Lesung mit Michael Kobr in Langerringen
Am 16. September 2026 durfte ich einen ganz besonderen Abend in Langerringen verbringen, denn dort war Michael Kobr über die Buchhandlung Schmid aus Schwabmünchen zu Gast. Die meisten werden den Autor sicherlich durch die Kluftinger-Reihe kennen, die er seit 2005 gemeinsam mit Volker Klüpfel schreibt.
Doch Kobr hat längst bewiesen, dass er auch alleine ein Händchen für spannende Geschichten und kauzige Ermittler hat.
Das zeigt sich besonders in seiner aktuellen Bornholm-Krimi-Reihe, in der er den etwas eigensinnigen Kommissar Lennart Ipsen geschaffen hat. Gemeinsam mit seinen Kollegen Tao Nguyen und Britta Blomdal ermittelt er auf der dänischen Ostseeinsel.
In seinem neuesten Band „Sturm über Christiansø“ verschwindet die 26-jährige Klimaaktivistin Anna Steenberg spurlos. Als ihr Segelboot gefunden wird und die Ermittler dort neben Blutspuren und mysteriösen Tabletten auch einen Tracker entdecken deutet alles darauf hin, dass Anna Opfer eines Verbrechens geworden ist (…)
Musikalisch untermalt wurde die ca. zweistündige Lesung von Stephan Winkler, einem langjährigen Freund aus Kobr‘s Schulzeit. Mit E-Piano und Akkordeon sorgte er für die passende maritime Atmosphäre. Ich war total überrascht, dass Michael Kobr so gut und vor allem so leidenschaftlich singen kann, damit habe ich persönlich nicht gerechnet. Bei „Boat on the River“ hatte ich nicht nur ein bisschen Gänsehaut, sondern auch Fernweh in Richtung Ostsee.
Neben den musikalischen Einlagen gab es natürlich auch amüsante Kabbeleien und Anekdoten zwischen dem Autor und dem Musiker. Die beiden ergänzten sich toll und lockerten die Lesung immer wieder auf.
Dass in seinen Figuren und Geschichten auch einige persönliche Erfahrungen stecken, erzählte Michael Kobr mit einem verschmitzen Lächeln. Schreiben sei für ihn eine Art therapeutische Maßnahme, um bestimmte Erlebnisse und Gedanken zu verarbeiten. Das sorgte spätestens bei einigen etwas pikanten Szenen zwischen Kommissar Lennart Ipsen und seinem Vater für den einen oder anderen überraschten Lacher im Publikum. Denn offenbar haben manche dieser Situationen tatsächlich einen realen Hintergrund.
Da stellt sich mir nun die Frage, ob wir im nächsten Bornholm-Krimi tatsächlich einer blonden Perücke begegnen werden, die vielleicht ein mysteriöses Detail in einem neuen Verbrechen darstellt? Und ja, hier handelt es sich um ein Insiderwissen, dass man nur versteht wenn man auf der Lesung war.
Wer die Bornholm-Krimis bisher noch nicht kennt, dem kann ich die Reihe wirklich empfehlen. Nicht nur, weil die Fälle spannend sind und Lennart Ipsen ein interessanter Charakter ist, sondern auch weil die Bücher gefühlt gleichzeitig als kleiner Reiseführer dienen. Und wer sich dabei nicht nur literarisch, sondern auch kulinarisch auf neue Gewässer begeben möchte, kommt ebenfalls auf seine Kosten.
Denn Michael Kobr hat während der Lesung auch auf seine Webseite verwiesen, auf der sich unter anderem leckere Rezepte finden lassen. Ein kleiner kulinarischer Abstecher nach Bornholm kann also direkt auf dem eigenen Teller beginnen.
Es war für mich ein wirklich unterhaltsamer und lustiger Abend!
Anmerkung:
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