Sonntag, 27. September 2026

Buchrezension: DRACULA - Neu erzählt für Kinder ab 7 Jahren von Bram Stoker

DRACULA -
Neu erzählt für Kinder ab 7 Jahren
 
Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Verlag: Anaconda Verlag
Titel: Dracula - Neu erzählt für Kinder ab 7 Jahren
Autor: Bram Stoker
Erscheinungsjahr: 29. Oktober 2025
Seitenzahl: 128 Seiten
Kapitelzahl: 16 Kapitel
ISBN: 978-3-7306-1534-8
Cover: gebundene Ausgabe
Preis: 6,95 Euro 
Empfohlenes Alter: ab 7 Jahren
Quellenangabe / Interesse geweckt?  Hier geht's zum Verlag
 
Klappentext:
Auf der schaurigen Burg in Transsilvanien kann einem schon unheimlich werden. 
Und der Graf mit den spitzen Zähnen guckt so seltsam, wenn er Blut sieht. Rechtsanwalt Jonathan Harker, sein Gast, will nur schnell wieder weg von hier. Aber Graf Dracula hat einen teuflischen Plan, und vielen Menschen droht Unheil. Diese berühmte Vampirgeschichte ist mit Zeichnungen versehen und so nacherzählt, dass sich junge Menschen beim Lesen angenehm gruseln können.  
 
Inhaltsangabe:
Als frischgebackener Rechtsanwalt erhält Jonathan Harker seinen ersten eigenen Auftrag. Er soll nach Transsilvanien reisen um dort dem Grafen Dracula das Carfax House zum Kauf anzubieten. Das Anwesen in England steht bereits seit einiger Zeit leer und weckt daher das Interesse des geheimnisvollen Adeligen.
Bevor der junge Anwalt seinen Klienten persönlich kennenlernt, verbringt er eine Nacht in einem kleinen Gasthaus ganz in der Nähe von Draculas Schloss. Als die Wirtin vom Grund seiner langen Reise erfährt, überreicht sie ihm ein kleines Holzkreuz. Eindringlich bittet sie ihn, dieses stets bei sich zu tragen sobald er das Anwesen betritt. Im Dorf erzählt man sich, dass es im Schloss nicht mit rechten Dingen zugehen soll.
Und tatsächlich muss Jonathan schon bald selbst feststellen, dass ihre Warnung keineswegs unbegründet ist. Sein Gastgeber verhält sich höchst sonderbar. Tagsüber lässt sich Dracula überhaupt nicht blicken, selbst beim Essen bleibt Jonathan allein und erst in der Nacht scheint sich der Graf durch die alten Gemäuer zu schleichen. 
Je länger der Aufenthalt dauert, desto größer wird Jonathan’s Unbehagen. 
Während der Anwalt sich in Rumänien zunehmend unwohl fühlt, verbringen seine Verlobte Mina und deren Freundin Lucy unbeschwerte Tage in der englischen Küstenstadt Whitby. Mina freut sich bereits auf die Rückkehr ihres Partners, denn die Hochzeitsplanung der beiden steht an. Doch die Idylle nimmt eine tragische Wendung, als Lucy von einem unbekannten Wesen gebissen wird und daraufhin erkrankt. Wie sich schon bald herausstellt, handelt es sich um die Tat eines Vampirs. 
Plötzlich ist die Bedrohung nicht länger in den dunklen Wäldern Transsilvaniens zu finden, sondern die Gefahr hat längst England erreicht. 
Hilfe ist bereits im Anmarsch. Van Helsing, ein Freund des behandelnden Arztes von Lucy will dem Schrecken ein für alle Mal ein Ende setzen. Wird es ihm gelingen?
 
Eigene Meinung:
Mit dem Monat September beginnt auch langsam die schaurig schöne Herbstzeit. Dabei darf natürlich bei Groß und Klein die passende Lektüre nicht fehlen. Dazu gehört unter anderem der Gruselklassiker „Dracula“ von Bram Stoker. 
In dieser gebundenen Ausgabe wird die Handlung rund um den frischgebackenen Rechtsanwalt Jonathan Harker und dem rumänischen Adeligen Graf Dracula kindgerecht neu erzählt, ohne dabei den Kern der Geschichte zu verändern. Die Schreibweise der 128-seitigen Lektüre aus dem Anaconda-Verlag ist leicht verständlich, das Erzähltempo flott und unterhaltsam, sodass junge Leser motiviert sind dem Geschehen konzentriert zu folgen. Untermalt wird die Erzählung durch zahlreiche Schwarz-Weiß-Illustrationen von Nick Moffatt, die das Geschehen bildlich aufgreifen und die Szenen visuell ergänzen. Auch die extra große Schrift ist für die Zielgruppe -Kinder ab 7 Jahren- sehr gut geeignet. Sie erleichtert das Lesen und kann gleichzeitig dabei helfen, die eigenen Lesekenntnisse weiter zu festigen. 
Die Mischung aus Spannung, Grusel und einer altersgerechten Erzählweise macht das Buch sowohl für Jungen als auch für Mädchen interessant. Wer Kindern einen ersten Zugang zu einem echten Klassiker der Schauerliteratur ermöglichen möchte, erhält hier eine unterhaltsame und schön gestaltete Ausgabe. Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt hierbei.
Fazit: Ein Klassiker im kindgerechtem Gewand, der Lust auf mehr schaurige Literatur macht
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen
 
Quelle: Buch Abb. S. 14-15 / S. 38-39

Mittwoch, 23. September 2026

DIARY: Lesung mit Michael Kobr in Langerringen

  
Lesung mit Michael Kobr in Langerringen

Am 16. September 2026 durfte ich einen ganz besonderen Abend in Langerringen verbringen, denn dort war Michael Kobr über die Buchhandlung Schmid aus Schwabmünchen zu Gast. Die meisten werden den Autor sicherlich durch die Kluftinger-Reihe kennen, die er seit 2005 gemeinsam mit Volker Klüpfel schreibt. 
Doch Kobr hat längst bewiesen, dass er auch alleine ein Händchen für spannende Geschichten und kauzige Ermittler hat. 
Das zeigt sich besonders in seiner aktuellen Bornholm-Krimi-Reihe, in der er den etwas eigensinnigen Kommissar Lennart Ipsen geschaffen hat. Gemeinsam mit seinen Kollegen Tao Nguyen und Britta Blomdal ermittelt er auf der dänischen Ostseeinsel. 

In seinem neuesten Band „Sturm über Christiansø“ verschwindet die 26-jährige Klimaaktivistin Anna Steenberg spurlos. Als ihr Segelboot gefunden wird und die Ermittler dort neben Blutspuren und mysteriösen Tabletten auch einen Tracker entdecken deutet alles darauf hin, dass Anna Opfer eines Verbrechens geworden ist (…)

An diesem regnerischen Abend ging es natürlich nicht nur um den Inhalt des neuesten Krimis. Michael Kobr las einzelne Passagen vor und gab dabei auch gleich eine Kostprobe davon, in welchen unterschiedlichen Dialekten und Tonlagen seine Figuren miteinander sprechen. Und spätestens dann war für mich klar: Pablo -der Freund der vermissten Frau- war meine persönliche Lieblingsfigur. Sein schwäbischer Akzent hat absolutes Alleinstellungsmerkmal!


Musikalisch untermalt wurde die ca. zweistündige Lesung von Stephan Winkler, einem langjährigen Freund aus Kobr‘s Schulzeit. Mit E-Piano und Akkordeon sorgte er für die passende maritime Atmosphäre. Ich war total überrascht, dass Michael Kobr so gut und vor allem so leidenschaftlich singen kann, damit habe ich persönlich nicht gerechnet. Bei „Boat on the River“ hatte ich nicht nur ein bisschen Gänsehaut, sondern auch Fernweh in Richtung Ostsee.
Neben den musikalischen Einlagen gab es natürlich auch amüsante Kabbeleien und Anekdoten zwischen dem Autor und dem Musiker. Die beiden ergänzten sich toll und lockerten die Lesung immer wieder auf. 
Dass in seinen Figuren und Geschichten auch einige persönliche Erfahrungen stecken, erzählte Michael Kobr mit einem verschmitzen Lächeln. Schreiben sei für ihn eine Art therapeutische Maßnahme, um bestimmte Erlebnisse und Gedanken zu verarbeiten. Das sorgte spätestens bei einigen etwas pikanten Szenen zwischen Kommissar Lennart Ipsen und seinem Vater für den einen oder anderen überraschten Lacher im Publikum. Denn offenbar haben manche dieser Situationen tatsächlich einen realen Hintergrund.



Da stellt sich mir nun die Frage, ob wir im nächsten Bornholm-Krimi tatsächlich einer blonden Perücke begegnen werden, die vielleicht ein mysteriöses Detail in einem neuen Verbrechen darstellt? Und ja, hier handelt es sich um ein Insiderwissen, dass man nur versteht wenn man auf der Lesung war.
Wer die Bornholm-Krimis bisher noch nicht kennt, dem kann ich die Reihe wirklich empfehlen. Nicht nur, weil die Fälle spannend sind und Lennart Ipsen ein interessanter Charakter ist, sondern auch weil die Bücher gefühlt gleichzeitig als kleiner Reiseführer dienen. Und wer sich dabei nicht nur literarisch, sondern auch kulinarisch auf neue Gewässer begeben möchte, kommt ebenfalls auf seine Kosten.
Denn Michael Kobr hat während der Lesung auch auf seine Webseite verwiesen, auf der sich unter anderem leckere Rezepte finden lassen. Ein kleiner kulinarischer Abstecher nach Bornholm kann also direkt auf dem eigenen Teller beginnen.
Es war für mich ein wirklich unterhaltsamer und lustiger Abend!

Anmerkung:
Hier findest Du weitere Informationen: 
  • *Hier* findest Du die Webseite von Michael Kobr
  • *Hier* findest Du meine Rezension zu dem Buch "Sturm über Christiansø" (Band 4) von Michael Kobr vom 24.06.2026

Sonntag, 20. September 2026

Buchrezension: DAS TAROT CAFÉ von Moon Hye Joung

DAS TAROT CAFÉ
 
Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung
Verlag: Bastei Lübbe
Titel: Das Tarot Café
Autor: Moon Hye Joung
Erscheinungsjahr: 2. September 2026
Seitenzahl: 320 Seiten
Kapitelzahl: 29 Kapitel
ISBN: 978-3-7577-0277-9
Cover: gebundene Ausgabe
Preis: 20,00 Euro
Quellenangabe / Interesse geweckt? Hier geht's zum Verlag
 
Klappentext:
Oft ist die Antwort, die du suchst, nur eine Frage entfernt.
Seryeon legt Tarotkarten in einem bezaubernden Cafè in Seoul. Hier begegnet sie den unterschiedlichsten Menschen, die sich Entscheidungshilfe zu einem bestimmten Problem von ihr erwarten. Sie bittet die Ratsuchenden, ihr Anliegen auf eine einzige Frage herunterzubrechen, und schenkt ihnen damit eine Perspektive. Eines Tages hält das Leben zwei unerwartete Ereignisse für Seryeon selbst bereit: Ihr Exfreund steht plötzlich vor ihr, bereit an die lange gemeinsame Zeit anzuknüpfen. Und sie bekommt die Chance, als Autorin in einer Webtoon-Agentur zu arbeiten. Dabei entpuppt sich der Zeichner, mit dem sie zusammenarbeiten soll, überraschenderweise als ein ehemaliger Kient...  
 
Inhaltsangabe:
Seryeon hatte es in ihrem bisherigen Leben alles andere als leicht gehabt. Aufgewachsen in einer zerrütteten und völlig verarmten Familie mit einer alleinerziehenden, alkoholkranken Mutter und drei jüngeren Geschwistern aus unterschiedlichen Beziehungen versucht sie das Beste aus ihrer Situation zu machen. Schon früh übernimmt die junge Koreanerin die Verantwortung für ihre beiden Brüder und ihre kleine Schwester, sodass Seryeon selbst immer mehr auf der Strecke bleibt. Um endlich aus dieser Abwärtsspirale zu entkommen, fasst die inzwischen 36-jährige Frau den Entschluss, ihr Zuhause zu verlassen um sich ein eigenes Leben aufzubauen. 
Mit Hilfe ihrer besten Freundin findet Seryeon einen Job in einem liebevoll eingerichteten Cafè mitten in Seoul. Dort hat sie in einer kleinen Nische einen alten Schreibtisch aufgebaut an dem die alleinstehende Frau während der Öffnungszeiten Tarotkarten für die Kunden legt. Die daraus entstehenden Einnahmen reichen gerade so für das Nötigste, sodass Seryeon täglich um ihr Überleben kämpfen muss. Ihre eigentliche Leidenschaft gilt der Schriftstellerei. Bislang konnte die Mittdreißigerin damit aber keine allzu großen Erfolge erzielen, weshalb sie allmählich beginnt ihren großen Traum als Autorin aufzugeben. 
Doch das Glück scheint es gut mit ihr zu meinen, denn Seryeon erhält ein unerwartetes Jobangebot bei dem sie gemeinsam mit einem exzentrischen, sehr erfolgreichen Webtoon-Künstler eine Geschichte entwickeln soll. Aber ihr neuer Chef ist kein Unbekannter: Jinju wie sich der Endzwanziger ihr vorstellt ist ein ehemaliger Klient von Seryeon, der sich vor einiger Zeit ebenfalls die Tarotkarten legen ließ. 
Seine ungestüme und direkte Art bringt die junge Frau immer wieder aus dem Konzept, dennoch fühlt sie sich zu dem sechs Jahre jüngeren Jinju immer mehr hingezogen. Er bringt eine gewisse Leichtigkeit in ihr Leben, die sie nach all den schwierigen Jahren längst vergessen hat... 

Eigene Meinung:
Der Debütroman "Das Tarot Café" von Moon Ye Joung hat mir ausgesprochen gut gefallen. Im Mittelpunkt steht die 36-jährige Seryeon, die es in ihrem bisherigen Leben alles andere als einfach hatte. Schon früh musste sie die Verantwortung für ihre jüngeren Geschwister übernehmen und stellte dabei stets ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse in den Hintergrund. Obwohl sie endlich den Mut aufbringt von Zuhause wegzulaufen, will das Glück zunächst nicht so recht auf ihrer Seite sein. Ihre Partnerschaft zerbricht und auch beruflich kommt Seryeon nicht voran. 
Die Autorin hat mit ihrer Protagonistin eine Figur erschaffen, die durch ihre schwierige Herkunft lange daran gehindert wurde, ihr eigenes Können unter Beweis zu stellen. Erst durch die Begegnung mit dem extrovertierten und sechs Jahre jüngeren Jinju kommt wieder ein bisschen mehr Leichtigkeit in ihr Leben. Seine neugierige, ungestüme Art bringt sie immer wieder aus ihrer gewohnten Bahn- nicht unbedingt zum Nachteil!
Auch die Buchgestaltung hat mich sehr angesprochen. Die einzelnen Kapitel werden jeweils durch eine gezeichnete Tarotkarte eingeleitet, die zudem mit einer kurzen Beschreibung darunter versehen ist. Dadurch erhält der Leser einen kleinen Hinweis darauf, was einen in dem Abschnitt erwartet. Diese Illustrationen haben die Geschichte nicht nur optisch aufgewertet, sondern den Inhalt greifbar gemacht und der Handlung eine besondere Tiefe verliehen. 
Fazit: Eine gefühlvolle Geschichte über einen Neuanfang und die Suche nach dem eigenen Weg.
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen
 
Quelle: Buch Abb. S. 13 / S. 116

Samstag, 19. September 2026

DIY: Gestrickte Oktoberfest-Hausschuh-Socken


Guten Morgen ihr Lieben,
 O’zapft is!

Vor ein paar Tagen habe ich wieder meine Stricknadeln ausgepackt und mich an ein etwas ungewöhnlicheres Projekt herangewagt. Inspiriert wurde ich durch das Oktoberfest welches vom 19. September bis zum 04. Oktober 2026 in München stattfindet. 
Für die Bierkrug-Hausschuhe verwendete ich kein Sockengarn, sondern normale Strickwolle. Dies hat den Effekt, dass der Strumpf dicker und standhafter ist und auch der Bierkrug-Griff dadurch in Form bleibt. 
Die Hausschuh-Socken anzufertigen haben mir wirklich großen Spaß bereitet, aber die entscheidende Frage ist natürlich: Würdet ihr sie tragen?





Anmerkung:
Hier findest Du weitere Socken-Strickmuster: 

Mittwoch, 16. September 2026

Buchrezension: Auszeit im Café am Rande der Welt - Eine Wiederbegegnung mit dem eigenen Selbst (Teil 3) von John Strelecky

Auszeit am Café am Rande der Welt -
Eine Wiederbegegnung mit dem eigenen Selbst

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung
Verlag: dtv Verlag 
Titel: Auszeit im Café am Rande der Welt - 
Eine Wiederbegegnung mit dem eigenen Selbst
Autor: John Strelecky
Erscheinungsjahr: 23. August 2019
Seitenzahl: 160 Seiten
Kapitelzahl: 32 Kapitel
ISBN: 978-3-423-34964-2
Cover: broschierte Ausgabe 
Preis: 11,95 Euro 
Quellenangabe / Interesse geweckt? Hier geht's zum Verlag


Klappentext:
"Manchmal, wenn man es am wenigsten erwartet, aber vielleicht am meisten braucht, findet man sich an einem unbekannten Ort wieder, mit Menschen, die man gleichfalls nicht kennt, und erfährt neue Dinge. Und wenn man Glück hat, kann man dorthin zurückkehren, wenn man es am nötigsten hat. 
Dies ist die Geschichte meines dritten Besuchs im Café am Rande der Welt."

Inhaltsangabe:
Wenn sich John freiwillig für einen Anzug entscheidet, dann hat dies einen Grund: in diesem Fall war es die Beerdigung seines kürzlich verstorbenen Patenonkels. Mit diesem verbindet der einstige Manager wunderschöner Kindheitserinnerungen, in denen sie gemeinsam mehrere Tage Campingurlaub mitten in der Natur machten. Die enge Bindung hielt auch weiterhin an, als John größer wurde und mit seinem Studium anfing und wegzog. Über einen regelmäßigen Briefkontakt tauschten sich die beiden aus bis dieser mit der Zeit immer weniger wurde - nicht zuletzt, durch John's regelmäßige Umzüge in neue Städte. 
Jetzt, viele Jahre später bereut der inzwischen 50-jährige sich nicht früher bei seinem Patenonkel gemeldet zu haben und bemerkt zum ersten Mal bewusst, wie schnell die Zeit vergeht. Geplagt voller Trauer und Selbstzweifel macht sich der Vater einer inzwischen 8-jährigen Tochter bei strömenden Regen auf den Weg zum Flughafen, da in wenigen Stunden bereits sein Abflug nach Hause zu seiner Familie bevorsteht. Doch die Fahrt mit dem Mietauto dorthin, verläuft alles andere als reibungslos. Nicht nur das immer stärkere werdende Unwetter zwingt John zum Anhalten, auch ein platter Hinterreifen mitten im Nirgendwo und ohne Handyempfang bringen ihn an seine Grenzen. Verzweifelt und genervt versucht er die Autopanne zu beheben. Dabei bekommt John spontan Gesellschaft von der 15-jährigen Hannah, die ebenfalls von dem aufkommenden Unwetter überrascht wurde. 
Auch ihr Fahrrad hat einen Platten, sodass John sich bereit erklärt hat, diese ein Stück mitzunehmen. Gemeinsam fahren die beiden orientierungslos umher, bis der 50-jährige ein bekanntes Licht in der Ferne erblickt. Das Café der Fragen steht nicht unweit von ihm entfernt, sodass er umgehend der Straße folgt die zu dem Lokal führt. 
Mittlerweile zum dritten Mal betritt der Familienvater das mysteriöse Café - dieses Mal in Begleitung der kleinen Hannah, die dem Ganzen äußerst skeptisch gegenübersteht. 
Die spontanen Gäste werden von Casey herzlich begrüßt, sowie von Mike und seiner Tochter der inzwischen 19-jährigen Emma. 
John wird erfahren, was es bedeutet älter zu werden und welche Bereicherung dies für sein eigenes Selbst, aber auch für andere sein wird...

Eigene Meinung:
In John Strelecky's dritten Teil findet der Protagonist John nach weiteren zehn Jahren wieder zurück zum Café der Fragen. Dieses Mal sind die Umstände weniger erfreulich, denn der ehemalige Manager kommt direkt von der Beerdigung seines geliebten Patenonkels. Schmerzlich wird ihm bewusst, wie schnell die Zeit vergangen ist, denn immer wieder treten Erinnerungsfetzen aus seiner Kindheit zum Vorschein, die John mit seinem Patenonkel beim Angeln oder beim Campingurlaub zeigen. Obwohl er nun Vater einer inzwischen 8-jährigen Tochter ist, scheint er erneut orientierungslos zu sein, wie einst vor zwanzig Jahren, als er den Sinn seines Lebens noch nicht erfassen konnte. Mit Hilfe des Lokals und seinen Bediensteten Casey und dem Koch Mike fand John mit 28 Jahren im ersten Teil zurück zu seinem eigenen Selbst. In Band zwei hingegen, wird John sogar selbst zum Mentor und berichtet über seine Erfahrungen und seinem selbst entwickelten Lebensmodell. Doch in diesem Band überkommt dem 50jährigen Mann nun eine Midlife-Crises die seine bisher erlebten Abenteuer in Frage stellen. Erneut müssen Casey und Mike dem verzweifelten Familienvater durch Metaphern und Lebensweisheiten auf die Sprünge helfen, die nicht nur John gedanklich völlig neue Wege aufzeigen, sondern auch dem Leser. Wieder einmal schafft es der Autor in einem stimmungsvollen Ambiente eine lebensbejahende, tiefgreifende Geschichte zu verfassen, die mir wirklich sehr gut gefallen hat. Zwar hätte ich mir gewünscht, noch ein paar weitere Einzelheiten über John und seiner privaten Situation zu erfahren, doch der Autor hat vermutlich ganz bewusst auf diese Fakten verzichtet. So fühlen sich mehr Leser angesprochen und die Geschichte wird nicht mit vielen Kleinigkeiten abgelenkt. 
Nachdem mir der zweite Teil nicht ganz so gefallen hat, konnte mich Strelecky dieses Mal wieder voll überzeugen. Während im Vorgängerband die Szenen teilweise extrem in die Längen gezogen wurden, hat der Autor dieses Mal einzelne Themen nur oberflächlich angedeutet. Manchmal hätte ich mir dann doch noch etwas mehr Input gewünscht. Trotz allem eine bisher sehr gelungene Buchreihe. 
Fazit: Eine seichte Geschichte mit vielen Anekdoten die das Leben beschreiben. Gefühlvoll und inspirierend!
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen 

Anmerkung:
Weitere Rezensionen von John Strelecky:

Sonntag, 13. September 2026

Buchrezension: FLIRTING with MURDER (Band 1) von Amanda Sellet

FLIRTING with MURDER

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung 
Verlag: Loewe Verlag
Titel: Flirting with murder
Autor: Amanda Sellet
Erscheinungsjahr: 10. September 2026
Seitenzahl: 384 Seiten
ISBN: 978-3-7432-2775-0
Cover: broschierte Ausgabe
Preis: 17,95 Euro
Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren 
Quellenangabe / Interesse geweckt?  Hier geht's zum Verlag
 
Klappentext:
WO DIE LEICHE HINFÄLLT...
Für Virginia sind die Sommer bei Großmutter Lainey ein Highlight. 
Denn ihre Oma lebt im Castle Claude, einem alten Schlosshotel, und veranstaltet dort regelmäßig die besten Krimidinner mit ihren Freunden. Doch in diesem Jahr ist der Hotelbesitzer Claude verstorben und die Testamentseröffnung ruft seine humorlose Schwester auf den Plan. Außerdem bekommt Virginia beim Krimidinner Konkurrenz von Felix, dem gut aussehenden Enkel eines anderen Bewohners. 
Und dann taucht im Billardzimmer auch noch eine echte Leiche auf. Virginia ist fest entschlossen, den Mörder zu finden - und sich dabei nicht zu verlieben...
 
Inhaltsangabe: 
Virginia fliegt umgehend nach Florida zu ihrer Großmutter Lainey, nachdem sie erfahren hat, dass Claude verstorben ist. Der an Krebs erkrankte Mann war ein langjähriger Freund der Familie und zugleich Besitzer der berühmten Claude-Villa. 
Das Anwesen war einst ein ehemaliges Hotel mittlerer Preisklasse, dass der exzentrische Mann zu Lebzeiten in ein ungewöhnliches Wohnhaus mit einzelnen Apartments umbauen ließ. Farbenfroh, extravagant und ein wenig schrill widerspiegeln die Räumlichkeiten den Charakter des Verstorbenen. 
Bei der Verlesung seines Testaments im Speisesaal durch den Anwalt treffen die Bewohner und Angehörigen zum ersten Mal aufeinander. Unter ihnen befindet sich auch Claude’s Schwester Bernie, die gemeinsam mit ihrem Stiefneffen Bradly angereist ist. Zwischen den Geschwistern hätten die Unterschiede kaum größer sein können, denn während Claude sein Leben in vollen Zügen gelebt hat, wirkt Bernie eher trist und verschwindet im Schatten ihres extrovertierten Bruders. 
Ausgerechnet sie soll nun Claudes Penthouse im obersten Stockwerk erben. Sein letzter Wille ist aber an eine Bedingung geknüpft, nämlich dass Bernie für eine gewisse Zeit in seinem Penthouse leben muss um sich mit Oma Lainey und den anderen Mitbewohnern anzufreunden. Eine Zumutung für die die Erbin wenig Begeisterung zeigt, da sie bereits ganz genaue Vorstellungen hat was mit dem Anwesen in naher Zukunft geschehen soll. 
Zusätzlich hat sich Claude als letzten Willen sein legendäres Krimidinner-Spiel „Killing Me Softly“ gewünscht, bei dem die Bewohner in unterschiedliche Rollen hineinschlüpfen müssen und sich anschließend gemeinsam auf die Suche nach einem fiktiven Mörder begeben. 
Zunächst klingt alles nach einem amüsanten Abend, doch dieser nimmt schon bald eine unerwartete Wendung, als plötzlich im Billardzimmer der Claude-Villa eine echte Leiche entdeckt wird. Und schnell wird klar, dass der Mörder einer von ihnen sein muss…
 
Eigene Meinung:
„Flirting with Murder“ von Amanda Sellet ist der erste Band einer neuen Buchreihe. Die Protagonisten sind zum einen die aufgeweckte Virginia, die nach Florida fliegt um ihre Großmutter Lainey in der Claude-Villa zu besuchen, sowie Felix, der ebenfalls anreist um seinen Großvater zu sehen der eine Wohnung auf dem Anwesen besitzt. 
Als letzten Willen wünscht sich der verstorbene Gründer Claude von seinen Freunden und Mitbewohnern eine Runde seines legendären Krimidinnerspiels „Killing Me Softly“, bei dem er die Rollen jedem vorab zugeteilt hat. Während die Freunde zunächst einen amüsanten Abend verbringen und nach einem fiktiven Mörder fahnden, taucht im Billardzimmer plötzlich eine echte Leiche auf. Schnell wird allen klar, dass der Täter unter ihnen weilt. 
Mir hat besonders gut der Schreibstil der Autorin gefallen. Zu Beginn erzählt Sellet die Geschichte frech, spritzig und sehr erfrischend. Die Dialoge sind ein gekonnter Schlagabtausch zwischen zwei Teenagern, die noch nicht so recht mit ihren Gefühlen umzugehen wissen. Dies führt dazu, dass die Atmosphäre trotz des Themas eine gewisse Leichtigkeit beibehält. Doch im Laufe der Handlung lässt dieser jugendliche Charme leider nach. 
Mit Virginia hatte ich leider meine Schwierigkeiten. Ihre Art empfand ich stellenweise als anstrengend und für ihr Alter nicht besonders reif, wodurch ich zu ihr keinen richtigen Zugang gefunden habe. Felix hingegen war mir sehr sympathisch und mein persönlicher Held des Buches. 
Des Weiteren wurden für meinen Geschmack sowohl die Ermittlungen rund um den echten Todesfall als auch das Krimidinnerspiel zu wenig ausgearbeitet. Hier wurde eindeutig Potenzial verschenkt, denn die beiden Handlungsstränge hätten durchaus gute Ansätze gehabt. Auch der Spannungsbogen war nicht durchgehend überzeugend. 
Fazit: Ein spritziger Auftaktband bei dem leider Potenzial verschenkt wurde. 
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen 

Sonntag, 6. September 2026

Buchrezension: Wiedersehen im Café am Rande der Welt - Eine inspirierende Reise zum eigenen Selbst (Teil 2) von John Strelecky

Wiedersehen am Café am Rande der Welt -
Eine inspirierende Reise zum eigenen Selbst

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung
Verlag: dtv Verlag
Titel: Wiedersehen am Café am Rande der Welt -
Eine inspirierende Reise zum eigenen Selbst
Autor: John Strelecky
Erscheinungsjahr: 08. September 2017
Seitenzahl: 288 Seiten 
Kapitelzahl: 57 Kapitel
ISBN: 978-3-423-94896-6
Cover: broschierte Ausgabe
Preis: 11,95 Euro
Quellenangabe: Hier geht's zum Verlag

Klappentext:
Einst war der Erzähler John ein gestresster Manager, heute führt er ein ausgeglichenes und glückliches Leben. Während einer Radtour auf Hawaii stößt er zufällig wieder auf das Café am Rande der Welt, das ihn so nachhaltig verändert hat. In dem Café begegnet er der unglücklichen Jessica. 
Von morgens bis abends eingebunden in einem stressigen Job tut sie das, was andere von ihr erwarten, hat dabei aber ihre eigene Ziele und Wünsche aus den Augen verloren. John wird zu ihrem Mentor und hilft ihr, sich auf das, was wirklich zählt, zu besinnen. 

Inhaltsangabe:
An einem schicksalshaften Tag beschließt John eine ausgiebige Radtour durch Hawaii zu unternehmen ohne Zeitdruck und ohne eine vorgeschriebene Route. Besonders die abgelegenen Straßen reizen den einstigen Manager sehr, da sie ihn meist zu den schönsten Stellen der Insel führen.
Inzwischen sind zehn Jahre vergangen, seit John das Café der Fragen zuletzt besucht hat. Dank diesem mysteriösen Abend hat er seinem beschwerlichen Alltagstrott den Kampf angesagt und sich für ein unkonventionelles Lebensmodell entschieden. Dieses zeichnet sich aus, in dem John zwölf Monate lang arbeitet und Rücklagen bildet, um im darauffolgenden Jahr ausschließlich zu reisen. Daher hat der junge Mann auch schon viele Abenteuer erlebt - unter anderem diverse Streifzüge durch den Dschungel von Borneo, eine Safaritour in Namibia, sowie eine dreimonatige Fahrradabenteuerreise durch Malaysia und Indonesien. Ehe sich nun sein Reisejahr dem Ende neigt, möchte John noch ein paar zusätzliche Wochen auf Hawaii verbringen, bevor er seinen Heimweg antritt. Während seiner Radtour auf einem entlegenen Teil der Insel überkommt ihm plötzlich ein Déjà-vu-Erlebnis, denn nicht unweit von ihm entfernt entdeckt er plötzlich das Café am Rande der Welt. Sowohl die Außenfassade, als auch die Inneneinrichtung mit den roten Sitznischen und den verchromten Barhockern sehen aus wie damals, als John zuletzt diesen magischen Ort betreten hat. Selbst die dort angestellte Bedienung Casey hat sich optisch kaum verändert. Sofort herrscht zwischen den beiden eine vertraute Bindung, sodass der ehemalige Manager von seiner lebensveränderten Entwicklung berichtet. Doch dieses Mal wird John nicht als Gast empfangen, sondern soll stattdessen Casey in der Küche helfen. Diese erwartet nämlich in Kürze einen speziellen Gast. 
Jessica, eine junge Frau im Businesskostüm betritt unsicher das Lokal. Abgehetzt und ausgelaugt lässt sich die junge Frau von Casey überreden einen heißen Kaffee zu trinken. Ehe sich Jessica versieht, wird sie von dem Wunder des Ortes eingehüllt. John, der von der Küchentheke aus alles beobachtet hat, weiß ganz genau, wie sich die abgekämpfte Frau bei ihrer Ankunft im Café fühlt und nimmt sich ihr schließlich an. Im Laufe des Tages durchlebt Jessica eine erstaunliche Entwicklung die dafür sorgen wird, dass sie endlich ihr Leben wieder selbst in die Hand nimmt um zu ihrem eigenen "Ich" zurückzufinden...

Eigene Meinung:
Wiedersehen im Café am Rande der Welt ist John Strelecky's zweites Buch einer bisher vierteiligen Reihe. Erneut trifft der Leser auf den bereits bekannten Protagonisten John, der kurz nach seinem Besuch in dem mysteriösen Cafè am Rande der Welt eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht hat. Anstatt einen tristen Arbeitsalltag im Büro zu verbringen mit unbequemen Schuhen und gestärkten Hemden- der zudem kräfteraubend und deprimierend ist, entwickelt John ein Lebensmodell, welches für ihn geeigneter erscheint. Der einstige Manager fühlt sich inzwischen sichtlich wohl in seiner Haut und der Leser profitiert ab der ersten Seite von seiner leichten und in sich ruhenden Einstellung. Doch was der junge Mann noch nicht ahnt: Nach über einem Jahrzehnt taucht das Café in einem völlig entlegenen Teil der Insel plötzlich wie aus dem Nichts auf, welches genauso aussieht wie damals. Dieses Mal übernimmt John die Rolle des Mentors. 
Jessica, eine junge Geschäftsfrau und aktueller Gast des Lokals steckt im selben Dilemma wie einst er selbst. Unterstützung bekommt John von Casey und Mike -dem ehemaligen Koch des Lokals-, sowie von dessen kleinen Tochter. 
Die Geschichte in diesem Buch fand ich im Vergleich zum Vorband sehr schleppend geschrieben. Viele Themen wurden mehrmals aufgegriffen, sodass sich der Unterhaltungswert etappenweise in Grenzen hielt. Die Grundidee fand ich wie auch schon im ersten Teil sehr gut, doch die geschichtliche Umsetzung war meiner Meinung nach nicht ganz gelungen. Einige von Strelecky's beschriebenen Szenen fand ich unrealistisch, sowie das siebenjährige, altkluge Mädchen namens Emma, die sich wie eine Erwachsene benahm und sich auch so ausdrückte. 
Nichtsdestotrotz glänzt der Autor mit einer lockeren Geschichte die inhaltlich viele Lebensweisheiten zutage bringt, die automatisch zum Umdenken des eigenen Lebensstil anregen. 
Fazit: Trotz mehrerer inhaltlicher Durststrecken ein Buch welches zum Nachdenken des eigenen Lebensstil animiert. 
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen 

Anmerkung:
Weitere Rezensionen von John Strelecky: