Dienstag, 12. November 2019

Buchrezension: CITY OF GHOSTS - Die Geister die mich riefen (Band 1) von Victoria Schwab

CITY OF GHOSTS - 
Die Geister die mich riefen

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Verlag: cbj Verlag
Titel: City of Ghosts - Die Geister die mich riefen
Autor: Victoria Schwab
Erscheinungsjahr: 28. Oktober 2019
Seitenzahl: 288 Seiten
Kapitelzahl: 27 Kapitel
ISBN: 978-3-570-17653-5
Cover: gebundene Ausgabe
Preis: 14,00 Euro
Empfohlenes Alter: ab 10 Jahren
Quellenangabe / Interesse geweckt: Hier geht's zum Verlag

Klappentext: 
Nur weil du sie nicht sehen kannst, 
heißt das noch lange nicht, dass es sie nicht gibt...
Seit die 12-jährige Cassidy Blake fast ertrunken wäre, kann sie Geister sehen und die Welt der Toten betreten. Sogar ihr bester Freund ist ein Geist! Und als ob das nicht schon merkwürdig genug wäre, werden ausgerechnet ihre Eltern die neuen Stars einer Geisterjäger-Fernsehshow. 
Der erste Drehort: Edinburgh.
Die Friedhöfe, Burgen und Geheimgänge der alten Stadt wimmeln nur so von Geistern - und nicht alle sind freundlich. Cassidy wird schnell klar, wie viel sie noch über ihre Verbindung zum Reich der Toten zu lernen hat. Doch dafür bleibt nicht viel Zeit, denn eine besonders dunkle Seele streckt schon die Krallen nach ihr aus...

Inhaltsangabe:
Vor über einem Jahr, genauer gesagt vor 433 Tagen wäre Cassidy Blake fast ums Leben gekommen. Als ihre Eltern dem Mädchen zum 11. Geburtstag eine altmodische Kamera mit lila Riemen schenkten, wollte die Heranwachsende diese umgehend ausprobieren. Ihre Motivauswahl war eine Schlucht in den Bergen. Nur ein sehr schmaler Weg über eine Brücke führt dorthin, sodass Cassidy trotz der Kälte mit dem Fahrrad losfährt. Jedoch kommt es auf dieser sehr engen Stelle zum Unglück: Ein LKW fährt dem Mädchen mit erhöhter Geschwindigkeit entgegen und sowohl der Fahrer als auch die Kleine versuchen in letzter Minute der bevorstehenden Kollision auszuweichen. Bei diesem Manöver schlägt Cassidy's Lenker am Geländer der Brücke auf und durch die Wucht fällt die Heranwachsende über die Balustrade und durchbricht den gefrorenen See. Sofort zieht ihre noch umgehängte Kamera die Schülerin auf den Grund des Gewässers. Kurz vor ihrem Ertrinken wird sie von einem Jungen gerettet, der sich ihr später als Jacob vorstellt. 
Seit diesem schicksalhaften Unfall wurde dem Mädchen nicht nur ein zweites Leben geschenkt, sondern ist sie nun auch in der Lage Tote zu sehen. Wie sich herausstellt, ist ihr Lebensretter und bester Freund ein Geist und nur für die inzwischen 12-jährige sichtbar. Die Jugendliche ist davon überzeugt, dass sie durch die Rettung von Jakob nun fest mit ihm verbunden ist. Cassidy ist nicht mehr ganz am Leben und Jakob noch nicht vollständig tot. Aber in dem bisherigen Leben des Mädchens spielen Geister und Übersinnliches schon immer eine große Rolle, denn ihre Eltern sind sehr erfolgreiche Schriftsteller in diesem Metier. So kommt es, dass ihre Mutter und ihr Vater die einmalige Chance erhalten, an einer Geisterjäger-Fernsehsendung teilnehmen zu dürfen. Doch dafür fällt der von Cassidy langersehnter Long Island-Strandurlaub ins Wasser. Stattdessen führt die Produktion der Serie die Familie Blake nach Edingburgh. Dort sollen ihre Eltern die Orte aufsuchen, an denen die paranormalen Phänomene am stärksten festzustellen sind. Grund genug für Cassidy sich zu fürchten, denn nicht alle Geister die das Mädchen sieht sind ihr gegenüber wohlgesonnen oder verfolgen gute Absichten. 
Schon bald wird die Heranwachsende dies selbst erkennen- und dass ihre besonderen Fähigkeiten Fluch und Segen gleichermaßen sind...

Eigene Meinung:
"City of Ghosts - Die Geister die mich riefen" ist ein spannendes und sehr unterhaltsames Jugendbuch von Victoria Schwab. Hauptperson ist die 12-jährige Cassidy, die nur knapp dem Tod entronnen ist. Nur durch die Rettung von Jakob ändert sich für die Heranwachsende alles, denn seit diesem tragischen Unfall kann sie Tote sehen. Warum das so ist und welche Bestimmungen sie nun zu erfüllen hat, erfährt das Mädchen erst im Laufe der Zeit. Der blonde, introvertierte Geist Jakob ist immer an ihrer Seite, jedoch nur für sie sichtbar. 
Mir gefiel es sehr gut, dass Cassidy ganz offen über sich und ihre besondere Gabe spricht und auch ihre Eltern davon wissen. Diese Situation hebt sich schon von anderen Büchern ab, wo die Protagonisten doch meistens versuchen alleine damit zurecht zu kommen. Dadurch dass Cassidy's Eltern schon immer von paranormalen Phänomenen und Übersinnlichem fasziniert sind, verleiht es der Geschichte eine moderne Note. Das Buch wurde in vier Teile unterteilt. Dies fand ich ebenfalls ansprechend, da die Handlung systematisch aufgebaut wurde und der junge Leser regelrecht in die Geschichte eintauchen konnte. Die Atmosphäre von Edingburgh wurde von der Schriftstellerin toll eingefangen. Durch die im Buch aufgezeichnete Landkarte kann der Leser sehr gut die Route der Familie Blake mitverfolgen, und führt uns an die Orte, an denen die jeweiligen Abenteuer stattfinden. 
Der Schreibstil ist kurz und knackig, die Story unterhaltend und spannend. Das Setting perfekt auserwählt für diese Art von Geschichte. Wie es weitergeht und welche Rolle Cassidy's Lebensretter Jakob noch spielen wird, will man unbedingt wissen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Schriftstellerin einen Folgeband nachlegen wird. 
Fazit: Die Autorin hat ihr Händchen für spannende Geistergeschichten bewiesen. Sie überzeugt mit einer facettenreichen und modernen Story, die junge Leser ab 10 Jahren begeistert.
Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sternen

Quelle: Bild Abb. S. 1-2 / S. 9

Sonntag, 10. November 2019

Hörbuchrezension: Unter einem guten Stern von Minnie Darke

 Unter einem guten Stern

Infos zum Hörbuch:
Unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Verlag: der Hörverlag
Titel: Unter einem guten Stern
Autor: Minnie Darke
Gelesen von Yara Blümer
Erscheinungsjahr: 21. Oktober 2019
Gesamtspielzeit: 12 Std. 13 Min.
Lieferumfang: 2 MP3 CD’s (leicht gekürzte Lesung)
ISBN: 978-3-8445-3498-6
Preis: 9,99 Euro
Quellenangabe / Interesse geweckt? Hier geht's zum Verlag

Klappentext:
DIE SCHÖNSTE; LUSTIGSTE UND WARMHERZIGSTE LIEBESGESCHICHTE DES JAHRES
Als Justine (Journalistin, Horoskop-Skeptikerin, Schütze) nach langer Zeit auf ihre Jugendliebe Nick (Schauspieler, Horoskop-Gläubiger, Wassermann) trifft, ist ein Wiederaufleben ihrer Romanze garantiert – denkt Justine. Doch als sich Nick nicht bei ihr meldet, hilft Justine dem Schicksal auf die Sprünge. Sie weiß, dass Nick seine Entscheidungen anhand der Horoskope in seinem Lieblingsmagazin trifft. Dem Magazin, für das Justine arbeitet. Sie beginnt, Nicks Horoskop zu manipulieren. Was sie außer Acht lässt: Nick ist nicht der einzige Wassermann, der sich von den Sternen leiten lässt.

Inhaltsangabe:
Justine Carmichael ist eine geradelinig, perfektionistisch aber dennoch verspielte Mittzwanzigerin, die vom großen Erfolg als Journalistin träumt. Bereits als Schülerin liebte sie das geschriebene Wort und gewann regelmäßig bei sämtlichen Buchstabierwettbewerben. Als eine Aushilfe bei der renommierten Zeitschrift "Alexandria Park Star" gesucht wird, ergreift die zierliche Brünette umgehend ihre Chance und bewirbt sich. Seither arbeitet sie dort als Hilfskraft in der Hoffnung, irgendwann einmal eine Festanstellung als Volontariatsanwärterin zu erhalten. 
Wie es das Schicksal so will, begegnet Justine zufälligerweise in der Markthalle ihrer damaligen Jugendliebe Nicholas Jordan. Nick, der als Werbefisch angestellt ist, strebt eine Karriere als Schauspieler an. Schnell kommen die beiden ins Gespräch und die junge Frau verspürt dabei eine sofortige Vertrautheit, wie sie diese bereits als Teenie hatte. Schon von je her schwärmte sie für den gutaussehenden jungen Mann. Doch als dieser damals mit seiner Familie wegzog, brach die Verbindung abrupt ab. Jetzt, viele Jahre später möchte Justine einen erneuten Versuch wagen und dort anknüpfen, wo sie damals stehen geblieben sind. Doch Nick benimmt sich Justine gegenüber sehr gefühlsneutral. 
Zwischenzeitlich erfüllt sich Justine's langersehnter Wunsch- denn sie wird befördert und erhält eine Stelle als Redaktionsmanagerin. Bei diesem Job ist sie unter anderem für die Abschrift der Horoskope des beliebten Leo Thurnbuy verantwortlich, obwohl die junge Frau den astrologischen Prophezeiungen von jeher skeptisch gegenüber steht. Da sie aber weiß, dass ihr Schwarm Nick an die Macht der Sterne glaubt und sogar sein Leben danach richtet, kommt Justine eine Idee, in der sie Nick's Herz vielleicht doch noch umstimmen kann: Die Mittzwanzigerin manipuliert eigenmächtig die regelmäßig zu veröffentlichenden Horoskope zu ihren Gunsten und passt diese ihren jeweiligen Situationen an. Der angehende Schauspieler, der als Sternzeichen Wassermann ist, hat zufälligerweise das "Alexandria Park Star"-Magazin abonniert, genau jene Zeitschrift, in der ab sofort Justine für die Horoskope verantwortlich ist. 
Was die liebestolle Frau aber nicht bedenkt: Nicht nur Nick ist ein Wassermann, der an die Voraussagungen der Sterne glaubt, sondern viele andere Männer auch. Und so wird sie viele Schicksale einzelner Personen ahnungslos verändern...

Eigene Meinung:
"Unter einem guten Stern" von Minnie Darke ist eine Geschichte, deren Themen sich mit der Astrologie und den Sternen beschäftigen. Nicht nur das wundervolle Cover hat mich angesprochen, sondern auch der Klappentext. Die Autorin nimmt uns mit auf eine Reise durch die Sterne in dem sie dem Zuhörer zeigt, wie sehr manche Menschen an ihr Horoskop glauben und andere wiederum diese Vorhersagen unterschätzen. Daher sind Justine und Nick die perfekten Protagonisten dafür. Während die junge Frau eine leidenschaftliche Skeptikerin gegenüber dieser astrologischen Prophezeiungen ist, trifft der angehende Schauspieler seine Entscheidungen nur aufgrund seines Horoskops. 
Minnie Darke hat mich von Beginn an mit ihrem Roman verzaubert. Sie schreibt sehr detailreich und genau, sodass man als Zuhörer die einzelnen Szenen bildhaft vor Augen hat. Leider hatte dies hin- und wieder zur Folge, dass kleine Längen entstanden sind und die Autorin sich fast in den Einzelheiten verlor. Positiv hingegen waren die Charaktere ihrerer Figuren. Diese wurden liebevoll und authentisch ausgearbeitet, sodass ich für Nick und Justine große Sympathie hegte. Leider muss ich anmerken, dass ich mit der Stimme von der Synchronsprecherin Yara Blümer nicht ganz zurecht kam. Ihre hohe, leicht kratzige, schrille bzw. aufgeweckte Stimme passte für meinen Geschmack nicht zu dieser warmherzigen, nahezu träumerischen Liebesgeschichte. 
Fazit: Ein liebevoller, herzlicher Wohlfühlroman der amüsant ist und einige Überraschungen für den Zuhörer bereithält. 
Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sternen

Mittwoch, 6. November 2019

DIARY: Besuch bei Alfred Riepertinger's Autorenlesung zum Buch "MUMIEN" / Führung durch die Pathologie des Klinikums Schwabing + Führung durch die Siegfried Oberndorfer-Lehrsammlung

Hallo meine Lieben,

wie ich bereits vor ein paar Tagen auf meinem Instagram-Account angekündigt habe, möchte ich hier auf meinem Blog über die beiden Veranstaltungen von Alfred Riepertinger berichten, die ich Ende Oktober besucht habe. Erst war ich am 19.10.2019 auf der Autorenlesung zu seinem zweiten Buch "MUMIEN". Knapp eine Woche später am 24.10.2019 fuhr ich mit dem Zug ins Klinikum Schwabing, da der Oberpräparator eine Führung durch die Pathologie und der Siegfried Oberndorfer-Lehrsammlung anbot. 
Da das Thema bei manchen gemischte Gefühle auslöst, fasse ich alles bündig in diesem XXL-Beitrag inklusive ausreichendem Bildmaterial zusammen. 

Autorenlesung "MUMIEN"  (19. Oktober 2019)

Spannende Todesfälle, geheimnisvolle Leichname - mit einem Präparator auf Spurensuche in alten Grüften.


Am Samstag, den 19. Oktober 2019 besuchte ich die Lesung von Oberpräparator Alfred Riepertinger. Dort stellte er sein zweites Buch "MUMIEN" vor, welches ich bereits gelesen und rezensiert habe. (Meine Rezension dazu findest Du *hier*) Die Veranstaltung wurde von dem Kulturverein Schöngeising (KuScha) organisiert. Die verantwortlichen Personen begrüßten mich ausgesprochen freundlich und zuvorkommend. Selten, dass ich solchen herzlichen Menschen begegnet bin die mich sofort in ihre Gespräche miteinbezogen haben. So kam es, dass ich mich dort auf Anhieb wohl fühlte. 
Das Ambiente des Bürgersaals war schlicht, aber trotzdem sehr geschmackvoll dekoriert. Auf sämtlichen Tischen standen echte Teelichter in Gläsern und kleine Schälchen mit diversen Knabbereien, welche für eine gemütliche Atmosphäre sorgten. Auch gab es eine kleine Getränkebewirtung, sodass es den Besuchern an nichts fehlte. Weil ich nach Schöngeising ca. 50 Minuten Fahrtzeit einkalkulieren musste, und ich den Verkehr auf der Münchner Autobahn bzgl. Stau nicht einschätzen konnte, bin ich lieber früher von Zuhause losgefahren und war letztendlich knapp eine Stunde vor Beginn am Treffpunkt.


Da freie Platzwahl herrschte, setzte ich mich in die erste Reihe, damit ich alles gut sehen und fotografieren konnte. Nach und nach kamen auch die anderen Gäste und der Saal füllte sich kontinuierlich. Um Punkt 20:00 Uhr begann dann Alfred Riepertinger mit seiner Lesung. Die Buchpräsentation war sehr informativ gestaltet. Er las abwechselnd aus seinem Buch vor und blendete zu den passenden Passagen Bilder über eine Leinwand ein, damit das vorgelesene Wort Gestalt annahm. Das Ganze peppte der Oberpräparator gekonnt mit unterhaltsamen Anekdoten aus seinem Leben und Arbeitsalltag auf, was immer wieder bei seinem Publikum für schmunzeln sorgte. 


Er berichtete von seinen Gänsehautmomenten wenn er alte Grüfte und Särge öffnet- in der Hoffnung, geschichtliches Hintergrundwissen von den sterblichen Überresten zu erhalten. Des Weiteren erzählte er uns was es mit der Mumifizierung auf sich hat und welche Umstände dafür sorgen, dass es überhaupt zu diesem eindrucksvollen Prozess kommt. Auch gewährte er Einblick in seine Erfahrungen und angewandten Techniken. Ein faszinierender, hoch interessanter und verblüffender Vortrag- welcher mit Wortwitz, Charme und Humor pietätvoll den Gästen nahegebracht wurde. Der Abend verlief spannend und unerwartet amüsant. Durch seine ruhige aber manchmal sarkastische Art gab er dem Thema eine gewisse Leichtigkeit, sodass das Wort "Tod" nicht mehr so hart auf die Menschen einwirkte. 


Doch die Lesung selbst blieb leider nicht ohne Zwischenfall: Meine Sitznachbarin hat während der Veranstaltung angefangen zu häkeln, was ich persönlich total unpassend und unfreundlich fand. Immer wieder hat sie aus ihrem Stoffbeutel die unterschiedlichsten Utensilien herausgenommen. Entweder die Schere, die Wolle oder weitere Quadrate die sie einhäkeln wollte, sodass ich mich zum Schluss mit dem Rücken zu ihr hinsetzte, weil ich es echt als störend empfand. Wie dem auch sei hat sie es tatsächlich geschafft, ihre kompletten Granny Square-Quadrate in Flammen zu setzen. Anfangs hat das niemand gemerkt, da selbstverständlich alle Blicke auf Alfred Riepertinger gerichtet waren, aber als es dann extrem zum Stinken anfing, war das Unglück schon längst passiert. Die Münchner Koryphäe meinte daraufhin, dass noch nie bei ihm ein Vortrag in Flammen aufging. Mit seinem trockenen Humor löste sich die kurzfristig aufgekommene Anspannung und die Veranstalter löschten gemeinsam mit meiner Sitznachbarin den Brand und reinigten alles. 
Zum Glück wurde niemand verletzt. Nach einer kurzen Unterbrechung ging die Lesung nahtlos weiter. Dass die Dame anschließend seelenruhig weiterhäkelte, fand ich wirklich mehr als fragwürdig. Ich habe dann das Teelicht meiner Sitznachbarin vorsichtshalber ausgepustet, damit sich das Ganze nicht nochmals wiederholt. Nachdem Riepertinger fragte ob sämtliche Brandgefahren und Feuerstellen eliminiert wurden und ich es bejahte, nahm der Abend seinen geplanten Verlauf bis zum Schluss. 


Zum krönenden Abschluss gab es dann noch ein Selfie mit Riepertinger und ich bekam das Werbeplakat vom Kulturverein geschenkt, worüber ich mich riesig gefreut habe. 
Riepertinger überzeugte mit seiner Lesung, seiner sympathischen Art und seinem grandiosen Humor.


Führung durch die Pathologie des Klinikums Schwabing und durch die Siegfried Oberndorfer-Lehrsammlung am Institut für Pathologie (24.Oktober 2019)

Knapp eine Woche später, am 24. Oktober 2019 besuchte ich die Siegfried Oberndorfer-Lehrsammlung am Institut für Pathologie, sowie die anschließende Führung durch den sagenumwobenen Seziersaal. 
Zuerst fuhr ich von meinem Heimatbahnhof ca. eine Stunde mit dem Zug nach München und dann weiter mit der U-Bahn nach Schwabing. Das Klinikum ist ein riesiger Komplex, der nahezu aus einem eigenen Dorf in dieser Großstadt besteht. Zum besseren Verständnis, habe ich den Lageplan fotografiert.


Mein Ziel war das Haus 32 EG am Kölner Platz (siehe gelbe Markierung). Da ich vom Haupteingang aus kam, musste ich durch den kompletten Trakt laufen, was durch die vielen Häuser und anknüpfenden Gänge sehr verwirrend war. Doch zum Glück habe ich den Treffpunkt rechtzeitig gefunden.  

Haupteingang (Haus 20 siehe Lageplan)



Pathologisches Institut (Haus 32 siehe Lageplan)


Um 18:30 Uhr öffnete Riepertinger die Türe und bereits im Gang konnten wir Besucher die ersten Vitrinen mit sämtlichen Utensilien und Raritäten aus einer längst vergangenen Zeit bewundern. Alte Sargnägel, Spritzen, Gefäße, Dokumente und vieles mehr wurden hinter Glas fein säuberlich platziert und ausgestellt. 








"Hic gaudet mors succurrere vitae" 
(Hier freut sich der Tod, dem Leben zu dienen) 
(Dieser Spruch prankt an einer Wand, bevor man die Siegfried Oberndorfer Lehrsammlung betritt)

Ehe es mit der Führung losging, durften wir unsere Jacken, Mäntel und Taschen ablegen, was ich persönlich super fand. Anschließend gingen wir Besucher eine Treppe hinunter die in den Keller führte. Dort wurden in unterschiedlichen Vitrinen und Räumen die Siegfried Oberndorfer-Lehrsammlung ausgestellt, welche 1910 von dem damaligen Leiter Prof. Siegfried Oberndorfer eingerichtet wurde. Mittlerweile befinden sich in den Räumlichkeiten knapp 1200 pathologische bzw. anatomische Präparate die von Operationen und diversen Obduktionen stammen. Einige Exponate sind unter anderem Schenkungen und Dauerleihgaben von anderen Instituten. 
Es sind Präparate zu sehen, die mit den Präparations- und Konservierungstechniken Mazeration, Jores II und Kaiserling, Aufhellung nach Spalteholz, Mumifikation, Trocknung, Korrosion, Injektion, Plastination und per Abguss hergestellt sind. Die ältesten Präparate stammen aus dem 19. Jahrhundert, eine Mumienhand sogar auf ca. 1500 v. Christus datiert. (Quelle: Flyer Medizinische Präparate für die Ewigkeit)

Des Weiteren sieht man dort auch sämtliche Hilfsmittel der Medizintechnik wie zum Beispiel die ersten Herzschrittmacher, Pessaren, Prothesen, Fixateuren und Stents. 

Aus Pietätsgründen und zur Wahrung der Persönlichkeitsrechte der Verstorbenen durfte man in der Präparatensammlung verständlicherweise weder Filmen noch Fotografieren. Wer also Interesse an diesem höchst interessanten Thema hat, sollte sich unbedingt diese Führung ansehen. Es lohnt sich.
Während der Betrachtung der Präparate, erzählte Riepertinger vereinzelte Schicksale die unter anderem zum Tod dieser Personen geführt haben. Auch erklärte er uns was es mit dem Münchner Herz auf sich hat oder was eine Fettleber ist und wie man diese erkennt. Für mich war es eine Besonderheit einige Mumienstücke zu sehen die über 3500 Jahre alt sind, sowie die originalen Gebeine von "Dem Riesen vom Tegernsee" Thomas Hasler.
Nachdem Riepertinger uns Besuchern genug Zeit gab um sich die historisch-pathologische Sammlung ganz in Ruhe anzusehen, ging es wieder hinauf in den für mich spannendsten Raum -  nämlich in den Sektionssaal. 


Dieser Raum ist beängstigend und faszinierend zugleich- zumindest empfinde ich es so. Für Krimifans dürfte der Sektionssaal jedoch nicht völlig unbekannt sein. Vereinzelte Szenen zu den bekannten Serien wie Aktenzeichen XY- ungelöst, Polizeiruf 110, Der Alte sowie die Kinofilme von Rita Falk werden hinter dieser Türe regelmäßig gedreht. Auch an diesem Abend war kurze Zeit vorher ein Filmteam vor Ort, um den neuesten Eberhofer-Krimi zu drehen. 







Sämtliche Gerätschaften die zum Sezieren benötigt werden, finden hier ihren Platz. Es ist anzumerken, dass die Verstorbenen mit einer ganz normalen, gewachsten Paketschnur zugenäht werden. Die Nadeln sind geschwungen und lassen sich gut auf den Bildern erkennen. 






Auf den vier Edelstahltischen sind jeweils die Bestecke, Scheren (Rippenscheren, Kopfscheren etc.) und Schöpfkellen fein säuberlich platziert worden. 
Faszinierend fand ich persönlich die roten Handschuhe, die eine spezielle Schicht bzw. Textur vorweisen, damit der Präparator präzise arbeiten kann. Übrigens hat die Farbe rot auf Nachfrage keinerlei Bedeutung. Es hätte auch jede andere Nuance sein können. 





Leider war um 20:00 Uhr die Führung dann schon vorbei. Es war ein wirklich spannender, informativer und toller  Abend, auch wenn man sich immer wieder ins Bewusstsein rufen sollte, wie wichtig und besonders diese Arbeiten sind, die Alfred Riepertinger und sein Team Tag für Tag leisten. 
Leider teilte uns Riepertinger mit, dass er seit diesem Jahr in den Unruhestand getreten ist und sich nur noch zeitweise im Klinikum Schwabing aufhält. Falls es dem Oberpräparator bei seiner vielen freien Zeit nun langweilig werden sollte hätte ich schon einen Vorschlag: ein neues Buch schreiben, denn ich bin mir sicher, die Münchner Koryphäe hätte genug Erzählstoff für weitere Bände. 



Zusätzliche Informationsquellen:
*klick* -> Für all diejenigen, die nicht aus dem näheren Umkreis stammen, empfehle ich dieses 360°-Video vom BR. Es gewährt einen ausführlichen Einblick in die Thematik und auch in die Räumlichkeiten der Pathologie. 
*klick* -> Auch hier ein sehr spannendes und ausführliche Interview mit Alfred Riepertinger vom SWR1.
*klick* -> Ebenso kann ich dieses Video empfehlen, in dem der Oberpräparator von seinen Tätigkeiten berichtet. Der Fokus liegt dabei auf seinem ersten Buch "Mein Leben mit den Toten"
*klick* -> Wer noch etwas zum Schmunzeln möchte, kann sich gerne das Interview vom ORF1 ansehen. 
(Mit Klick auf die jeweiligen Links wirst Du auf youtube weitergeleitet.)

*klick* Rezension "Mein Leben mit den Toten - Ein Leichenpräparator erzählt" (Band 1)
*klick* Rezension "MUMIEN" (Band 2)

Ich hoffe Euch hat der Einblick gefallen in diesem Sinne;
"Mortui Vivos Docent"
(Die Toten lehren die Lebenden)
(Dieser Spruch prangt über den vier Edelstahltischen im Seziersaal)

Donnerstag, 31. Oktober 2019

REZEPT: Marmorkuchen-Gugelhupf


Hallo meine lieben Naschkatzen,

nachdem ich es heuer aus zeitlichen Gründen nicht geschafft habe Halloween-Kekse zu backen, möchte ich Euch heute einen schnell zu backenden "Halloween-Grusel-Marmor-Gugelhupf" vorstellen. 
Der Kuchen ist einfach in der Zubereitung, die Zutaten sind so gut wie in jedem Haushalt vorhanden und unter uns gesagt: auch wenn nicht der 31. Oktober wäre - schmeckt der Gugelhupf einfach mega gut.

Viel Spaß beim Nachbacken, gutes Gelingen und HAPPY HALLOWEEN!


Das brauchst Du:

Für den Teig:

250 g Margarine
220 g Zucker
    1 Pä. Vanillezucker
    1 Pri. Salz
    5 Eier
500 g Mehl
    1 Pä. Backpulver
150 ml Milch
    3 EL Kakaopulver

Zubereitung:

Die Margarine mit dem Zucker, dem Vanillezucker und dem Salz grob mit dem Mixer verrühren. Die Eier nach und nach dazugeben. Anschließend das Mehl sieben und mit dem Backpulver vermischen. Die beiden Zutaten in die Margarine-Zucker-Eier-Mischung unterheben und das Ganze mit der Milch auf stärkster Stufe ca. 2 Minuten mit dem Mixer verrühren. 
Nun wird der Teig in zwei gleichgroße Hälften geteilt, wobei eine Hälfte mit dem Kakaopulver vermischt wird. 
Eine Gugelhupfform einfetten und mit Semmelbrösel dünn ausstäuben. Abwechselnd den hellen und den dunklen Teig in die Form füllen und zum Schluss glatt streichen, damit der Kuchen gleichmäßig aufgeht. 
Backzeit: 160° C Umluft im vorgeheizten Backofen für 45 Minuten. 

Wenn der Kuchen erkaltet ist, kann dieser nach Belieben mit einem Schokoladenguss oder Puderzucker verziert werden. 
Ich empfehle jedoch für einen vollmundigen Geschmack eine Kakao-Glasur zu verwenden.