Mittwoch, 16. September 2026

Buchrezension: Auszeit im Café am Rande der Welt - Eine Wiederbegegnung mit dem eigenen Selbst (Teil 3) von John Strelecky

Auszeit am Café am Rande der Welt -
Eine Wiederbegegnung mit dem eigenen Selbst

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung
Verlag: dtv Verlag 
Titel: Auszeit im Café am Rande der Welt - 
Eine Wiederbegegnung mit dem eigenen Selbst
Autor: John Strelecky
Erscheinungsjahr: 23. August 2019
Seitenzahl: 160 Seiten
Kapitelzahl: 32 Kapitel
ISBN: 978-3-423-34964-2
Cover: broschierte Ausgabe 
Preis: 11,95 Euro 
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Klappentext:
"Manchmal, wenn man es am wenigsten erwartet, aber vielleicht am meisten braucht, findet man sich an einem unbekannten Ort wieder, mit Menschen, die man gleichfalls nicht kennt, und erfährt neue Dinge. Und wenn man Glück hat, kann man dorthin zurückkehren, wenn man es am nötigsten hat. 
Dies ist die Geschichte meines dritten Besuchs im Café am Rande der Welt."

Inhaltsangabe:
Wenn sich John freiwillig für einen Anzug entscheidet, dann hat dies einen Grund: in diesem Fall war es die Beerdigung seines kürzlich verstorbenen Patenonkels. Mit diesem verbindet der einstige Manager wunderschöner Kindheitserinnerungen, in denen sie gemeinsam mehrere Tage Campingurlaub mitten in der Natur machten. Die enge Bindung hielt auch weiterhin an, als John größer wurde und mit seinem Studium anfing und wegzog. Über einen regelmäßigen Briefkontakt tauschten sich die beiden aus bis dieser mit der Zeit immer weniger wurde - nicht zuletzt, durch John's regelmäßige Umzüge in neue Städte. 
Jetzt, viele Jahre später bereut der inzwischen 50-jährige sich nicht früher bei seinem Patenonkel gemeldet zu haben und bemerkt zum ersten Mal bewusst, wie schnell die Zeit vergeht. Geplagt voller Trauer und Selbstzweifel macht sich der Vater einer inzwischen 8-jährigen Tochter bei strömenden Regen auf den Weg zum Flughafen, da in wenigen Stunden bereits sein Abflug nach Hause zu seiner Familie bevorsteht. Doch die Fahrt mit dem Mietauto dorthin, verläuft alles andere als reibungslos. Nicht nur das immer stärkere werdende Unwetter zwingt John zum Anhalten, auch ein platter Hinterreifen mitten im Nirgendwo und ohne Handyempfang bringen ihn an seine Grenzen. Verzweifelt und genervt versucht er die Autopanne zu beheben. Dabei bekommt John spontan Gesellschaft von der 15-jährigen Hannah, die ebenfalls von dem aufkommenden Unwetter überrascht wurde. 
Auch ihr Fahrrad hat einen Platten, sodass John sich bereit erklärt hat, diese ein Stück mitzunehmen. Gemeinsam fahren die beiden orientierungslos umher, bis der 50-jährige ein bekanntes Licht in der Ferne erblickt. Das Café der Fragen steht nicht unweit von ihm entfernt, sodass er umgehend der Straße folgt die zu dem Lokal führt. 
Mittlerweile zum dritten Mal betritt der Familienvater das mysteriöse Café - dieses Mal in Begleitung der kleinen Hannah, die dem Ganzen äußerst skeptisch gegenübersteht. 
Die spontanen Gäste werden von Casey herzlich begrüßt, sowie von Mike und seiner Tochter der inzwischen 19-jährigen Emma. 
John wird erfahren, was es bedeutet älter zu werden und welche Bereicherung dies für sein eigenes Selbst, aber auch für andere sein wird...

Eigene Meinung:
In John Strelecky's dritten Teil findet der Protagonist John nach weiteren zehn Jahren wieder zurück zum Café der Fragen. Dieses Mal sind die Umstände weniger erfreulich, denn der ehemalige Manager kommt direkt von der Beerdigung seines geliebten Patenonkels. Schmerzlich wird ihm bewusst, wie schnell die Zeit vergangen ist, denn immer wieder treten Erinnerungsfetzen aus seiner Kindheit zum Vorschein, die John mit seinem Patenonkel beim Angeln oder beim Campingurlaub zeigen. Obwohl er nun Vater einer inzwischen 8-jährigen Tochter ist, scheint er erneut orientierungslos zu sein, wie einst vor zwanzig Jahren, als er den Sinn seines Lebens noch nicht erfassen konnte. Mit Hilfe des Lokals und seinen Bediensteten Casey und dem Koch Mike fand John mit 28 Jahren im ersten Teil zurück zu seinem eigenen Selbst. In Band zwei hingegen, wird John sogar selbst zum Mentor und berichtet über seine Erfahrungen und seinem selbst entwickelten Lebensmodell. Doch in diesem Band überkommt dem 50jährigen Mann nun eine Midlife-Crises die seine bisher erlebten Abenteuer in Frage stellen. Erneut müssen Casey und Mike dem verzweifelten Familienvater durch Metaphern und Lebensweisheiten auf die Sprünge helfen, die nicht nur John gedanklich völlig neue Wege aufzeigen, sondern auch dem Leser. Wieder einmal schafft es der Autor in einem stimmungsvollen Ambiente eine lebensbejahende, tiefgreifende Geschichte zu verfassen, die mir wirklich sehr gut gefallen hat. Zwar hätte ich mir gewünscht, noch ein paar weitere Einzelheiten über John und seiner privaten Situation zu erfahren, doch der Autor hat vermutlich ganz bewusst auf diese Fakten verzichtet. So fühlen sich mehr Leser angesprochen und die Geschichte wird nicht mit vielen Kleinigkeiten abgelenkt. 
Nachdem mir der zweite Teil nicht ganz so gefallen hat, konnte mich Strelecky dieses Mal wieder voll überzeugen. Während im Vorgängerband die Szenen teilweise extrem in die Längen gezogen wurden, hat der Autor dieses Mal einzelne Themen nur oberflächlich angedeutet. Manchmal hätte ich mir dann doch noch etwas mehr Input gewünscht. Trotz allem eine bisher sehr gelungene Buchreihe. 
Fazit: Eine seichte Geschichte mit vielen Anekdoten die das Leben beschreiben. Gefühlvoll und inspirierend!
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen 

Anmerkung:
Weitere Rezensionen von John Strelecky:

Sonntag, 13. September 2026

Buchrezension: FLIRTING with MURDER (Band 1) von Amanda Sellet

FLIRTING with MURDER

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung 
Verlag: Loewe Verlag
Titel: Flirting with murder
Autor: Amanda Sellet
Erscheinungsjahr: 10. September 2026
Seitenzahl: 384 Seiten
ISBN: 978-3-7432-2775-0
Cover: broschierte Ausgabe
Preis: 17,95 Euro
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren 
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Klappentext:
WO DIE LEICHE HINFÄLLT...
Für Virginia sind die Sommer bei Großmutter Lainey ein Highlight. 
Denn ihre Oma lebt im Castle Claude, einem alten Schlosshotel, und veranstaltet dort regelmäßig die besten Krimidinner mit ihren Freunden. Doch in diesem Jahr ist der Hotelbesitzer Claude verstorben und die Testamentseröffnung ruft seine humorlose Schwester auf den Plan. Außerdem bekommt Virginia beim Krimidinner Konkurrenz von Felix, dem gut aussehenden Enkel eines anderen Bewohners. 
Und dann taucht im Billardzimmer auch noch eine echte Leiche auf. Virginia ist fest entschlossen, den Mörder zu finden - und sich dabei nicht zu verlieben...
 
Inhaltsangabe: 
Virginia fliegt umgehend nach Florida zu ihrer Großmutter Lainey, nachdem sie erfahren hat, dass Claude verstorben ist. Der an Krebs erkrankte Mann war ein langjähriger Freund der Familie und zugleich Besitzer der berühmten Claude-Villa. 
Das Anwesen war einst ein ehemaliges Hotel mittlerer Preisklasse, dass der exzentrische Mann zu Lebzeiten in ein ungewöhnliches Wohnhaus mit einzelnen Apartments umbauen ließ. Farbenfroh, extravagant und ein wenig schrill widerspiegeln die Räumlichkeiten den Charakter des Verstorbenen. 
Bei der Verlesung seines Testaments im Speisesaal durch den Anwalt treffen die Bewohner und Angehörigen zum ersten Mal aufeinander. Unter ihnen befindet sich auch Claude’s Schwester Bernie, die gemeinsam mit ihrem Stiefneffen Bradly angereist ist. Zwischen den Geschwistern hätten die Unterschiede kaum größer sein können, denn während Claude sein Leben in vollen Zügen gelebt hat, wirkt Bernie eher trist und verschwindet im Schatten ihres extrovertierten Bruders. 
Ausgerechnet sie soll nun Claudes Penthouse im obersten Stockwerk erben. Sein letzter Wille ist aber an eine Bedingung geknüpft, nämlich dass Bernie für eine gewisse Zeit in seinem Penthouse leben muss um sich mit Oma Lainey und den anderen Mitbewohnern anzufreunden. Eine Zumutung für die die Erbin wenig Begeisterung zeigt, da sie bereits ganz genaue Vorstellungen hat was mit dem Anwesen in naher Zukunft geschehen soll. 
Zusätzlich hat sich Claude als letzten Willen sein legendäres Krimidinner-Spiel „Killing Me Softly“ gewünscht, bei dem die Bewohner in unterschiedliche Rollen hineinschlüpfen müssen und sich anschließend gemeinsam auf die Suche nach einem fiktiven Mörder begeben. 
Zunächst klingt alles nach einem amüsanten Abend, doch dieser nimmt schon bald eine unerwartete Wendung, als plötzlich im Billardzimmer der Claude-Villa eine echte Leiche entdeckt wird. Und schnell wird klar, dass der Mörder einer von ihnen sein muss…
 
Eigene Meinung:
„Flirting with Murder“ von Amanda Sellet ist der erste Band einer neuen Buchreihe. Die Protagonisten sind zum einen die aufgeweckte Virginia, die nach Florida fliegt um ihre Großmutter Lainey in der Claude-Villa zu besuchen, sowie Felix, der ebenfalls anreist um seinen Großvater zu sehen der eine Wohnung auf dem Anwesen besitzt. 
Als letzten Willen wünscht sich der verstorbene Gründer Claude von seinen Freunden und Mitbewohnern eine Runde seines legendären Krimidinnerspiels „Killing Me Softly“, bei dem er die Rollen jedem vorab zugeteilt hat. Während die Freunde zunächst einen amüsanten Abend verbringen und nach einem fiktiven Mörder fahnden, taucht im Billardzimmer plötzlich eine echte Leiche auf. Schnell wird allen klar, dass der Täter unter ihnen weilt. 
Mir hat besonders gut der Schreibstil der Autorin gefallen. Zu Beginn erzählt Sellet die Geschichte frech, spritzig und sehr erfrischend. Die Dialoge sind ein gekonnter Schlagabtausch zwischen zwei Teenagern, die noch nicht so recht mit ihren Gefühlen umzugehen wissen. Dies führt dazu, dass die Atmosphäre trotz des Themas eine gewisse Leichtigkeit beibehält. Doch im Laufe der Handlung lässt dieser jugendliche Charme leider nach. 
Mit Virginia hatte ich leider meine Schwierigkeiten. Ihre Art empfand ich stellenweise als anstrengend und für ihr Alter nicht besonders reif, wodurch ich zu ihr keinen richtigen Zugang gefunden habe. Felix hingegen war mir sehr sympathisch und mein persönlicher Held des Buches. 
Des Weiteren wurden für meinen Geschmack sowohl die Ermittlungen rund um den echten Todesfall als auch das Krimidinnerspiel zu wenig ausgearbeitet. Hier wurde eindeutig Potenzial verschenkt, denn die beiden Handlungsstränge hätten durchaus gute Ansätze gehabt. Auch der Spannungsbogen war nicht durchgehend überzeugend. 
Fazit: Ein spritziger Auftaktband bei dem leider Potenzial verschenkt wurde. 
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen 

Sonntag, 6. September 2026

Buchrezension: Wiedersehen im Café am Rande der Welt - Eine inspirierende Reise zum eigenen Selbst (Teil 2) von John Strelecky

Wiedersehen am Café am Rande der Welt -
Eine inspirierende Reise zum eigenen Selbst

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung
Verlag: dtv Verlag
Titel: Wiedersehen am Café am Rande der Welt -
Eine inspirierende Reise zum eigenen Selbst
Autor: John Strelecky
Erscheinungsjahr: 08. September 2017
Seitenzahl: 288 Seiten 
Kapitelzahl: 57 Kapitel
ISBN: 978-3-423-94896-6
Cover: broschierte Ausgabe
Preis: 11,95 Euro
Quellenangabe: Hier geht's zum Verlag

Klappentext:
Einst war der Erzähler John ein gestresster Manager, heute führt er ein ausgeglichenes und glückliches Leben. Während einer Radtour auf Hawaii stößt er zufällig wieder auf das Café am Rande der Welt, das ihn so nachhaltig verändert hat. In dem Café begegnet er der unglücklichen Jessica. 
Von morgens bis abends eingebunden in einem stressigen Job tut sie das, was andere von ihr erwarten, hat dabei aber ihre eigene Ziele und Wünsche aus den Augen verloren. John wird zu ihrem Mentor und hilft ihr, sich auf das, was wirklich zählt, zu besinnen. 

Inhaltsangabe:
An einem schicksalshaften Tag beschließt John eine ausgiebige Radtour durch Hawaii zu unternehmen ohne Zeitdruck und ohne eine vorgeschriebene Route. Besonders die abgelegenen Straßen reizen den einstigen Manager sehr, da sie ihn meist zu den schönsten Stellen der Insel führen.
Inzwischen sind zehn Jahre vergangen, seit John das Café der Fragen zuletzt besucht hat. Dank diesem mysteriösen Abend hat er seinem beschwerlichen Alltagstrott den Kampf angesagt und sich für ein unkonventionelles Lebensmodell entschieden. Dieses zeichnet sich aus, in dem John zwölf Monate lang arbeitet und Rücklagen bildet, um im darauffolgenden Jahr ausschließlich zu reisen. Daher hat der junge Mann auch schon viele Abenteuer erlebt - unter anderem diverse Streifzüge durch den Dschungel von Borneo, eine Safaritour in Namibia, sowie eine dreimonatige Fahrradabenteuerreise durch Malaysia und Indonesien. Ehe sich nun sein Reisejahr dem Ende neigt, möchte John noch ein paar zusätzliche Wochen auf Hawaii verbringen, bevor er seinen Heimweg antritt. Während seiner Radtour auf einem entlegenen Teil der Insel überkommt ihm plötzlich ein Déjà-vu-Erlebnis, denn nicht unweit von ihm entfernt entdeckt er plötzlich das Café am Rande der Welt. Sowohl die Außenfassade, als auch die Inneneinrichtung mit den roten Sitznischen und den verchromten Barhockern sehen aus wie damals, als John zuletzt diesen magischen Ort betreten hat. Selbst die dort angestellte Bedienung Casey hat sich optisch kaum verändert. Sofort herrscht zwischen den beiden eine vertraute Bindung, sodass der ehemalige Manager von seiner lebensveränderten Entwicklung berichtet. Doch dieses Mal wird John nicht als Gast empfangen, sondern soll stattdessen Casey in der Küche helfen. Diese erwartet nämlich in Kürze einen speziellen Gast. 
Jessica, eine junge Frau im Businesskostüm betritt unsicher das Lokal. Abgehetzt und ausgelaugt lässt sich die junge Frau von Casey überreden einen heißen Kaffee zu trinken. Ehe sich Jessica versieht, wird sie von dem Wunder des Ortes eingehüllt. John, der von der Küchentheke aus alles beobachtet hat, weiß ganz genau, wie sich die abgekämpfte Frau bei ihrer Ankunft im Café fühlt und nimmt sich ihr schließlich an. Im Laufe des Tages durchlebt Jessica eine erstaunliche Entwicklung die dafür sorgen wird, dass sie endlich ihr Leben wieder selbst in die Hand nimmt um zu ihrem eigenen "Ich" zurückzufinden...

Eigene Meinung:
Wiedersehen im Café am Rande der Welt ist John Strelecky's zweites Buch einer bisher vierteiligen Reihe. Erneut trifft der Leser auf den bereits bekannten Protagonisten John, der kurz nach seinem Besuch in dem mysteriösen Cafè am Rande der Welt eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht hat. Anstatt einen tristen Arbeitsalltag im Büro zu verbringen mit unbequemen Schuhen und gestärkten Hemden- der zudem kräfteraubend und deprimierend ist, entwickelt John ein Lebensmodell, welches für ihn geeigneter erscheint. Der einstige Manager fühlt sich inzwischen sichtlich wohl in seiner Haut und der Leser profitiert ab der ersten Seite von seiner leichten und in sich ruhenden Einstellung. Doch was der junge Mann noch nicht ahnt: Nach über einem Jahrzehnt taucht das Café in einem völlig entlegenen Teil der Insel plötzlich wie aus dem Nichts auf, welches genauso aussieht wie damals. Dieses Mal übernimmt John die Rolle des Mentors. 
Jessica, eine junge Geschäftsfrau und aktueller Gast des Lokals steckt im selben Dilemma wie einst er selbst. Unterstützung bekommt John von Casey und Mike -dem ehemaligen Koch des Lokals-, sowie von dessen kleinen Tochter. 
Die Geschichte in diesem Buch fand ich im Vergleich zum Vorband sehr schleppend geschrieben. Viele Themen wurden mehrmals aufgegriffen, sodass sich der Unterhaltungswert etappenweise in Grenzen hielt. Die Grundidee fand ich wie auch schon im ersten Teil sehr gut, doch die geschichtliche Umsetzung war meiner Meinung nach nicht ganz gelungen. Einige von Strelecky's beschriebenen Szenen fand ich unrealistisch, sowie das siebenjährige, altkluge Mädchen namens Emma, die sich wie eine Erwachsene benahm und sich auch so ausdrückte. 
Nichtsdestotrotz glänzt der Autor mit einer lockeren Geschichte die inhaltlich viele Lebensweisheiten zutage bringt, die automatisch zum Umdenken des eigenen Lebensstil anregen. 
Fazit: Trotz mehrerer inhaltlicher Durststrecken ein Buch welches zum Nachdenken des eigenen Lebensstil animiert. 
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen 

Anmerkung:
Weitere Rezensionen von John Strelecky: 

Sonntag, 30. August 2026

Buchrezension: 8 UHR SCHNITT von Michael Leschinski

8 UHR SCHNITT

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Verlag: Morio Verlag
Titel: 8 Uhr Schnitt
Autor: Michael Leschinski
Erscheinungsjahr: 15. Dezemeber 2025
Seitenzahl: 332 Seiten
Kapitelzahl: 37 Kapitel
ISBN: 978-3-949749-26-1
Cover: broschierte Ausgabe
Preis: 20,00 Euro
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Klappentext:
Der Chirurg Dr. Christian Högner will nach oben. In der Klinik gilt er als talentiert. 
Doch dann wird er Zeuge eines Mordes. 
Der Leitende Oberarzt verletzt vorsätzlich das Blutgefäß eines Patienten. In der Chirurgie hüllt man sich in Schweigen. Aber Högner will diese eiserne Regel brechen und gerät in Verdacht, ein Nestbeschmutzer zu sein. Seine Karriere scheint vorbei. Schließlich wird Christian mit einem Sonderauftrag in eine Klinik für Superreiche geschickt. Das Instituzione behandelt psychische Störungen und Suchterkrankungen der "oberen Zehntausend". Hier gibt es keine Krankengeschichten, keine Krankenschwestern, keine Pfleger. Die Identität der Patienten erfährt man nicht. 
Spannend und mit Insiderwissen erzählt der Arzt Michael Leschinski von der Welt der Mediziner, von Intrigen und von den Unwägbarkeiten in der Liebe...
 
Inhaltsangabe:
Dr. Christian Högner sieht nicht nur gut aus, sondern ist intelligent, ehrgeizig und bei seinen Kollegen hoch angesehen. Mit gerade einmal 33 Jahren hat der talentierte Mediziner seine Facharztausbildung für Viszeralchirurgie erfolgreich abgeschlossen und es scheint so, als würde ihm eine glänzende Karriere bevorstehen. Doch eine angesetzte Operation um acht Uhr morgens wird sein Leben für immer verändern.
Bei dem Eingriff soll einem 63-jährigen Banker ein großflächiger, zentral sitzender Lebertumor entfernt werden. Unter der Leitung des Oberarztes Professor Achim Riedl -einem erfolgreichen Leberchirurgen- scheint zunächst alles nach Plan zu verlaufen. Doch Christian beobachtet einen folgenschweren Schnitt an einem Gefäß, wodurch der Patient kurze Zeit später verstirbt. Als die Staatsanwaltschaft aufgrund eines anonymen Hinweises die Ermittlungen aufnimmt, gerät ausgerechnet Christian ins Visier. Der Verdacht, er habe seinen Vorgesetzten verraten kostet ihm nicht nur seinen guten Ruf, sondern auch das Vertrauen der Kollegen was eine Suspendierung vom Dienst zur Folge hat.
Durch Zufall begegnet Christian seiner Jugendliebe Melanie, durch die der junge Mediziner einflussreiche Persönlichkeiten kennenlernt, unter anderem Professor Scharping. Dieser behandelt in seiner Klinik prominente Patienten, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit Hilfe suchen. Christian wird in jener Klinik eingestellt und schafft es beruflich wieder Fuß zu fassen. Professor Scharping, der mit der Arbeit seines jungen Arztes zufrieden ist, bittet Christian für ein Jahr nach La Maddalena zu gehen, um seinen Kollegen Professor Francesco Manna zu unterstützen, der eine Klinik für Suchtkranke und Patienten mit psychischen Problemen führt. Obwohl dieses Fachgebiet für den 33-jährigen völlig neu ist, wittert er seine Karrierechancen und nimmt die Herausforderung schließlich an.
Doch auch auf Sardinien findet er keine Ruhe, als dort plötzlich ein Patient tot aufgefunden wird. Christian gerät in den Fokus der Ermittler, da alle Spuren am Opfer direkt zu ihm führen. Erneut muss der junge Arzt um seine berufliche Zukunft, seine Freiheit und um seine Liebe kämpfen… 
 
Eigene Meinung:
Der Tod eines Patienten während einer Operation gehört zu den schwerwiegendsten Komplikationen - Exitus tabula, wie es in der Medizin heißt. Und genau dies wird dem 33-jährigen Facharzt Christian Högner zum Verhängnis, als er mitansehen muss, wie sein Vorgesetzter während einer Operation einen falschen Schnitt an einem Gefäß setzt. Denn mit dem Tod des Patienten beginnt für Christian ein Kampf um seine berufliche Existenz, die ihn auf so manche Irrwege führt und ihn in die Abgründe menschlichen Abschaums blicken lässt.
Egal wohin es ihn verschlägt, der nächste Schicksalsschlag scheint bereits auf ihn zu warten. Zuletzt wird sogar ein Patient tot aufgefunden- erdrosselt mit Christians eigenem Gürtel.
„8 Uhr Schnitt“ von Michael Leschinski ist ein spannender Thriller, der einen interessanten Blick hinter die Kulissen des Klinikalltags gewährt.
Besonders gefallen hat mir, dass der medizinische Bereich nicht nur als reine Kulisse für einen Kriminalfall dient, sondern die hierarchischen Strukturen eine große Rolle spielen. Dass „die Götter in Weiß“ vor Macht, Skrupellosigkeit und Betrug nicht zurückschrecken, legt Leschinski in diesem Buch glaubwürdig dar. Der Protagonist ist eine interessante Hauptfigur mit Ecken und Kanten. Gerade seine Bemühungen beruflich wieder Fuß zu fassen machen deutlich, wie schnell ein einziger Vorfall das gesamte Leben verändern kann. Doch kaum scheint sich die Situation zu beruhigen, wartet bereits das nächste Drama auf Dr. Högner. Insgesamt konnte mich das Buch durchaus überzeugen, auch wenn der Autor gerne mal an der ein oder anderen Stelle zu viel Zeit in Rückblenden und Personenverhältnisse investiert.
Fazit: Ein spannender Thriller für Medizinfans, die auf blutige Effekte verzichten und mehr die menschlichen Abgründe unter die Lupe nehmen wollen. 
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen  

Sonntag, 23. August 2026

Buchrezension: Das Café am Rande der Welt - Eine Erzählung über den Sinn des Lebens (Teil 1) von John Strelecky

Das Café am Rande der Welt -
Eine Erzählung über den Sinn des Lebens

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung
Verlag: dtv Verlag 
Titel: Das Café am Rande der Welt -
Eine Erzählung über den Sinn des Lebens
Autor: John Strelecky 
Erscheinungsjahr: 01. Februar 2007
Seitenzahl: 128 Seiten
Kapitelzahl: 16 Kapitel
ISBN: 978-3-423-20969-4
Cover: broschierte Ausgabe
Preis: 9,95 Euro 
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Reihenfolge der "Café am Rande der Welt"-Reihe:

Klappentext:
Im Leben ankommen
In einem kleinen Café  am Rande der Welt wird John, ein stets gestresster Manager, mit Fragen nach dem Sinn des Lebens konfrontiert. Diese führen ihn gedanklich weit weg von seiner Bürotage an die Meeresküste von Hawaii. Dabei verändert sich seine Einstellung zum Leben und zu seinen Beziehungen, und er erfährt, wie viel man von einer weisen grünen Meeresschildkröte lernen kann. So gerät diese Reise letztlich zu einer Reise zum eigenen Selbst. 

Inhaltsangabe:
Sonne, Strand und vor allem eins: Erholung. Mit diesen Gedanken macht sich John auf den Weg in den Urlaub. Für eine Woche soll es nach Hawaii gehen um dort wieder zu Kräften zu kommen. Gut vorbereitet mit einer aus dem Internet ausgedruckten Landkarte macht sich der erfolgreiche Manager per Auto auf den Weg. Doch schon bald kommt er auf dem Highway in einen Stau der ihn zum Umkehren zwingt. Ohne einen Reiseatlas im Gepäck fährt John stundenlang orientierungslos umher, bis es nicht nur allmählich immer dunkler wird und er Hunger bekommt, sondern auch sein Tank sich langsam dem Ende neigt. 
Völlig verzweifelt und genervt von der scheinbar ausweglosen Situation biegt der 28-jährige an einer Kreuzung links ab und bemerkt einige Meilen später plötzlich in der Ferne ein Licht. Voller Hoffnung fährt John darauf zu und findet zu seiner Erleichterung dort ein weißes, rechteckiges Gebäude das mit blauen Neonröhren auf dem Dach den Namen des Objekts preisgibt - Café der Fragen. John betritt das einsam gelegene Lokal welches im amerikanischen 50ger Jahre Stil eingerichtet ist. Sofort kommt Casey -die Kellnerin- auf den neuen Gast zu und bringt ihm die Speisekarte. Neben der Aufzählung der einzelnen Mahlzeiten bemerkt John hierauf drei Lebensfragen die ihn irritieren. Nach kurzem Zögern bestellt er trotz später Abendstunde ein großes Frühstück. Während des Essens befasst sich der Manager mit den Fragen auf der Menükarte und reflektiert zum ersten Mal sein bisher geführtes Leben.
Unterstützung bei seinen Denkanstößen erhält er von Casey, dem Koch und dem Ladenbesitzer Mike sowie von einem Gast namens Anne. 
Der Abend nimmt für John eine schicksalshafte Wendung und ehe er sich versieht, beginnt nicht nur ein neuer Tag, sondern für John auch ein neues Lebensgefühl...

Eigene Meinung:
Das Café am Rande der Welt ist der erste Teil einer Buchreihe von John Strelecky. Protagonist der Geschichte ist John, ein erfolgreicher Manager der völlig ausgelaugt für eine Woche Urlaub machen möchte. Durch Umwege kommt der 28-jährige direkt am Café der Fragen vorbei, welches völlig abgelegen irgendwo im Nirgendwo zu finden ist. 
Zunächst scheinen seine Nerven blank zu liegen, denn er hat sich völlig verfahren, ist hungrig und sein Benzin auf der Reserve. Als er neben den Speisen drei Lebensfragen auf der Menükarte liest, nimmt er sich diesen an und erfährt dabei erstaunliches. 
Obwohl das Büchlein mit seinen 128 Seiten eher schmal ist, so hat es der Inhalt wirklich in sich. Der Schreibstil ist flüssig und die Erzählweise angenehm, sodass man sich schleichend auf die tiefgründigeren Gespräche der Protagonisten einstellen kann. Die philosophischen Denkanstöße wirken nicht übertrieben, sondern werden spielerisch durch Metapher integriert die dazu animieren sich wie John zu reflektieren. Besonders gefällt mir, dass Strelecky nicht in esoterische Theorien und Klischees abdriftet, sondern stets auf dem Boden der Tatsachen bleibt und der Handlung genug Spielraum für eigene Interpretationen gibt. 
Fazit: In der Einfachheit liegt der Schlüssel: Eine seichte Geschichte die dazu animiert sein eigenes Leben zu reflektieren und zu hinterfragen. 
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen 
 
Anmerkung:
Weitere Rezensionen von John Strelecky: 

Sonntag, 16. August 2026

Buchrezension: Das Deutschland Backbuch - die besten Rezepte für Kuchen, Torten, Brote und vieles mehr von Jürgen Krauss

Das Deutschland Backbuch -
die besten Rezepte für Kuchen, Torten, Brote und vieles mehr


Infos zum Buch:

unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar 
Verlag: Südwest Verlag
Titel: Das Deutschland Backbuch -
die besten Rezepte für Kuchen, Torten, Brote und vieles mehr
Autor: Jürgen Krauss
Erscheinungsjahr: 10. September 2025
Seitenzahl: 208 Seiten
ISBN:978-3-517-10356-3
Cover: gebundene Ausgabe
Preis: 25,00 Euro
Quellenangabe / Interesse geweckt? Hier geht's zum Verlag
 
Klappentext:
Backen Sie mit Jürgen* unwiderstehliche Köstlichkeiten wie Schwarzwälder Kirschtorte, Bienenstich, Streuselkuchen und Käsesahne... oder klassisches Festtagsgebäck wie Lebkuchen, Stollen und Plätzchen. Und für alle, die etwas Herzhaftes bevorzugen, hat er Rezepte für knusprige Brezen, hauchdünne Flammkuchen, schwäbische Seelen und einen saftigen Zwiebelkuchen aus seiner Familienrezept-Schatztruhe gezaubert. Märchenhafte Fotos wecken süße Kindheitserinnerungen und detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitungen lüften so manches Backgeheimnis. 
 
*Der Physiker, Posaunist und Backautodidakt wurde in England als Jürgen the Bread bekannt, als er mit seinem Charme, seinen ausgeklügelten Rezepten und seinem wisenschaftlichen Know-how die Herzen des Publikums bei der britischen Backshow "The Gread British Bake Off" eroberte.  
 
Aufbau / Inhalt:
  • Einleitung
  • Waffeln, Küchle und Dampfnudeln
    (z.B. Apfelküchle, Strieberle, Grießschnitten, Omas Waffeln, Dampfnudeln uvm.)
  • Blechkuchen 
    (z.B. Einfacher Streuselkuchen, Streuselkuchen mit Obst, Donauwellen, Butterkuchen uvm.)
  • Kuchen und Torten
    (z.B. Schwarzwälder Kirschtorte, Bienenstich, Herrentorte, Sachertorte, Prinzregententorte, Gebackener Käsekuchen, versunkener Apfelkuchen, Linzertorte uvm.)
  • Süße und herzhafte Brote und Brötchen
    (z.B. Schwäbische Seelen, Milchbrötchen, Laugenbrezeln, Flammkuchen, Gugelhupf, Schokoladen-Babka, Rosinenzopf, Quark-Streusel-Kolatschen, Puddingplunder uvm.)
  • Festliches Gebäck
    (z.B. Neujahrsbrezel, Mutzenmandeln, Scherben, Osterzopf mit Joghurt, Spritzkuchen, Fastenwähe, Bethmännchen, Marzipanspritzgebäck, Quarkstollen, Elisenlebkuchen uvm.)
  • Grundrezepte
    (z.B. Apfelmus, Pudding, Weinschaumcreme, einfacher süßer Hefeteig, Weißbrot uvm.)
  • Register
  • Dank 
Eigene Meinung:
„Das Deutschland Backbuch“ von Jürgen Krauss ist weit mehr als nur eine Sammlung von unterschiedlichen Backrezepten. Die 208-seitige Ausgabe ist eine kulinarische Reise quer durch Deutschland, die der Freiburger Autor mit persönlichen Erinnerungen an seine Kindheit und zahlreichen Bildern wie auch Anekdoten begleitet. 
In diesem umfangreichen Sammelband stellt Jürgen Krauss von Region zu Region die unterschiedlichsten Köstlichkeiten vor, die er nach Hauptkategorien sortiert hat. Neben Dampfnudeln, Waffeln, Kuchen und Torten findet darin auch herzhaftes und festliches seinen Platz. Dadurch bietet das Buch für jede Gelegenheit und Jahreszeit passende Ideen um den Frühstücks- und Kaffeetisch mit etwas Besonderem zu decken. Die jeweiligen Rezepte unterscheiden sich zudem im Schwierigkeitsgrad. Während einige schnell und einfach nachzubacken sind, erfordern andere etwas mehr Zeit und Geduld. 
Besonders positiv ist hierbei hervorzuheben, dass die Rezepte nicht einfach nur für sich allein stehen, sondern der Autor von seiner Kindheit und persönlichen Erinnerungen erzählt, die er mit den jeweiligen Speisen verbindet. So erfährt man nicht nur etwas über die Herkunft der Leckereien, sondern zudem auch noch persönliches aus dem Leben des Physikers, Posaunists und Backautodiktats. 
Selbst die liebevoll gestaltete Aufmachung überzeugt sofort und untermalt die behagliche Atmosphäre die dieser Band ausstrahlt. Denn die über 100 aufwendig in Szene gesetzten Farbfotografien der fertigen Backwerke machen Lust darauf, dass ein oder andere Rezept selbst auszuprobieren. Man spürt beim Durchblättern jeder Seite wie viel Herzblut und Mühe sich der Autor gemacht hat, sodass diese gebundene Ausgabe weit über eine gewöhnliche Rezeptsammlung hinausgeht. 

Fazit: Ein tolles Backbuch, das die kulinarische Vielfalt sowie persönliche Erinnerungen miteinander verbindet. 
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen
 
Quelle: Buch Abb. S. 39-40 / S. 62-63 / S.126-127

Sonntag, 26. Juli 2026

Buchrezension: DIE TELEFONZELLE AM ENDE DER WELT von Laura Imai Messina

DIE TELEFONZELLE
AM ENDE DER WELT


Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung
Verlag: btb Verlag
Titel: Die Telefonzelle am Ende der Welt
Autor: Laura Imai Messina
Erscheinungsjahr: 11. Januar 2023
Seitenzahl: 352 Seiten
Kapitelzahl: 22 Kapitel
ISBN: 978-3-442-77268-1
Cover: Taschenbuch
Preis: 12,00 Euro
Quellenangabe / Interesse geweckt? Hier geht's zum Verlag

Klappentext:
Eine Tagesfahrt von Tokio entfernt steht in einem Garten am Meer einsam eine Telefonzelle. Nimmt man den Hörer ab, kann man dem Wind lauschen - und den Stimmen der Vergangenheit. Viele Menschen reisen zu dem Telefon des Windes, um mit ihren verstorbenen Angehörigen zu sprechen und um ihnen die Dinge zu sagen, die zu Lebzeiten unausgesprochen bleiben. So kommt eines Tages auch Radiomoderation Yui an den magischen Ort. Im Tsunami von 2011 verlor sie ihre Mutter und ihre kleine Tochter. Yui lernt in dem Garten den Arzt Takeshi kennen, auch er muss ein Trauma verarbeiten. 
Die beiden nähern sich an, gemeinsam schöpfen sie neuen Mut. Und erlauben sich zum ersten Mal, dem Leben einfach seinen Lauf zu lassen. Ganz gleich, was es für sie vorgesehen hat...

Inhaltsangabe:
Die in Tokio lebende Yui ist eine erfolgreiche Radiomoderatorin. In ihrer aktuellen Sendung widmet sich die 31-jährige dieses Mal einem ganz besonderen Thema, nämlich der Trauer. Sie möchte von ihren Zuhörern wissen, wie diese mit Verlust umgehen. Unter den zahlreichen Anrufern meldet sich unter anderem ein Mann aus Iwate, einer Region die 2011 besonders schwer von der Tsunami-Katastrophe am 11. März getroffen wurde. 
Der Unbekannte erzählt von einer besonderen Telefonzelle die sich im Bell Gardia befindet, einem prachtvoll angelegten Garten in der Nähe vom Meer. Obwohl die Telefonzelle nicht am Netz angeschlossen ist, pilgern jährlich tausende von Menschen dorthin, um durch den Hörer mit ihren verstorbenen Angehörigen zu sprechen. Der Wind, der dort oben weht, klingt für viele wie die Stimmen derer, die sie verloren haben. 
Seine Worte lassen Yui sofort innehalten, denn auch sie war damals von dem Unglück betroffen bei dem sie ihre 3-jährige Tochter und geliebte Mutter verloren hat. 
Tief berührt von dieser Geschichte beschließt die junge Frau den siebenstündigen Weg zur besagten Telefonzelle anzutreten. Dort angekommen, begegnet sie Takeshi, einem Arzt der ebenfalls den Bell Gardia aufsucht. Auch er hat einen Verlust zu beklagen und möchte über das Telefon des Windes Kontakt zu seiner verstorbenen Ehefrau aufnehmen. Während die beiden gemeinsam die mysteriöse Telefonzelle besuchen und gleichzeitig auch Freundschaft mit deren Besitzer und Hüter schließen, wird es zur Takeshi’s und Yui’s Ritual sich einmal im Monat im Bell Gardia zu treffen. 
In der Trauer finden die beiden nicht nur Trost, sondern auch Hoffnung. Und vielleicht, ganz unterwartet sogar eine neue Liebe…

Eigene Meinung:
„Die Telefonzelle am Ende der Welt“ von Laura Imai Messina ist eine Geschichte die unter die Haut geht. Im Mittelpunkt stehen die 31-jährige Yui und der 35-jährige Takeshi, die beide am 11. März 2011 durch den verheerenden Tsunami ihre Liebsten verloren haben. Durch Zufall erfahren sie vom „Telefon des Windes“, das inmitten eines wunderschön angelegten Gartens steht. Dort soll man die Stimmen der Verstorbenen hören können, was viele Trauernde veranlasst diesen Ort aufzusuchen um Trost zu finden. Auch Yui und Takeshi machen sich auf den Weg dorthin. 
Zu Beginn hatte ich etwas Schwierigkeiten mit dem Schreibstil, da er sehr gewöhnungsbedürftig war. Doch nach ein paar Kapiteln habe ich mich ganz gut in die Handlung eingefunden. Besonders gefallen haben mir die zusätzlichen Informationen zwischen den Kapiteln. Oft wurden Situationen, die in der Haupthandlung nur kurz angedeutet wurden, noch einmal aufgegriffen und vertieft. Diese Abschnitte geben der Geschichte somit etwas Besonderes und helfen, das Gesamtbild klarer zu sehen. 
Leider wurde ich mit den Protagonisten nicht warm. Zwar erfährt man viel über das Schicksal von Yui und Takeshi - unter anderem auch über deren Verluste, nichtsdestotrotz hätte ich mir aber mehr Tiefe gewünscht. So blieben die Figuren für mich teilweise farblos. 
Das Thema des Romans hat mich sehr berührt, da ich mich noch gut an die zahlreichen Reportagen über die Tsunami-Katastrophe erinnern kann. Dass es die Telefonzelle im Bell Gardia tatsächlich gibt und sie für so viele Menschen ein Ort des Trostes ist, macht die Geschichte umso bewegender. 
Fazit: Laura Imai Messina gibt den Hinterbliebenen des Tsunamiunglücks durch dieses Buch eine Stimme.
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen