Sonntag, 20. September 2026

Buchrezension: DAS TAROT CAFÉ von Moon Hye Joung

DAS TAROT CAFÉ
 
Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung
Verlag: Bastei Lübbe
Titel: Das Tarot Café
Autor: Moon Hye Joung
Erscheinungsjahr: 2. September 2026
Seitenzahl: 320 Seiten
Kapitelzahl: 29 Kapitel
ISBN: 978-3-7577-0277-9
Cover: gebundene Ausgabe
Preis: 20,00 Euro
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Klappentext:
Oft ist die Antwort, die du suchst, nur eine Frage entfernt.
Seryeon legt Tarotkarten in einem bezaubernden Cafè in Seoul. Hier begegnet sie den unterschiedlichsten Menschen, die sich Entscheidungshilfe zu einem bestimmten Problem von ihr erwarten. Sie bittet die Ratsuchenden, ihr Anliegen auf eine einzige Frage herunterzubrechen, und schenkt ihnen damit eine Perspektive. Eines Tages hält das Leben zwei unerwartete Ereignisse für Seryeon selbst bereit: Ihr Exfreund steht plötzlich vor ihr, bereit an die lange gemeinsame Zeit anzuknüpfen. Und sie bekommt die Chance, als Autorin in einer Webtoon-Agentur zu arbeiten. Dabei entpuppt sich der Zeichner, mit dem sie zusammenarbeiten soll, überraschenderweise als ein ehemaliger Kient...  
 
Inhaltsangabe:
Seryeon hatte es in ihrem bisherigen Leben alles andere als leicht gehabt. Aufgewachsen in einer zerrütteten und völlig verarmten Familie mit einer alleinerziehenden, alkoholkranken Mutter und drei jüngeren Geschwistern aus unterschiedlichen Beziehungen versucht sie das Beste aus ihrer Situation zu machen. Schon früh übernimmt die junge Koreanerin die Verantwortung für ihre beiden Brüder und ihre kleine Schwester, sodass Seryeon selbst immer mehr auf der Strecke bleibt. Um endlich aus dieser Abwärtsspirale zu entkommen, fasst die inzwischen 36-jährige Frau den Entschluss, ihr Zuhause zu verlassen um sich ein eigenes Leben aufzubauen. 
Mit Hilfe ihrer besten Freundin findet Seryeon einen Job in einem liebevoll eingerichteten Cafè mitten in Seoul. Dort hat sie in einer kleinen Nische einen alten Schreibtisch aufgebaut an dem die alleinstehende Frau während der Öffnungszeiten Tarotkarten für die Kunden legt. Die daraus entstehenden Einnahmen reichen gerade so für das Nötigste, sodass Seryeon täglich um ihr Überleben kämpfen muss. Ihre eigentliche Leidenschaft gilt der Schriftstellerei. Bislang konnte die Mittdreißigerin damit aber keine allzu großen Erfolge erzielen, weshalb sie allmählich beginnt ihren großen Traum als Autorin aufzugeben. 
Doch das Glück scheint es gut mit ihr zu meinen, denn Seryeon erhält ein unerwartetes Jobangebot bei dem sie gemeinsam mit einem exzentrischen, sehr erfolgreichen Webtoon-Künstler eine Geschichte entwickeln soll. Aber ihr neuer Chef ist kein Unbekannter: Jinju wie sich der Endzwanziger ihr vorstellt ist ein ehemaliger Klient von Seryeon, der sich vor einiger Zeit ebenfalls die Tarotkarten legen ließ. 
Seine ungestüme und direkte Art bringt die junge Frau immer wieder aus dem Konzept, dennoch fühlt sie sich zu dem sechs Jahre jüngeren Jinju immer mehr hingezogen. Er bringt eine gewisse Leichtigkeit in ihr Leben, die sie nach all den schwierigen Jahren längst vergessen hat... 

Eigene Meinung:
Der Debütroman "Das Tarot Café" von Moon Ye Joung hat mir ausgesprochen gut gefallen. Im Mittelpunkt steht die 36-jährige Seryeon, die es in ihrem bisherigen Leben alles andere als einfach hatte. Schon früh musste sie die Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister übernehmen und stellte dabei stets ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse in den Hintergrund. Obwohl sie endlich den Mut aufbringt von Zuhause wegzulaufen, will das Glück zunächst nicht so recht auf ihrer Seite sein. Ihre Partnerschaft zerbricht und auch beruflich kommt Seryeon nicht voran. 
Die Autorin hat mit ihrer Protagonistin eine Figur erschaffen, die durch ihre schwierige Herkunft lange daran gehindert wurde, ihr eigenes Können unter Beweis zu stellen. Erst durch die Begegnung mit dem extrovertierten und sechs Jahre jüngeren Jinju kommt wieder ein bisschen mehr Leichtigkeit in ihr Leben. Seine neugierige, ungestüme Art bringt sie immer wieder aus ihrer gewohnten Bahn- nicht unbedingt zum Nachteil!
Auch die Buchgestaltung hat mich sehr angesprochen. Die einzelnen Kapitel werden jeweils durch eine gezeichnete Tarotkarte eingeleitet, die zudem mit einer kurzen Beschreibung darunter versehen ist. Dadurch erhält der Leser einen kleinen Hinweis darauf, was einen in dem Abschnitt erwartet. Diese Illustrationen haben die Geschichte nicht nur optisch aufgewertet, sondern den Inhalt greifbar gemacht und der Handlung eine besondere Tiefe verliehen. 
Fazit: Eine gefühlvolle Geschichte über einen Neuanfang und die Suche nach dem eigenen Weg.
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen
 
Quelle: Buch Abb. S. 13 / S. 116

Samstag, 19. September 2026

DIY: Gestrickte Oktoberfest-Hausschuh-Socken


Guten Morgen ihr Lieben,
 O’zapft is!

Vor ein paar Tagen habe ich wieder meine Stricknadeln ausgepackt und mich an ein etwas ungewöhnlicheres Projekt herangewagt. Inspiriert wurde ich durch das Oktoberfest welches vom 19. September bis zum 04. Oktober 2026 in München stattfindet. 
Für die Bierkrug-Hausschuhe verwendete ich kein Sockengarn, sondern normale Strickwolle. Dies hat den Effekt, dass der Strumpf dicker und standhafter ist und auch der Bierkrug-Griff dadurch in Form bleibt. 
Die Hausschuh-Socken anzufertigen haben mir wirklich großen Spaß bereitet, aber die entscheidende Frage ist natürlich: Würdet ihr sie tragen?





Anmerkung:
Hier findest Du weitere Socken-Strickmuster: 

Mittwoch, 16. September 2026

Buchrezension: Auszeit im Café am Rande der Welt - Eine Wiederbegegnung mit dem eigenen Selbst (Teil 3) von John Strelecky

Auszeit am Café am Rande der Welt -
Eine Wiederbegegnung mit dem eigenen Selbst

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung
Verlag: dtv Verlag 
Titel: Auszeit im Café am Rande der Welt - 
Eine Wiederbegegnung mit dem eigenen Selbst
Autor: John Strelecky
Erscheinungsjahr: 23. August 2019
Seitenzahl: 160 Seiten
Kapitelzahl: 32 Kapitel
ISBN: 978-3-423-34964-2
Cover: broschierte Ausgabe 
Preis: 11,95 Euro 
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Klappentext:
"Manchmal, wenn man es am wenigsten erwartet, aber vielleicht am meisten braucht, findet man sich an einem unbekannten Ort wieder, mit Menschen, die man gleichfalls nicht kennt, und erfährt neue Dinge. Und wenn man Glück hat, kann man dorthin zurückkehren, wenn man es am nötigsten hat. 
Dies ist die Geschichte meines dritten Besuchs im Café am Rande der Welt."

Inhaltsangabe:
Wenn sich John freiwillig für einen Anzug entscheidet, dann hat dies einen Grund: in diesem Fall war es die Beerdigung seines kürzlich verstorbenen Patenonkels. Mit diesem verbindet der einstige Manager wunderschöner Kindheitserinnerungen, in denen sie gemeinsam mehrere Tage Campingurlaub mitten in der Natur machten. Die enge Bindung hielt auch weiterhin an, als John größer wurde und mit seinem Studium anfing und wegzog. Über einen regelmäßigen Briefkontakt tauschten sich die beiden aus bis dieser mit der Zeit immer weniger wurde - nicht zuletzt, durch John's regelmäßige Umzüge in neue Städte. 
Jetzt, viele Jahre später bereut der inzwischen 50-jährige sich nicht früher bei seinem Patenonkel gemeldet zu haben und bemerkt zum ersten Mal bewusst, wie schnell die Zeit vergeht. Geplagt voller Trauer und Selbstzweifel macht sich der Vater einer inzwischen 8-jährigen Tochter bei strömenden Regen auf den Weg zum Flughafen, da in wenigen Stunden bereits sein Abflug nach Hause zu seiner Familie bevorsteht. Doch die Fahrt mit dem Mietauto dorthin, verläuft alles andere als reibungslos. Nicht nur das immer stärkere werdende Unwetter zwingt John zum Anhalten, auch ein platter Hinterreifen mitten im Nirgendwo und ohne Handyempfang bringen ihn an seine Grenzen. Verzweifelt und genervt versucht er die Autopanne zu beheben. Dabei bekommt John spontan Gesellschaft von der 15-jährigen Hannah, die ebenfalls von dem aufkommenden Unwetter überrascht wurde. 
Auch ihr Fahrrad hat einen Platten, sodass John sich bereit erklärt hat, diese ein Stück mitzunehmen. Gemeinsam fahren die beiden orientierungslos umher, bis der 50-jährige ein bekanntes Licht in der Ferne erblickt. Das Café der Fragen steht nicht unweit von ihm entfernt, sodass er umgehend der Straße folgt die zu dem Lokal führt. 
Mittlerweile zum dritten Mal betritt der Familienvater das mysteriöse Café - dieses Mal in Begleitung der kleinen Hannah, die dem Ganzen äußerst skeptisch gegenübersteht. 
Die spontanen Gäste werden von Casey herzlich begrüßt, sowie von Mike und seiner Tochter der inzwischen 19-jährigen Emma. 
John wird erfahren, was es bedeutet älter zu werden und welche Bereicherung dies für sein eigenes Selbst, aber auch für andere sein wird...

Eigene Meinung:
In John Strelecky's dritten Teil findet der Protagonist John nach weiteren zehn Jahren wieder zurück zum Café der Fragen. Dieses Mal sind die Umstände weniger erfreulich, denn der ehemalige Manager kommt direkt von der Beerdigung seines geliebten Patenonkels. Schmerzlich wird ihm bewusst, wie schnell die Zeit vergangen ist, denn immer wieder treten Erinnerungsfetzen aus seiner Kindheit zum Vorschein, die John mit seinem Patenonkel beim Angeln oder beim Campingurlaub zeigen. Obwohl er nun Vater einer inzwischen 8-jährigen Tochter ist, scheint er erneut orientierungslos zu sein, wie einst vor zwanzig Jahren, als er den Sinn seines Lebens noch nicht erfassen konnte. Mit Hilfe des Lokals und seinen Bediensteten Casey und dem Koch Mike fand John mit 28 Jahren im ersten Teil zurück zu seinem eigenen Selbst. In Band zwei hingegen, wird John sogar selbst zum Mentor und berichtet über seine Erfahrungen und seinem selbst entwickelten Lebensmodell. Doch in diesem Band überkommt dem 50jährigen Mann nun eine Midlife-Crises die seine bisher erlebten Abenteuer in Frage stellen. Erneut müssen Casey und Mike dem verzweifelten Familienvater durch Metaphern und Lebensweisheiten auf die Sprünge helfen, die nicht nur John gedanklich völlig neue Wege aufzeigen, sondern auch dem Leser. Wieder einmal schafft es der Autor in einem stimmungsvollen Ambiente eine lebensbejahende, tiefgreifende Geschichte zu verfassen, die mir wirklich sehr gut gefallen hat. Zwar hätte ich mir gewünscht, noch ein paar weitere Einzelheiten über John und seiner privaten Situation zu erfahren, doch der Autor hat vermutlich ganz bewusst auf diese Fakten verzichtet. So fühlen sich mehr Leser angesprochen und die Geschichte wird nicht mit vielen Kleinigkeiten abgelenkt. 
Nachdem mir der zweite Teil nicht ganz so gefallen hat, konnte mich Strelecky dieses Mal wieder voll überzeugen. Während im Vorgängerband die Szenen teilweise extrem in die Längen gezogen wurden, hat der Autor dieses Mal einzelne Themen nur oberflächlich angedeutet. Manchmal hätte ich mir dann doch noch etwas mehr Input gewünscht. Trotz allem eine bisher sehr gelungene Buchreihe. 
Fazit: Eine seichte Geschichte mit vielen Anekdoten die das Leben beschreiben. Gefühlvoll und inspirierend!
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen 

Anmerkung:
Weitere Rezensionen von John Strelecky:

Sonntag, 13. September 2026

Buchrezension: FLIRTING with MURDER (Band 1) von Amanda Sellet

FLIRTING with MURDER

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung 
Verlag: Loewe Verlag
Titel: Flirting with murder
Autor: Amanda Sellet
Erscheinungsjahr: 10. September 2026
Seitenzahl: 384 Seiten
ISBN: 978-3-7432-2775-0
Cover: broschierte Ausgabe
Preis: 17,95 Euro
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren 
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Klappentext:
WO DIE LEICHE HINFÄLLT...
Für Virginia sind die Sommer bei Großmutter Lainey ein Highlight. 
Denn ihre Oma lebt im Castle Claude, einem alten Schlosshotel, und veranstaltet dort regelmäßig die besten Krimidinner mit ihren Freunden. Doch in diesem Jahr ist der Hotelbesitzer Claude verstorben und die Testamentseröffnung ruft seine humorlose Schwester auf den Plan. Außerdem bekommt Virginia beim Krimidinner Konkurrenz von Felix, dem gut aussehenden Enkel eines anderen Bewohners. 
Und dann taucht im Billardzimmer auch noch eine echte Leiche auf. Virginia ist fest entschlossen, den Mörder zu finden - und sich dabei nicht zu verlieben...
 
Inhaltsangabe: 
Virginia fliegt umgehend nach Florida zu ihrer Großmutter Lainey, nachdem sie erfahren hat, dass Claude verstorben ist. Der an Krebs erkrankte Mann war ein langjähriger Freund der Familie und zugleich Besitzer der berühmten Claude-Villa. 
Das Anwesen war einst ein ehemaliges Hotel mittlerer Preisklasse, dass der exzentrische Mann zu Lebzeiten in ein ungewöhnliches Wohnhaus mit einzelnen Apartments umbauen ließ. Farbenfroh, extravagant und ein wenig schrill widerspiegeln die Räumlichkeiten den Charakter des Verstorbenen. 
Bei der Verlesung seines Testaments im Speisesaal durch den Anwalt treffen die Bewohner und Angehörigen zum ersten Mal aufeinander. Unter ihnen befindet sich auch Claude’s Schwester Bernie, die gemeinsam mit ihrem Stiefneffen Bradly angereist ist. Zwischen den Geschwistern hätten die Unterschiede kaum größer sein können, denn während Claude sein Leben in vollen Zügen gelebt hat, wirkt Bernie eher trist und verschwindet im Schatten ihres extrovertierten Bruders. 
Ausgerechnet sie soll nun Claudes Penthouse im obersten Stockwerk erben. Sein letzter Wille ist aber an eine Bedingung geknüpft, nämlich dass Bernie für eine gewisse Zeit in seinem Penthouse leben muss um sich mit Oma Lainey und den anderen Mitbewohnern anzufreunden. Eine Zumutung für die die Erbin wenig Begeisterung zeigt, da sie bereits ganz genaue Vorstellungen hat was mit dem Anwesen in naher Zukunft geschehen soll. 
Zusätzlich hat sich Claude als letzten Willen sein legendäres Krimidinner-Spiel „Killing Me Softly“ gewünscht, bei dem die Bewohner in unterschiedliche Rollen hineinschlüpfen müssen und sich anschließend gemeinsam auf die Suche nach einem fiktiven Mörder begeben. 
Zunächst klingt alles nach einem amüsanten Abend, doch dieser nimmt schon bald eine unerwartete Wendung, als plötzlich im Billardzimmer der Claude-Villa eine echte Leiche entdeckt wird. Und schnell wird klar, dass der Mörder einer von ihnen sein muss…
 
Eigene Meinung:
„Flirting with Murder“ von Amanda Sellet ist der erste Band einer neuen Buchreihe. Die Protagonisten sind zum einen die aufgeweckte Virginia, die nach Florida fliegt um ihre Großmutter Lainey in der Claude-Villa zu besuchen, sowie Felix, der ebenfalls anreist um seinen Großvater zu sehen der eine Wohnung auf dem Anwesen besitzt. 
Als letzten Willen wünscht sich der verstorbene Gründer Claude von seinen Freunden und Mitbewohnern eine Runde seines legendären Krimidinnerspiels „Killing Me Softly“, bei dem er die Rollen jedem vorab zugeteilt hat. Während die Freunde zunächst einen amüsanten Abend verbringen und nach einem fiktiven Mörder fahnden, taucht im Billardzimmer plötzlich eine echte Leiche auf. Schnell wird allen klar, dass der Täter unter ihnen weilt. 
Mir hat besonders gut der Schreibstil der Autorin gefallen. Zu Beginn erzählt Sellet die Geschichte frech, spritzig und sehr erfrischend. Die Dialoge sind ein gekonnter Schlagabtausch zwischen zwei Teenagern, die noch nicht so recht mit ihren Gefühlen umzugehen wissen. Dies führt dazu, dass die Atmosphäre trotz des Themas eine gewisse Leichtigkeit beibehält. Doch im Laufe der Handlung lässt dieser jugendliche Charme leider nach. 
Mit Virginia hatte ich leider meine Schwierigkeiten. Ihre Art empfand ich stellenweise als anstrengend und für ihr Alter nicht besonders reif, wodurch ich zu ihr keinen richtigen Zugang gefunden habe. Felix hingegen war mir sehr sympathisch und mein persönlicher Held des Buches. 
Des Weiteren wurden für meinen Geschmack sowohl die Ermittlungen rund um den echten Todesfall als auch das Krimidinnerspiel zu wenig ausgearbeitet. Hier wurde eindeutig Potenzial verschenkt, denn die beiden Handlungsstränge hätten durchaus gute Ansätze gehabt. Auch der Spannungsbogen war nicht durchgehend überzeugend. 
Fazit: Ein spritziger Auftaktband bei dem leider Potenzial verschenkt wurde. 
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen 

Sonntag, 6. September 2026

Buchrezension: Wiedersehen im Café am Rande der Welt - Eine inspirierende Reise zum eigenen Selbst (Teil 2) von John Strelecky

Wiedersehen am Café am Rande der Welt -
Eine inspirierende Reise zum eigenen Selbst

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung
Verlag: dtv Verlag
Titel: Wiedersehen am Café am Rande der Welt -
Eine inspirierende Reise zum eigenen Selbst
Autor: John Strelecky
Erscheinungsjahr: 08. September 2017
Seitenzahl: 288 Seiten 
Kapitelzahl: 57 Kapitel
ISBN: 978-3-423-94896-6
Cover: broschierte Ausgabe
Preis: 11,95 Euro
Quellenangabe: Hier geht's zum Verlag

Klappentext:
Einst war der Erzähler John ein gestresster Manager, heute führt er ein ausgeglichenes und glückliches Leben. Während einer Radtour auf Hawaii stößt er zufällig wieder auf das Café am Rande der Welt, das ihn so nachhaltig verändert hat. In dem Café begegnet er der unglücklichen Jessica. 
Von morgens bis abends eingebunden in einem stressigen Job tut sie das, was andere von ihr erwarten, hat dabei aber ihre eigene Ziele und Wünsche aus den Augen verloren. John wird zu ihrem Mentor und hilft ihr, sich auf das, was wirklich zählt, zu besinnen. 

Inhaltsangabe:
An einem schicksalshaften Tag beschließt John eine ausgiebige Radtour durch Hawaii zu unternehmen ohne Zeitdruck und ohne eine vorgeschriebene Route. Besonders die abgelegenen Straßen reizen den einstigen Manager sehr, da sie ihn meist zu den schönsten Stellen der Insel führen.
Inzwischen sind zehn Jahre vergangen, seit John das Café der Fragen zuletzt besucht hat. Dank diesem mysteriösen Abend hat er seinem beschwerlichen Alltagstrott den Kampf angesagt und sich für ein unkonventionelles Lebensmodell entschieden. Dieses zeichnet sich aus, in dem John zwölf Monate lang arbeitet und Rücklagen bildet, um im darauffolgenden Jahr ausschließlich zu reisen. Daher hat der junge Mann auch schon viele Abenteuer erlebt - unter anderem diverse Streifzüge durch den Dschungel von Borneo, eine Safaritour in Namibia, sowie eine dreimonatige Fahrradabenteuerreise durch Malaysia und Indonesien. Ehe sich nun sein Reisejahr dem Ende neigt, möchte John noch ein paar zusätzliche Wochen auf Hawaii verbringen, bevor er seinen Heimweg antritt. Während seiner Radtour auf einem entlegenen Teil der Insel überkommt ihm plötzlich ein Déjà-vu-Erlebnis, denn nicht unweit von ihm entfernt entdeckt er plötzlich das Café am Rande der Welt. Sowohl die Außenfassade, als auch die Inneneinrichtung mit den roten Sitznischen und den verchromten Barhockern sehen aus wie damals, als John zuletzt diesen magischen Ort betreten hat. Selbst die dort angestellte Bedienung Casey hat sich optisch kaum verändert. Sofort herrscht zwischen den beiden eine vertraute Bindung, sodass der ehemalige Manager von seiner lebensveränderten Entwicklung berichtet. Doch dieses Mal wird John nicht als Gast empfangen, sondern soll stattdessen Casey in der Küche helfen. Diese erwartet nämlich in Kürze einen speziellen Gast. 
Jessica, eine junge Frau im Businesskostüm betritt unsicher das Lokal. Abgehetzt und ausgelaugt lässt sich die junge Frau von Casey überreden einen heißen Kaffee zu trinken. Ehe sich Jessica versieht, wird sie von dem Wunder des Ortes eingehüllt. John, der von der Küchentheke aus alles beobachtet hat, weiß ganz genau, wie sich die abgekämpfte Frau bei ihrer Ankunft im Café fühlt und nimmt sich ihr schließlich an. Im Laufe des Tages durchlebt Jessica eine erstaunliche Entwicklung die dafür sorgen wird, dass sie endlich ihr Leben wieder selbst in die Hand nimmt um zu ihrem eigenen "Ich" zurückzufinden...

Eigene Meinung:
Wiedersehen im Café am Rande der Welt ist John Strelecky's zweites Buch einer bisher vierteiligen Reihe. Erneut trifft der Leser auf den bereits bekannten Protagonisten John, der kurz nach seinem Besuch in dem mysteriösen Cafè am Rande der Welt eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht hat. Anstatt einen tristen Arbeitsalltag im Büro zu verbringen mit unbequemen Schuhen und gestärkten Hemden- der zudem kräfteraubend und deprimierend ist, entwickelt John ein Lebensmodell, welches für ihn geeigneter erscheint. Der einstige Manager fühlt sich inzwischen sichtlich wohl in seiner Haut und der Leser profitiert ab der ersten Seite von seiner leichten und in sich ruhenden Einstellung. Doch was der junge Mann noch nicht ahnt: Nach über einem Jahrzehnt taucht das Café in einem völlig entlegenen Teil der Insel plötzlich wie aus dem Nichts auf, welches genauso aussieht wie damals. Dieses Mal übernimmt John die Rolle des Mentors. 
Jessica, eine junge Geschäftsfrau und aktueller Gast des Lokals steckt im selben Dilemma wie einst er selbst. Unterstützung bekommt John von Casey und Mike -dem ehemaligen Koch des Lokals-, sowie von dessen kleinen Tochter. 
Die Geschichte in diesem Buch fand ich im Vergleich zum Vorband sehr schleppend geschrieben. Viele Themen wurden mehrmals aufgegriffen, sodass sich der Unterhaltungswert etappenweise in Grenzen hielt. Die Grundidee fand ich wie auch schon im ersten Teil sehr gut, doch die geschichtliche Umsetzung war meiner Meinung nach nicht ganz gelungen. Einige von Strelecky's beschriebenen Szenen fand ich unrealistisch, sowie das siebenjährige, altkluge Mädchen namens Emma, die sich wie eine Erwachsene benahm und sich auch so ausdrückte. 
Nichtsdestotrotz glänzt der Autor mit einer lockeren Geschichte die inhaltlich viele Lebensweisheiten zutage bringt, die automatisch zum Umdenken des eigenen Lebensstil anregen. 
Fazit: Trotz mehrerer inhaltlicher Durststrecken ein Buch welches zum Nachdenken des eigenen Lebensstil animiert. 
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen 

Anmerkung:
Weitere Rezensionen von John Strelecky: 

Sonntag, 30. August 2026

Buchrezension: 8 UHR SCHNITT von Michael Leschinski

8 UHR SCHNITT

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Verlag: Morio Verlag
Titel: 8 Uhr Schnitt
Autor: Michael Leschinski
Erscheinungsjahr: 15. Dezemeber 2025
Seitenzahl: 332 Seiten
Kapitelzahl: 37 Kapitel
ISBN: 978-3-949749-26-1
Cover: broschierte Ausgabe
Preis: 20,00 Euro
Quellenangabe / Interesse geweckt? Hier geht's zum Verlag
 
Klappentext:
Der Chirurg Dr. Christian Högner will nach oben. In der Klinik gilt er als talentiert. 
Doch dann wird er Zeuge eines Mordes. 
Der Leitende Oberarzt verletzt vorsätzlich das Blutgefäß eines Patienten. In der Chirurgie hüllt man sich in Schweigen. Aber Högner will diese eiserne Regel brechen und gerät in Verdacht, ein Nestbeschmutzer zu sein. Seine Karriere scheint vorbei. Schließlich wird Christian mit einem Sonderauftrag in eine Klinik für Superreiche geschickt. Das Instituzione behandelt psychische Störungen und Suchterkrankungen der "oberen Zehntausend". Hier gibt es keine Krankengeschichten, keine Krankenschwestern, keine Pfleger. Die Identität der Patienten erfährt man nicht. 
Spannend und mit Insiderwissen erzählt der Arzt Michael Leschinski von der Welt der Mediziner, von Intrigen und von den Unwägbarkeiten in der Liebe...
 
Inhaltsangabe:
Dr. Christian Högner sieht nicht nur gut aus, sondern ist intelligent, ehrgeizig und bei seinen Kollegen hoch angesehen. Mit gerade einmal 33 Jahren hat der talentierte Mediziner seine Facharztausbildung für Viszeralchirurgie erfolgreich abgeschlossen und es scheint so, als würde ihm eine glänzende Karriere bevorstehen. Doch eine angesetzte Operation um acht Uhr morgens wird sein Leben für immer verändern.
Bei dem Eingriff soll einem 63-jährigen Banker ein großflächiger, zentral sitzender Lebertumor entfernt werden. Unter der Leitung des Oberarztes Professor Achim Riedl -einem erfolgreichen Leberchirurgen- scheint zunächst alles nach Plan zu verlaufen. Doch Christian beobachtet einen folgenschweren Schnitt an einem Gefäß, wodurch der Patient kurze Zeit später verstirbt. Als die Staatsanwaltschaft aufgrund eines anonymen Hinweises die Ermittlungen aufnimmt, gerät ausgerechnet Christian ins Visier. Der Verdacht, er habe seinen Vorgesetzten verraten kostet ihm nicht nur seinen guten Ruf, sondern auch das Vertrauen der Kollegen was eine Suspendierung vom Dienst zur Folge hat.
Durch Zufall begegnet Christian seiner Jugendliebe Melanie, durch die der junge Mediziner einflussreiche Persönlichkeiten kennenlernt, unter anderem Professor Scharping. Dieser behandelt in seiner Klinik prominente Patienten, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit Hilfe suchen. Christian wird in jener Klinik eingestellt und schafft es beruflich wieder Fuß zu fassen. Professor Scharping, der mit der Arbeit seines jungen Arztes zufrieden ist, bittet Christian für ein Jahr nach La Maddalena zu gehen, um seinen Kollegen Professor Francesco Manna zu unterstützen, der eine Klinik für Suchtkranke und Patienten mit psychischen Problemen führt. Obwohl dieses Fachgebiet für den 33-jährigen völlig neu ist, wittert er seine Karrierechancen und nimmt die Herausforderung schließlich an.
Doch auch auf Sardinien findet er keine Ruhe, als dort plötzlich ein Patient tot aufgefunden wird. Christian gerät in den Fokus der Ermittler, da alle Spuren am Opfer direkt zu ihm führen. Erneut muss der junge Arzt um seine berufliche Zukunft, seine Freiheit und um seine Liebe kämpfen… 
 
Eigene Meinung:
Der Tod eines Patienten während einer Operation gehört zu den schwerwiegendsten Komplikationen - Exitus tabula, wie es in der Medizin heißt. Und genau dies wird dem 33-jährigen Facharzt Christian Högner zum Verhängnis, als er mitansehen muss, wie sein Vorgesetzter während einer Operation einen falschen Schnitt an einem Gefäß setzt. Denn mit dem Tod des Patienten beginnt für Christian ein Kampf um seine berufliche Existenz, die ihn auf so manche Irrwege führt und ihn in die Abgründe menschlichen Abschaums blicken lässt.
Egal wohin es ihn verschlägt, der nächste Schicksalsschlag scheint bereits auf ihn zu warten. Zuletzt wird sogar ein Patient tot aufgefunden- erdrosselt mit Christians eigenem Gürtel.
„8 Uhr Schnitt“ von Michael Leschinski ist ein spannender Thriller, der einen interessanten Blick hinter die Kulissen des Klinikalltags gewährt.
Besonders gefallen hat mir, dass der medizinische Bereich nicht nur als reine Kulisse für einen Kriminalfall dient, sondern die hierarchischen Strukturen eine große Rolle spielen. Dass „die Götter in Weiß“ vor Macht, Skrupellosigkeit und Betrug nicht zurückschrecken, legt Leschinski in diesem Buch glaubwürdig dar. Der Protagonist ist eine interessante Hauptfigur mit Ecken und Kanten. Gerade seine Bemühungen beruflich wieder Fuß zu fassen machen deutlich, wie schnell ein einziger Vorfall das gesamte Leben verändern kann. Doch kaum scheint sich die Situation zu beruhigen, wartet bereits das nächste Drama auf Dr. Högner. Insgesamt konnte mich das Buch durchaus überzeugen, auch wenn der Autor gerne mal an der ein oder anderen Stelle zu viel Zeit in Rückblenden und Personenverhältnisse investiert.
Fazit: Ein spannender Thriller für Medizinfans, die auf blutige Effekte verzichten und mehr die menschlichen Abgründe unter die Lupe nehmen wollen. 
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen  

Sonntag, 23. August 2026

Buchrezension: Das Café am Rande der Welt - Eine Erzählung über den Sinn des Lebens (Teil 1) von John Strelecky

Das Café am Rande der Welt -
Eine Erzählung über den Sinn des Lebens

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung
Verlag: dtv Verlag 
Titel: Das Café am Rande der Welt -
Eine Erzählung über den Sinn des Lebens
Autor: John Strelecky 
Erscheinungsjahr: 01. Februar 2007
Seitenzahl: 128 Seiten
Kapitelzahl: 16 Kapitel
ISBN: 978-3-423-20969-4
Cover: broschierte Ausgabe
Preis: 9,95 Euro 
Quellenangabe / Interesse geweckt? Hier geht's zum Verlag

Reihenfolge der "Café am Rande der Welt"-Reihe:

Klappentext:
Im Leben ankommen
In einem kleinen Café  am Rande der Welt wird John, ein stets gestresster Manager, mit Fragen nach dem Sinn des Lebens konfrontiert. Diese führen ihn gedanklich weit weg von seiner Bürotage an die Meeresküste von Hawaii. Dabei verändert sich seine Einstellung zum Leben und zu seinen Beziehungen, und er erfährt, wie viel man von einer weisen grünen Meeresschildkröte lernen kann. So gerät diese Reise letztlich zu einer Reise zum eigenen Selbst. 

Inhaltsangabe:
Sonne, Strand und vor allem eins: Erholung. Mit diesen Gedanken macht sich John auf den Weg in den Urlaub. Für eine Woche soll es nach Hawaii gehen um dort wieder zu Kräften zu kommen. Gut vorbereitet mit einer aus dem Internet ausgedruckten Landkarte macht sich der erfolgreiche Manager per Auto auf den Weg. Doch schon bald kommt er auf dem Highway in einen Stau der ihn zum Umkehren zwingt. Ohne einen Reiseatlas im Gepäck fährt John stundenlang orientierungslos umher, bis es nicht nur allmählich immer dunkler wird und er Hunger bekommt, sondern auch sein Tank sich langsam dem Ende neigt. 
Völlig verzweifelt und genervt von der scheinbar ausweglosen Situation biegt der 28-jährige an einer Kreuzung links ab und bemerkt einige Meilen später plötzlich in der Ferne ein Licht. Voller Hoffnung fährt John darauf zu und findet zu seiner Erleichterung dort ein weißes, rechteckiges Gebäude das mit blauen Neonröhren auf dem Dach den Namen des Objekts preisgibt - Café der Fragen. John betritt das einsam gelegene Lokal welches im amerikanischen 50ger Jahre Stil eingerichtet ist. Sofort kommt Casey -die Kellnerin- auf den neuen Gast zu und bringt ihm die Speisekarte. Neben der Aufzählung der einzelnen Mahlzeiten bemerkt John hierauf drei Lebensfragen die ihn irritieren. Nach kurzem Zögern bestellt er trotz später Abendstunde ein großes Frühstück. Während des Essens befasst sich der Manager mit den Fragen auf der Menükarte und reflektiert zum ersten Mal sein bisher geführtes Leben.
Unterstützung bei seinen Denkanstößen erhält er von Casey, dem Koch und dem Ladenbesitzer Mike sowie von einem Gast namens Anne. 
Der Abend nimmt für John eine schicksalshafte Wendung und ehe er sich versieht, beginnt nicht nur ein neuer Tag, sondern für John auch ein neues Lebensgefühl...

Eigene Meinung:
Das Café am Rande der Welt ist der erste Teil einer Buchreihe von John Strelecky. Protagonist der Geschichte ist John, ein erfolgreicher Manager der völlig ausgelaugt für eine Woche Urlaub machen möchte. Durch Umwege kommt der 28-jährige direkt am Café der Fragen vorbei, welches völlig abgelegen irgendwo im Nirgendwo zu finden ist. 
Zunächst scheinen seine Nerven blank zu liegen, denn er hat sich völlig verfahren, ist hungrig und sein Benzin auf der Reserve. Als er neben den Speisen drei Lebensfragen auf der Menükarte liest, nimmt er sich diesen an und erfährt dabei erstaunliches. 
Obwohl das Büchlein mit seinen 128 Seiten eher schmal ist, so hat es der Inhalt wirklich in sich. Der Schreibstil ist flüssig und die Erzählweise angenehm, sodass man sich schleichend auf die tiefgründigeren Gespräche der Protagonisten einstellen kann. Die philosophischen Denkanstöße wirken nicht übertrieben, sondern werden spielerisch durch Metapher integriert die dazu animieren sich wie John zu reflektieren. Besonders gefällt mir, dass Strelecky nicht in esoterische Theorien und Klischees abdriftet, sondern stets auf dem Boden der Tatsachen bleibt und der Handlung genug Spielraum für eigene Interpretationen gibt. 
Fazit: In der Einfachheit liegt der Schlüssel: Eine seichte Geschichte die dazu animiert sein eigenes Leben zu reflektieren und zu hinterfragen. 
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen 
 
Anmerkung:
Weitere Rezensionen von John Strelecky: