Montag, 2. September 2019

Buchrezension: Mein Leben mit den Toten - Ein Leichenpräparator erzählt von Alfred Riepertinger

Mein Leben mit den Toten - 
Ein Leichenpräparator erzählt

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung
Verlag: HEYNE Verlag
Titel: Mein Leben mit den Toten- 
Ein Leichenpräparator erzählt
Autor: Alfred Riepertinger
Erscheinungsjahr: 01. Oktober 2012
Seitenzahl: 272 Seiten
ISBN: 978-3-453-20015-9
Cover: gebundene Ausgabe
Preis: 20,00 Euro
Quellenangabe / Interesse geweckt? Hier geht's zum Verlag


Klappentext:
Der letzte Zeuge
Jedes Leben endet tödlich. Doch oftmals kommt der Tod sehr plötzlich und auf grausame Weise. Alfred Riepertinger ist spezialisiert darauf, Leichname so wiederherzustellen, dass Angehörige würdig Abschied nehmen können - was besonders wichtig ist, wenn es sich um Unfälle, Suizide oder Opfer schlimmer Verbrechen handelt. Erstmals schildert er seine ungewöhnlichsten Fälle aus der Pathologie und seine berührenden Begegnungen mit den Toten und ihren Angehörigen.

Inhaltsangabe:
Der Tod kostet uns das Leben. Doch meist liegt es nicht in unserer Hand wann und vor allem wie wir diese irdische Welt verlassen werden. Nicht jedem ist es vergönnt, friedlich im Beisein der geliebten Familie in den ewigen Schlaf zu fallen. Denn es kommt durchaus vor, dass das Leben eine unvorhergesehene, nahezu tragische Wendung nimmt, wenn zum Beispiel ein Unfall, ein brutales Gewaltverbrechen oder auch verzweifelte Suizide dafür sorgen, dass man frühzeitig verstirbt. Ab diesem Zeitpunkt kommt der Münchner Oberpräparator Alfred Riepertinger ins Spiel. Er hat sein Interesse zum Beruf gemacht und der Beruf ist seine größte Leidenschaft. 
Obwohl bei Riepertinger der Tod schon immer eine Rolle gespielt hat und er bereits als Jugendlicher im örtlichen Bestattungsunternehmen sich ein kleines Taschengeld dazu verdiente, war dem inzwischen 64-jährigen damals nicht klar, wohin ihn seine berufliche Laufbahn führen wird. Daher machte er zunächst eine Ausbildung als Werkzeugmechaniker bei der Firma Rodenstock in München. Doch sein starkes Interesse konzentrierte sich immer wieder auf die Toten. So schlug Alfred Ripertinger's Bruder Sebastian dem Heranwachsenden vor, seinen Zivildienst in der Pathologie im Klinikum Schwabing anzutreten, was dieser schließlich am 02. November 1975 auch tat. Dies war der entscheidende Schlüsselmoment, in dem der heutige Präparator zu dem wurde, was er ist: Eine Koryphäe bei der Wiederherstellung von geschundenen und verstümmelten Leichen, sowie Experte bei der Einbalsamierung und Plastination von Toten. Bereits zahlreiche Prominente wie zum Beispiel der Modeschöpfer Rudolph Moshammer oder der Politiker Franz Josef Strauß lagen auf seinem Tisch und wurden von ihm für die Trauerfeiern präpariert und hergerichtet. Riepertinger scheut keine Mühen sich stetig fortzubilden und auch selbst Vorträge auf der ganzen Welt zu halten. Unter anderem arbeitete er schon mit Dr. Gunther von Hagens zusammen, dem berühmten Erfinder der Plastination und Aussteller der "Körperwelten", zudem er auch noch ein freundschaftliches Verhältnis pflegt. 
Noch bis zum heutigen Tag arbeitet der medizinische Präparator am Institut für Pathologie des Klinikums Schwabing bei dem er seit über 35 Jahren nicht mehr wegzudenken ist. 

Eigene Meinung:
Mortui vivos docent (dt. Die Toten lehren die Lebenden) prangt über den vier Tischen aus Edelstahl im Sektionssaal des Klinikums Schwabing. Die Pathologie, die sich im Haus 32 befindet ist der Arbeitsplatz des Leichenpräparators Alfred Riepertinger. In seinem Erstlingswerk "Mein Leben mit den Toten- Ein Leichenpräparator erzählt", beschreibt er sein breitgefächertes Aufgabengebiet und Fälle, mit denen er tagtäglich konfrontiert wird. Egal ob auf seinem Tisch ein Selbstmörder liegt, der aus unterschiedlichen Gründen durch einen Sprung in die Tiefe den Freitod wählte oder ein Unfallopfer, welches von einem Auto oder Zug überfahren wird und keine Überlebenschance hatte - alle tragen unverkennbare Spuren auf ihren geschundenen Körpern. Der Münchner Oberpräparator ist ein Experte bei der Wiederherstellung solcher Extremfälle und schafft es gekonnt, die Verstorbenen so herzurichten, dass die trauernden Familienangehörigen sich von ihren Liebsten in Ruhe verabschieden können, ohne dass sie mit dem schrecklichen Anblick und dem Ausmaß ihrer Verletzungen konfrontiert werden. 
Dieses Buch ist eine breite Mischung bestehend aus einer Biographie, die bestückt wird mit fachlichen Inhalten, wissenswerten Fakten und interessanten sowie tragischen Fällen die sich auf wahren Begebenheiten beruhen. Schnell empfindet man als Laie für diese Berufswahl höchste Bewunderung und Anerkennung und stellt gleichzeitig fest, welche Kompetenzen und Anforderungen in diesem Metier sowohl psychisch, fachlich als auch körperlich von einem abverlangt werden. Obwohl einige Passagen integriert sind, die sehr detaillierte Schilderungen aufweisen, empfand ich zu keinem Zeitpunkt weder Abscheu noch Ekel oder Angst, sondern pure Faszination. 
Fazit: Eine Lektüre welche einen buchstäblich mit dem Tod in all seinen Facetten konfrontiert. Obwohl dieses Thema noch immer von den meisten verdrängt wird, wirkte es auf mich trotzdem faszinierend. Riepertinger hat sein Aufgabengebiet sehr pietätvoll und rücksichtsvoll vorgestellt, somit ging die Begeisterung für seinen ungewöhnlichen Beruf auf den Leser über. 
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen

Anmerkung:
Weitere Rezensionen von Alfred Riepertinger:

10 Kommentare:

  1. Meine liebste Krimibuch-Leserin Andrea,
    das Buch paßt ja gut zu unserer Vorliebe für Krimis *lach*
    Danke für diese tolle Vorstellung!
    Ich wünsche Dir eine wunderschöne neue Woche!
    ♥️ Allerliebste Grüße, Deine Claudia ♥️

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    1. Hallo meine liebe Claudia,
      vielen lieben Dank für Deine Worte ♥
      Naja das Buch ist zwar weniger ein Krimi, denn Alfred Riepertinger erzählt schon von realen Fällen, jedoch ist es ein sehr ungewöhnliches Thema, was zumindest Krimifans begeistern wird.
      Herzliche Grüße
      Andrea ♥

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  2. Huhu,
    klingt interessant und ich nehme es mal auf die "könnte ich verschenken"-Liste.
    LieGrü
    Elena

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    1. Hallo liebe Elena,
      vielen Dank für Deinen Kommentar.
      Freut mich, dass dieses Buch Dir so gut gefällt, dass Du es auch anderen schenken würdest :-)
      herzliche Grüße
      Andrea ♥

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  3. Hmmm muss ich echt drüber nachdenken . Ist nicht so ganz meins
    obwohl ich Krimi´s klasse finde .Danke für die Rezi . Ich merks mir mal :))
    LG heidi

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    1. Hallo liebe Heidi,
      ich kann Dir das Buch echt empfehlen, dass ist mal was völlig anderes und gewährt dem Leser einen Blick hinter die Kulissen, wo man normalerweise so gar nicht den Zugang dazu hat, was die Leute da so leisten oder vor allem sehen müssen.
      Herzliche Grüße
      Andrea ♥

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  4. Hallo liebe Andrea,

    hm, ich bin ehrlich ist jetzt nicht so meine Leserichtung, aber volle Hochachtung vor Menschen, die das als ihre Bestimmung/Beruf/Berufung ansehen.

    LG..Karin..

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    1. Hallo liebe Karin,
      herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Ich habe auch höchsten Respekt für die Leute die das körperlich und auch psychisch machen können. Ein sehr interessanter Beruf und das Buch weckt auf jeden Fall meine Neugier mehr darüber zu erfahren.
      Herzliche Grüße
      Andrea ♥

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  5. Liebe Andrea,

    das klingt ja spannend, aber auch etwas hartgesotten muss man wohl sein.
    Ich habe gerade von Tsokos die Irrtümer in der Krimiszene gelesen. Wenn Leichen im TV falsch im Pool dümpeln oder ähnliche Vorfälle werden darin aufgeklärt. Sollten die Drehbuchautoren und Krimischreiber mal lesen.

    Liebe Grüße
    Barbara

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    1. Hallo liebe Barbara,
      vielen Dank für Deine Worte :-)
      Ich habe erst einen Beitrag im TV gesehen, in dem Tsokos im Interview über sein Buch sprach. Habe es mir auf jeden Fall gemerkt. Auch Riepertinger hat einige interessante Fakten und Wissenswertes in seinem Buch geschrieben, was höchst spannend ist und definitiv meine Neugier geweckt hat.
      Herzliche Grüße
      Andrea ♥

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