Sonntag, 26. Juli 2026

Buchrezension: DIE TELEFONZELLE AM ENDE DER WELT von Laura Imai Messina

DIE TELEFONZELLE
AM ENDE DER WELT


Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung
Verlag: btb Verlag
Titel: Die Telefonzelle am Ende der Welt
Autor: Laura Imai Messina
Erscheinungsjahr: 11. Januar 2023
Seitenzahl: 352 Seiten
Kapitelzahl: 22 Kapitel
ISBN: 978-3-442-77268-1
Cover: Taschenbuch
Preis: 12,00 Euro
Quellenangabe / Interesse geweckt? Hier geht's zum Verlag

Klappentext:
Eine Tagesfahrt von Tokio entfernt steht in einem Garten am Meer einsam eine Telefonzelle. Nimmt man den Hörer ab, kann man dem Wind lauschen - und den Stimmen der Vergangenheit. Viele Menschen reisen zu dem Telefon des Windes, um mit ihren verstorbenen Angehörigen zu sprechen und um ihnen die Dinge zu sagen, die zu Lebzeiten unausgesprochen bleiben. So kommt eines Tages auch Radiomoderation Yui an den magischen Ort. Im Tsunami von 2011 verlor sie ihre Mutter und ihre kleine Tochter. Yui lernt in dem Garten den Arzt Takeshi kennen, auch er muss ein Trauma verarbeiten. 
Die beiden nähern sich an, gemeinsam schöpfen sie neuen Mut. Und erlauben sich zum ersten Mal, dem Leben einfach seinen Lauf zu lassen. Ganz gleich, was es für sie vorgesehen hat...

Inhaltsangabe:
Die in Tokio lebende Yui ist eine erfolgreiche Radiomoderatorin. In ihrer aktuellen Sendung widmet sich die 31-jährige dieses Mal einem ganz besonderen Thema, nämlich der Trauer. Sie möchte von ihren Zuhörern wissen, wie diese mit Verlust umgehen. Unter den zahlreichen Anrufern meldet sich unter anderem ein Mann aus Iwate, einer Region die 2011 besonders schwer von der Tsunami-Katastrophe am 11. März getroffen wurde. 
Der Unbekannte erzählt von einer besonderen Telefonzelle die sich im Bell Gardia befindet, einem prachtvoll angelegten Garten in der Nähe vom Meer. Obwohl die Telefonzelle nicht am Netz angeschlossen ist, pilgern jährlich tausende von Menschen dorthin, um durch den Hörer mit ihren verstorbenen Angehörigen zu sprechen. Der Wind, der dort oben weht, klingt für viele wie die Stimmen derer, die sie verloren haben. 
Seine Worte lassen Yui sofort innehalten, denn auch sie war damals von dem Unglück betroffen bei dem sie ihre 3-jährige Tochter und geliebte Mutter verloren hat. 
Tief berührt von dieser Geschichte beschließt die junge Frau den siebenstündigen Weg zur besagten Telefonzelle anzutreten. Dort angekommen, begegnet sie Takeshi, einem Arzt der ebenfalls den Bell Gardia aufsucht. Auch er hat einen Verlust zu beklagen und möchte über das Telefon des Windes Kontakt zu seiner verstorbenen Ehefrau aufnehmen. Während die beiden gemeinsam die mysteriöse Telefonzelle besuchen und gleichzeitig auch Freundschaft mit deren Besitzer und Hüter schließen, wird es zur Takeshi’s und Yui’s Ritual sich einmal im Monat im Bell Gardia zu treffen. 
In der Trauer finden die beiden nicht nur Trost, sondern auch Hoffnung. Und vielleicht, ganz unterwartet sogar eine neue Liebe…

Eigene Meinung:
„Die Telefonzelle am Ende der Welt“ von Laura Imai Messina ist eine Geschichte die unter die Haut geht. Im Mittelpunkt stehen die 31-jährige Yui und der 35-jährige Takeshi, die beide am 11. März 2011 durch den verheerenden Tsunami ihre Liebsten verloren haben. Durch Zufall erfahren sie vom „Telefon des Windes“, das inmitten eines wunderschön angelegten Gartens steht. Dort soll man die Stimmen der Verstorbenen hören können, was viele Trauernde veranlasst diesen Ort aufzusuchen um Trost zu finden. Auch Yui und Takeshi machen sich auf den Weg dorthin. 
Zu Beginn hatte ich etwas Schwierigkeiten mit dem Schreibstil, da er sehr gewöhnungsbedürftig war. Doch nach ein paar Kapiteln habe ich mich ganz gut in die Handlung eingefunden. Besonders gefallen haben mir die zusätzlichen Informationen zwischen den Kapiteln. Oft wurden Situationen, die in der Haupthandlung nur kurz angedeutet wurden, noch einmal aufgegriffen und vertieft. Diese Abschnitte geben der Geschichte somit etwas Besonderes und helfen, das Gesamtbild klarer zu sehen. 
Leider wurde ich mit den Protagonisten nicht warm. Zwar erfährt man viel über das Schicksal von Yui und Takeshi - unter anderem auch über deren Verluste, nichtsdestotrotz hätte ich mir aber mehr Tiefe gewünscht. So blieben die Figuren für mich teilweise farblos. 
Das Thema des Romans hat mich sehr berührt, da ich mich noch gut an die zahlreichen Reportagen über die Tsunami-Katastrophe erinnern kann. Dass es die Telefonzelle im Bell Gardia tatsächlich gibt und sie für so viele Menschen ein Ort des Trostes ist, macht die Geschichte umso bewegender. 
Fazit: Laura Imai Messina gibt den Hinterbliebenen des Tsunamiunglücks durch dieses Buch eine Stimme.
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen

Sonntag, 12. Juli 2026

Buchrezension: Finding Home in Paris - Auf den Spuren der Liebe von Sina White

Finding Home in Paris -
Auf den Spuren der Liebe
 
Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Verlag: Independently published
Titel: Finding Home in Paris - 
Auf den Spuren der Liebe 
Autor: Sina White
Erscheinungsjahr: 15. Mai 2026
Seitenzahl: 176 Seiten
Kapitelzahl: 18 Kapitel 
ISBN: 979-8197649492
Cover: Taschenbuch
Preis: 9,95 Euro
Quellenangabe / Interesse geweckt? amazon.de
 
Klappentext:
Eine Reise, die alles verändert...
Sie wollte nur ihre verschwundene Freundin finden und fand dabei viel mehr...
 
Vor drei Monaten hat Sophie das letzte Mal von ihrer besten Freundin gehört. 
Seither ist Natalie in Paris verschwunden, wo sie ein neues Leben beginnen wollte. Da die Polizei im Dunkeln tappt, beschließt Sophie, der Sache selbst auf den Grund zu gehen. 
Kurzerhand reist sie in die französische Metropole, um in einem der nobelsten Hotels einen Aushilfsjob als Zimmermädchen anzunehmen. Dort trifft sie auf Maurice, einen etwas gewöhnungsbedürftigen Rezeptionisten, dessen Freund ebenso unauffindbar ist. Gemeinsam folgen sie den Spuren der Vermissten quer durch die Stadt. Doch die Situation läuft aus dem Ruder, als die beiden ins Visier von Kriminelle der Drogenszene geraten. 
 
Inhaltsangabe:
Sophie und Natalie sind beste Freundinnen. Die beiden Frauen leben zusammen in einer WG in London. Während Sophie Veterinärmedizin studiert und sich mit einem ungeliebten Job in einem Coffeeshop über Wasser hält, arbeitet Natalie als Eventplanerin. Nachdem ihre Beziehung zerbricht, wagt Natalie einen Neuanfang und zieht nach Paris, wo sie eine Stelle im renommierten Luxushotel „La Belle Fille“ annimmt. 
Trotz der räumlichen Distanz bleiben die Mädchen weiterhin unzertrennlich. Tägliche Telefonate und Nachrichten bestimmen ihren Alltag. Doch am 5. März bricht der Kontakt zwischen ihnen abrupt ab und Natalie gilt seither als vermisst. 
Drei Monate später fehlt von ihr noch immer jede Spur und auch die polizeilichen Ermittlungen verlaufen im Sande. Sophie, die schon krank vor Sorge ist, erhält auch von Natalie’s Eltern diesbezüglich keine weiteren Informationen. 
Entschlossen ihre beste Freundin nicht aufzugeben, kündigt Sophie ihren Studentenjob und reißt nach Frankreich um dort auf eigene Faust zu recherchieren. Ihre erste Spur führt sie direkt in das Luxushotel „La Belle Fille“. Dort trifft sie auf Maurice, einem zunächst wenig sympathischen Hotelangestellten. Dabei erfährt sie, dass auch dessen bester Freund Pierre seit drei Monaten verschwunden ist. So kommt es, dass die beiden sich zusammenschließen und gemeinsam versuchen, die rätselhaften Vermisstenfälle aufzudecken. 
Je tiefer sie in das Geheimnis eintauchen, desto gefährlicher werden ihre Nachforschungen. Und aus dieser Zweckgemeinschaft entwickelt sich zwischen den beiden langsam mehr…
Werden Sophie und Maurice ihre Freunde Natalie und Pierre wieder finden? 
 
Eigene Meinung:
Unter dem Pseudonym Sina White veröffentlichte die Autorin im Mai 2026 ihren Roman Finding Home in Paris - Auf den Spuren der Liebe. 
Drei Monate: Keine Nachricht, kein Lebenszeichen - nur quälende Ungewissheit. Sophie und Natalie sind beste Freundinnen die sich in London eine WG teilen. Als Natalie nach Paris zieht um in einem Luxushotel einen Neuanfang zu wagen, scheint sie ihr Glück gefunden zu haben. Doch plötzlich verschwindet sie spurlos. Und Natalie bleibt nicht die Einzige. Auch Pierre, ein Angestellter desselben Hotels wird zur gleichen Zeit vermisst. Entschlossen ihre Freundin zu finden, fliegt Sophie nach Frankreich. Gemeinsam mit Maurice, Pierre's bestem Freund, beginnt sie auf eigene Faust zu ermitteln. 
Sina White überzeugt mit einem lebhaften und vor allem bildhaften Schreibstil und spritzigen Dialogen. Von der ersten Seite an gelingt es ihr, Spannung aufzubauen und diese bis zum Ende nahezu durchgehend aufrechtzuerhalten. Das Erzähltempo bleibt konstant, sodass kaum Längen entstehen. 
Besonders ist ihr die Verbindung aus Romantik und Krimielementen gelungen. Die Suche nach den verschwundenen Freunden bildet einen spannenden Mittelpunkt der Handlung, während sich gleichzeitig eine zarte Liebesgeschichte zwischen Sophie und Maurice entwickelt. Da die Gefühle nicht überstürzt entstehen, sondern mit den Herausforderungen wachsen wirkt das komplette Geschehen stimmig und ausgewogen. 
Die Charaktere sind sympathisch und man spürt wie das Schicksal die beiden Freunde immer enger zusammenschweißt.
Mit „Finding Home in London“, ist bereits ein weiterer Band erschienen. Demnächst kommt „Finding Home in Rome“ auf den Büchermarkt, der die Reihe fortsetzt. Die Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden. 
Fazit: Spannend, gefühlvoll und mitreißend. Ein packendes Buch, das Lust auf mehr macht. 
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen