Mittwoch, 27. November 2019

Buchrezension: TANNÖD von Andrea Maria Schenkel

TANNÖD

Infos zum Buch:

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Verlag: Verlag Nautilus
Titel: Tannöd
Autor: Andrea Maria Schenkel
Erscheinungsjahr: 04. Februar 2008
Seitenzahl: 128 Seiten
ISBN: 978-3-894-016081
Cover: gebundene Ausgabe
Preis: 8,00 Euro
Quellenangabe / Interesse geweckt? Hier geht's zum Verlag

Klappentext:
Sie nennen ihn nur noch den Mordhof, 
den einsam gelegenen Hof der Danners in Tannöd. 
Eine ganze Familie wurde in einer Nacht ausgelöscht, mit der Spitzhacke erschlagen. Gemocht hat sie kaum jemand, mürrische, geizige Leute waren sie, und den ein oder anderen hat der alte Bauer wohl auch übers Ohr gehauen. Aber selbst die Kinder wurden grausam ermordet, und so geht die Angst um im Dorf, denn vom Mörder fehlt jede Spur. Diese Spur muss der Leser aufnehmen. Die spannende Unruhe, die einen bis zum Ende nicht verlässt, löst sich erst auf, wenn das Mosaik komplett ist. 

Inhaltsangabe:
Die fünfköpfige Familie Danner lebt völlig abgeschieden auf einem kleinen Hof in der Einöde Tannöd, die zur Gemeinde Einhausen in der Oberpfalz gehört. Im näheren Umkreis gelten die Danner's allesamt als eigenbrötlerisch, mürrisch und äußerst geizig. Kein Knecht und keine Magd hält es auf dem Anwesen allzu lange aus, denn besonders der alte Besitzer Hermann bezahlt weder einen angemessenen Lohn, noch verteilt er Nahrungsmittel- geschweige denn ein Mittagessen nach der harten, körperlichen Arbeit. Nichtsdestotrotz genießt die Familie den Ruf äußerst wohlhabend und fleißig zu sein. 
Nachdem wieder einmal eine Magd den Hof verlassen hat, stellen sie die geistig zurückgebliebene Maria ein, eine ältere Frau die sich vom ersten Moment an bei dem Landwirt und seiner Familie unwohl fühlt. Da diese dringend ein Dach über den Kopf benötigt und finanziell auf den Arbeitsplatz angewiesen ist, beugt sie sich ihrem Schicksal und tritt die unliebsame Stelle an. Als die 7-jährige Marianne am Samstag unentschuldigt im Unterricht fehlt, war es zwar für den Lehrer ungewöhnlich, dennoch machte sich keiner ernsthafte Sorgen, da das kleine Mädchen als äußerst verträumt galt. Auch am Sonntag zum Morgengottesdienst taucht kein einziges Familienmitglied der Danner's auf, obwohl besonders Theresia, die Ehefrau des bösartigen Hofbesitzers sehr gläubig und gottesfürchtig war. Da nach drei Tagen noch immer keine Betriebsamkeit auf den Wiesen oder dem Hof zu sehen oder zu hören war, bittet Maria Sterzer, die Bäuerin von Obertannöd ihren 13-jährigen Neffen Hansl Bauer nach dem Rechten zu sehen. Dieser macht sich umgehend auf den Weg und betritt den Grund der Danner's. Doch dem kleinen Bub ist alles andere als wohl. Das Vieh brüllt und auch der Hund winselt, sodass er unverzüglich zu seinem Vater rennt und ihm berichtet, dass etwas auf dem Hof nicht stimmt. 
Aufgrund dessen macht sich Hansl's Vater Johann Sterzer mit seinem Knecht und zukünftigen Schwiegersohn Alois Huber auf den Weg um nachzusehen. Beim Betreten des Stadels stolpern die Männer über vier leblose Körper die mit Stroh bedeckt wurden. Es handelte sich hierbei um Hermann Danner- dem Besitzer des Hofes, seine Frau Theresia, deren gemeinsame Tochter Barbara Spangler und um die kleine Marianne. Je weiter die Männer in die Räumlichkeiten vordringen, desto mehr ahnen sie, welch grauenhaftes Ausmaß ihnen noch bevorsteht: Auch der zweijährige Josef und die neu angestellte Magd Maria befinden sich blutüberströmt und leblos in ihren Zimmern. Die komplette Familie Danner einschließlich der am Vortag eingestellten Magd, wurden auf brutalste Weise mit einer Spitzhacke erschlagen. 
Wer war der Mörder und was war sein Motiv? 

Eigene Meinung:
Hinter dem Heimat- und Kriminalroman "Tannöd" steckt die deutsche Autorin Andrea Maria Schenkel. In ihrem Debüt verarbeitet sie vereinzelte Details zu einer grauenhaften Tat eines bis heute ungelösten 6-fach Mordes der Familie Gruber aus Hinterkaifeck. In der stürmischen Nacht vom 31. März auf den 01. April 1922 wurden die fünf Familienmitglieder inklusiv ihrer neu angestellten Magd mit einer Spitzhacke grausam ermordet. Aufgrund der Brutalität und den vielen rätselhaften Umständen die hinter der Tat und deren Motiv stecken, gehört dieser Anschlag noch immer zu einem der bekanntesten Kriminalfälle von ganz Deutschland. Genug Stoff also, um daraus einen neuen, düsteren und eigenständigen Roman zu verfassen. Zwar weißt dieser einige Parallelen zu den echten Mordfällen von Hinterkaifeck auf, jedoch werden Namen, Tathergang, Beweggründe des Motivs und die letztendliche Auflösung des Falles Tannöd zu einem selbständigen Kriminalroman, der auf der Fantasie von Andrea Maria Schenkel beruht.
Zu Beginn der Handlung erstellt die Autorin eine anonyme Identität, eine Person, die in Tannöd zwar jeder kennt und dadurch auch bereitwillig Auskunft über die Ereignisse gibt, nichtsdestotrotz bleibt der Leser bis zum Schluss im Ungewissen wer sich hinter den Befragungen mit den Einheimischen verbirgt. 17 Personen bestehend aus der Nachbarschaft, dem Lehrer von Marianne, dem Postboten, dem Pfarrer und vielen anderen erzählt jeder seine eigenen Sichtweisen, Beobachtungen und Gerüchte, die sich rund um die Familie Danner drehen. Dass sich dabei Abgründe auftun wie Blutschande in der Familie und Betrug bei den Arbeitern gibt genug Munition um als Leser seinen eigenen Spekulationen freien Lauf zu lassen. Besonders gefallen haben mir die unterschiedlichen Protagonisten, die ihren ganz eigenen Erzählstil hatten. Egal ob es Betty ist, die beste Freundin von Marianne die aus ihrer kindlichen Perspektive berichtet, oder die senile Babette Kirchmeier, die ehemalige Arbeitgeberin der getöteten Magd. Alleine der unterschiedliche Schreibstil gab dem Krimi eine ganz persönliche Note. Seitenweise wurden immer wieder Gebete eingeschoben, die beim Leser ein beklemmendes Gefühl und eine passende Melancholie heraufbeschworen.
Leider habe ich in dem Buch den Tiefgang und die gewisse Spannung vermisst. Der scheinbare Mörder beschreibt immer mal wieder kurze Zwischenfrequenzen aus seiner Sicht, jedoch keine Details zur eigentlichen Tat was erklärt, warum das Buch mit über 100 Seiten schnell zu Ende erzählt ist. 
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen

Anmerkung:
Weitere Informationen zu dem Thema:

18 Kommentare:

  1. Guten Morgen, liebste Krimileserin Andrea,
    schade, daß dem Buch der gewisse Tiefgang und die Spannung ein wenig fehlen, der Text zur Einleitung klang so gut!
    Ich wünsche Dir einen wunderschönen und freundlichen Wochenteiler!
    ♥️ Allerliebste Grüße und eine liebe Umärmelung, Claudia ♥️

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    1. Guten Abend liebe Claudia,
      vielen Dank für Deinen lieben Kommentar ♥
      Ja irgendwie fehlte mir da einfach dieses gewisse Etwas. Da die Autorin aus dieser tragischen Geschichte einen eigenständigen Krimi geschrieben hat, wäre es wünschenswert gewesen, mehr über das Motiv und vor allem über den Täter in Erfahrung zu bringen. Da dies nur bedingt der Fall, war das Ende eher unbefriedigend.
      Liebe Grüße und einen tollen 1. Advent♥
      Deine Andrea ♥

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  2. Liebe Andrea,

    ja, Tannöd ist mir bekannt und scheinbar hat es mir wohl um Längen besser gefallen als dir. Mir hat diese gruselige Erzählweise und die vielen Perspektiven durch die Befragten totel gut gefallen. Es war mal etwas ganz anderes und man musste sich darauf einlassen. Das kann man aber sicher nicht immer.

    Liebe Grüße
    Barbara

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    1. Guten Abend liebe Barbara,
      die vielen Perspektivwechsel und auch die Befragungen gefielen mir auch sehr gut. Aber über den Täter und sein Motiv kam wirklich kaum was zutage. Für dass es ein eigenständiger Roman ist, hätte ich mir einfach mehr Input gewünscht. Stattdessen wurde das Ganze mit diesen Gebeten gestreckt, die zwar die Stimmung etwas düsterer machten, aber mich schlussendlich nicht überzeugen konnte. Leider.
      Liebe Grüße und einen tollen 1. Advent.
      Andrea ♥

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  3. Hallo liebe Andrea,

    coole Cover/Buchdarstellung mit der Axt und dem Tannenbaum.

    LG..Karin..

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    1. Guten Abend liebe Karin,
      herzlichen Dank für das tolle Lob.
      Ich wünsche Dir einen tollen Adventssonntag und herzliche Grüße
      Andrea ♥

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  4. Liebe Andrea,
    ich kann mich erinnern, dass ich das Buch vor Jahren gelesen habe, als es neu erschienen ist. Auch weiß ich noch, dass ich es nicht schlecht fand, aber anscheinend habe ich damals keine Rezension dazu geschrieben, schade. Ich finde das bei älteren Büchern immer interessant, nach Jahren mal nachzulesen, was ich dazu geschrieben habe.
    Liebe Grüße
    Susanne

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    1. Guten Abend liebe Susanne,
      vielen Dank für Deinen lieben Kommentar.
      Ich finde es auch immer mal wieder toll durch meinen Blog zu scrollen und sich Rezensionen zu Büchern durchzulesen, die man vor Jahren gelesen hat.
      Vielleicht hast Du ja mal Lust das Buch nochmal zu lesen und dann darüber Deine Meinung zu schreiben, mit den paar Seiten ist es ja schnell durch.
      Herzliche Grüße und einen tollen 1. Advent
      Andrea ♥

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  5. Ok , kurzweilig mit Lücken.
    Dann Danke ich Dir für die Rezi ;)
    Und wünsche Dir eine fabelhafte Woche .
    LG heidi

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    1. Guten Abend liebe Heidi,
      vielen Dank für Dein Feedback :)
      Das ist nur meine Meinung. Es hätte einfach mehr sein können als eigenständiger Krimi.
      Herzliche Grüße und einen tollen 1. Advent
      Deine Andrea ♥

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  6. hej andrea,
    vielleicht lohnt es sich aber trotzdem ihn zu lesen :0) klingt von der rezension eigentlich recht spannend... ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

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    1. Guten Abend liebe Ulrike,
      vielen lieben Dank für Deine Worte.
      Die Rezension beruht ja nur auf meine Empfindung bzw. meine Meinung. Da das Buch im Allgemein ganz gut bewertet ist, lohnt es sich auf jeden Fall mal hineinzulesen. Es ist nicht richtig schlecht, nur fehlen mir einige Punkte wie z.B. das Motiv des Täters oder gar die komplette Auflösung. Da es sich um einen eigenständigen Krimi handelt, hätte die Autorin ihrer Fantasie freien Lauf lassen können.
      Herzliche Grüße und einen schönen Abend
      Andrea ♥

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  7. Hallo Andrea,

    obwohl der Klappentext sich sehr spannend anhört, ermutigt mich deine Rezension nicht, das Buch zu lesen. Tiefgang und Spannung sind mir unglaublich wichtig bei Thrillern.
    Dir wünsche ich aber noch ein schönes Wochenende!

    Liebe Grüße
    Emily

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    1. Guten Abend liebe Emily,
      vielen Dank für Dein liebes Feedback.
      Also der Tiefgang fehlt auf jeden Fall. Es bleiben viele offene und unerklärte Fragen zurück, die mich selbst auch etwas zwiespältig zurückgelassen haben. Spannung ist bedingt da, dafür ist das Buch auf seine ganz besondere Art einmalig. Die vielen Protagonisten und ihre Erzählperspektive sorgen schon für die gewisse Unterhaltung.
      Ich wünsche Dir einen tollen 1. Advent und liebe Grüße
      Andrea ♥

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  8. Huhu Andrea,

    schade, dass dich das Buch nicht so überzeugen konnte. Für mich wäre es glaube eher nichts. Dennoch eine schöne Buchvorstellung. :)


    Liebe Grüße

    Sunny

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    1. Guten Abend liebe Sunny,
      herzlichen Dank für Deinen lieben Kommentar.
      Naja nicht alle Bücher können einem gefallen, dafür habe ich schon wieder eines in den Händen wo mir wesentlich mehr zusagt.
      Herzliche Grüße und einen tollen Start morgen, in eine neue Woche
      Andrea ♥

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  9. Huhu meine zauberhafte, beste Andrea, ♥♥♥

    das Buch klingt ja echt heftig und so gar nicht nach einer Lektüre für mich. Schade, dass dir auch der Tiefgang etwas gefehlt hat.

    Ich drücke dich unendlich feste,
    deine Ally ♥♥♥♥♥

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    1. Hallo meine allerliebste Ally♥♥♥
      das Buch ist wirklich nichts für Dich :-) Denn es ist echt schlimm, was der Familie damals in echt passiert ist, der Krimi ist leider nicht weniger tragisch.
      Fühl Dich ganz lieb gedrückt
      Deine Andrea ♥♥♥♥

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