoll den Gästen nahegebracht wurde. Der Abend verlief spannend und unerwartet amüsant. Durch seine ruhige aber manchmal sarkastische Art gab er dem Thema eine gewisse Leichtigkeit, sodass das Wort "Tod" nicht mehr so hart auf die Menschen einwirkte. 


Doch die Lesung selbst blieb leider nicht ohne Zwischenfall: Meine Sitznachbarin hat während der Veranstaltung angefangen zu häkeln, was ich persönlich total unpassend und unfreundlich fand. Immer wieder hat sie aus ihrem Stoffbeutel die unterschiedlichsten Utensilien herausgenommen. Entweder die Schere, die Wolle oder weitere Quadrate die sie einhäkeln wollte, sodass ich mich zum Schluss mit dem Rücken zu ihr hinsetzte, weil ich es echt als störend empfand. Wie dem auch sei hat sie es tatsächlich geschafft, ihre kompletten Granny Square-Quadrate in Flammen zu setzen. Anfangs hat das niemand gemerkt, da selbstverständlich alle Blicke auf Alfred Riepertinger gerichtet waren, aber als es dann extrem zum Stinken anfing, war das Unglück schon längst passiert. Die Münchner Koryphäe meinte daraufhin, dass noch nie bei ihm ein Vortrag in Flammen aufging. Mit seinem trockenen Humor löste sich die kurzfristig aufgekommene Anspannung und die Veranstalter löschten gemeinsam mit meiner Sitznachbarin den Brand und reinigten alles. 
Zum Glück wurde niemand verletzt. Nach einer kurzen Unterbrechung ging die Lesung nahtlos weiter. Dass die Dame anschließend seelenruhig weiterhäkelte, fand ich wirklich mehr als fragwürdig. Ich habe dann das Teelicht meiner Sitznachbarin vorsichtshalber ausgepustet, damit sich das Ganze nicht nochmals wiederholt. Nachdem Riepertinger fragte ob sämtliche Brandgefahren und Feuerstellen eliminiert wurden und ich es bejahte, nahm der Abend seinen geplanten Verlauf bis zum Schluss. 


Zum krönenden Abschluss gab es dann noch ein Selfie mit Riepertinger und ich bekam das Werbeplakat vom Kulturverein geschenkt, worüber ich mich riesig gefreut habe. 
Riepertinger überzeugte mit seiner Lesung, seiner sympathischen Art und seinem grandiosen Humor.


Führung durch die Pathologie des Klinikums Schwabing und durch die Siegfried Oberndorfer-Lehrsammlung am Institut für Pathologie (24.Oktober 2019)

Knapp eine Woche später, am 24. Oktober 2019 besuchte ich die Siegfried Oberndorfer-Lehrsammlung am Institut für Pathologie, sowie die anschließende Führung durch den sagenumwobenen Seziersaal. 
Zuerst fuhr ich von meinem Heimatbahnhof ca. eine Stunde mit dem Zug nach München und dann weiter mit der U-Bahn nach Schwabing. Das Klinikum ist ein riesiger Komplex, der nahezu aus einem eigenen Dorf in dieser Großstadt besteht. Zum besseren Verständnis, habe ich den Lageplan fotografiert.


Mein Ziel war das Haus 32 EG am Kölner Platz (siehe gelbe Markierung). Da ich vom Haupteingang aus kam, musste ich durch den kompletten Trakt laufen, was durch die vielen Häuser und anknüpfenden Gänge sehr verwirrend war. Doch zum Glück habe ich den Treffpunkt rechtzeitig gefunden.  

Haupteingang (Haus 20 siehe Lageplan)



Pathologisches Institut (Haus 32 siehe Lageplan)


Um 18:30 Uhr öffnete Riepertinger die Türe und bereits im Gang konnten wir Besucher die ersten Vitrinen mit sämtlichen Utensilien und Raritäten aus einer längst vergangenen Zeit bewundern. Alte Sargnägel, Spritzen, Gefäße, Dokumente und vieles mehr wurden hinter Glas fein säuberlich platziert und ausgestellt. 








"Hic gaudet mors succurrere vitae" 
(Hier freut sich der Tod, dem Leben zu dienen) 
(Dieser Spruch prankt an einer Wand, bevor man die Siegfried Oberndorfer Lehrsammlung betritt)

Ehe es mit der Führung losging, durften wir unsere Jacken, Mäntel und Taschen ablegen, was ich persönlich super fand. Anschließend gingen wir Besucher eine Treppe hinunter die in den Keller führte. Dort wurden in unterschiedlichen Vitrinen und Räumen die Siegfried Oberndorfer-Lehrsammlung ausgestellt, welche 1910 von dem damaligen Leiter Prof. Siegfried Oberndorfer eingerichtet wurde. Mittlerweile befinden sich in den Räumlichkeiten knapp 1200 pathologische bzw. anatomische Präparate die von Operationen und diversen Obduktionen stammen. Einige Exponate sind unter anderem Schenkungen und Dauerleihgaben von anderen Instituten. 
Es sind Präparate zu sehen, die mit den Präparations- und Konservierungstechniken Mazeration, Jores II und Kaiserling, Aufhellung nach Spalteholz, Mumifikation, Trocknung, Korrosion, Injektion, Plastination und per Abguss hergestellt sind. Die ältesten Präparate stammen aus dem 19. Jahrhundert, eine Mumienhand sogar auf ca. 1500 v. Christus datiert. (Quelle: Flyer Medizinische Präparate für die Ewigkeit)

Des Weiteren sieht man dort auch sämtliche Hilfsmittel der Medizintechnik wie zum Beispiel die ersten Herzschrittmacher, Pessaren, Prothesen, Fixateuren und Stents. 

Aus Pietätsgründen und zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte der Verstorbenen durfte man in der Präparatensammlung verständlicherweise weder Filmen noch Fotografieren. Wer also Interesse an diesem höchst interessanten Thema hat, sollte sich unbedingt diese Führung ansehen. Es lohnt sich.
Während der Betrachtung der Präparate, erzählte Riepertinger vereinzelte Schicksale die unter anderem zum Tod dieser Personen geführt haben. Auch erklärte er uns was es mit dem Münchner Herz auf sich hat oder was eine Fettleber ist und wie man diese erkennt. Für mich war es eine Besonderheit einige Mumienstücke zu sehen die über 3500 Jahre alt sind, sowie die originalen Gebeine von "Dem Riesen vom Tegernsee" Thomas Hasler.
Nachdem Riepertinger uns Besuchern genug Zeit gab um sich die historisch-pathologische Sammlung ganz in Ruhe anzusehen, ging es wieder hinauf in den für mich spannendsten Raum -  nämlich in den Sektionssaal. 


Dieser Raum ist beängstigend und faszinierend zugleich- zumindest empfinde ich es so. Für Krimifans dürfte der Sektionssaal jedoch nicht völlig unbekannt sein. Vereinzelte Szenen zu den bekannten Serien wie Aktenzeichen XY- ungelöst, Polizeiruf 110, Der Alte sowie die Kinofilme von Rita Falk werden hinter dieser Türe regelmäßig gedreht. Auch an diesem Abend war kurze Zeit vorher ein Filmteam vor Ort, um den neuesten Eberhofer-Krimi zu drehen. 







Sämtliche Gerätschaften die zum Sezieren benötigt werden, finden hier ihren Platz. Es ist anzumerken, dass die Verstorbenen mit einer ganz normalen, gewachsten Paketschnur zugenäht werden. Die Nadeln sind geschwungen und lassen sich gut auf den Bildern erkennen. 






Auf den vier Edelstahltischen sind jeweils die Bestecke, Scheren (Rippenscheren, Kopfscheren etc.) und Schöpfkellen fein säuberlich platziert worden. 
Faszinierend fand ich persönlich die roten Handschuhe, die eine spezielle Schicht bzw. Textur vorweisen, damit der Präparator präzise arbeiten kann. Übrigens hat die Farbe rot auf Nachfrage keinerlei Bedeutung. Es hätte auch jede andere Nuance sein können. 





Leider war um 20:00 Uhr die Führung dann schon vorbei. Es war ein wirklich spannender, informativer und toller  Abend, auch wenn man sich immer wieder ins Bewusstsein rufen sollte, wie wichtig und besonders diese Arbeiten sind, die Alfred Riepertinger und sein Team Tag für Tag leisten. 
Leider teilte uns Riepertinger mit, dass er seit diesem Jahr in den Unruhestand getreten ist und sich nur noch zeitweise im Klinikum Schwabing aufhält. Falls es dem Oberpräparator bei seiner vielen freien Zeit nun langweilig werden sollte hätte ich schon einen Vorschlag: ein neues Buch schreiben, denn ich bin mir sicher, die Münchner Koryphäe hätte genug Erzählstoff für weitere Bände. 



Zusätzliche Informationsquellen:
*klick* -> Für all diejenigen, die nicht aus dem näheren Umkreis stammen, empfehle ich dieses 360°-Video vom BR. Es gewährt einen ausführlichen Einblick in die Thematik und auch in die Räumlichkeiten der Pathologie. 
*klick* -> Auch hier ein sehr spannendes und ausführliche Interview mit Alfred Riepertinger vom SWR1.
*klick* -> Ebenso kann ich dieses Video empfehlen, in dem der Oberpräparator von seinen Tätigkeiten berichtet. Der Fokus liegt dabei auf seinem ersten Buch "Mein Leben mit den Toten"
*klick* -> Wer noch etwas zum Schmunzeln möchte, kann sich gerne das Interview vom ORF1 ansehen. 
(Mit Klick auf die jeweiligen Links wirst Du auf youtube weitergeleitet.)

*klick* Rezension "Mein Leben mit den Toten - Ein Leichenpräparator erzählt" (Band 1)
*klick* Rezension "MUMIEN" (Band 2)

Ich hoffe Euch hat der Einblick gefallen in diesem Sinne;
"Mortui Vivos Docent"
(Die Toten lehren die Lebenden)
(Dieser Spruch prangt über den vier Edelstahltischen im Seziersaal)