Sonntag, 8. März 2026

Buchrezension: Der Mann, der Angst hatte zu leben - Eine Erzählung über das Glück, das in uns verborgen liegt von Miguel Ángel Montero

Der Mann, der Angst hatte zu leben -
Eine Erzählung über das Glück,
das in uns verborgen liegt

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung / Rezensionsexemplar
Verlag: HEYNE Verlag
Titel: Der Mann, der Angst hatte zu leben - 
Eine Erzählung über das Glück, das in uns verborgen liegt
Autor: Miguel Ángel Montero
Erscheinungsjahr: 11. Februar 2026
Seitenzahl: 224 Seiten
ISBN: 978-3-453-70516-6
Cover: Taschenbuch
Preis: 13,00 Euro
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Klappentext:
Eine Reise zu tiefer Selbstliebe und wahrem Glück 
Daniel steht am Tiefpunkt seines Lebens: beruflich gescheitert, verlassen von seiner Frau, entfremdet von seinem Sohn. Erschöpft und innerlich leer begegnet er einem geheimnisvollen alten Mann, der ihn auf eine ungewöhnliche Reise schickt - eine Pilgerreise zu sich selbst. 
Was als Wanderung beginnt, wird zu einer tiefgreifenden Transformation. Auf seinem Weg trifft Daniel Menschen, deren bewegende Geschichten ihm die Augen dafür öffnen, was im Leben wirklich zählt: Liebe, Dankbarkeit, Vergebung, innere Stärke und die Fähigkeit, die Schönheit zu erkennen, die in allem verborgen liegt... 
 
Inhaltsangabe:
Daniel steht am Abgrund und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Denn der 41-jährige sieht keinen Sinn mehr am Leben zu bleiben. Daher beschließt er, sich mitten in der Nacht von einem Berg zu stürzen um seiner scheinbar ausweglosen Situation zu entfliehen. Ausgerechnet in dem Moment, als der Familienvater seinen Entschluss in die Tat umsetzen will, wird er von einem unbekannten Mann angesprochen. Der Fremde trägt einen Mantel, einen Hut und einen üppigen Bart. Samin, wie sich der ältere Herr ihm schließlich vorstellt, versucht Daniel in ein Gespräch zu verwickeln um die Hintergründe über seinen verlorenen Lebensmut herauszufinden. Zunächst zögerlich, dann immer offener, erzählt Daniel von seiner gescheiterten Existenz, von der Trennung seiner Ehefrau und von seinem Sohn David, zu dem Daniel seit Jahren keinen Kontakt mehr hat. Sein Leben erscheint ihm wie eine Aneinanderreihung von Verlusten und verpassten Chancen. 
Samin hört ihm aufmerksam zu und macht ihm schließlich ein ungewöhnliches Angebot. Daniel soll ihn eine Woche lang auf eine Reise begleiten. Sollte sich danach nichts an seinen Gefühlen und Ansichten über das Leben geändert haben, würde der Unbekannte seinen tragischen Entschluss akzeptieren. Daniel steht dem Ganzen zwar skeptisch gegenüber, nimmt aber die ungewöhnliche Einladung dennoch an. 
Gemeinsam fahren sie nach O Cebreiro. Dort angekommen fordert Samin Daniel auf, den Jakobsweg zu gehen. Dabei soll er nicht nur die Natur von ihrer schönsten Seite kennenlernen, sondern auch andere Pilger und deren Lebensgeschichten herausfinden. Anfangs ist der verzweifelte Familienvater von der Situation total überfordert, doch nach und nach lässt er sich auf das Abenteuer ein. Dabei kommt er nicht nur dem Ende seiner Pilgerreise von Tag zu Tag näher, sondern lernt auch das Leben von einer völlig neuen Seite kennen die ihm wieder Hoffnung macht…
 
Eigene Meinung:  
"Der Mann der Angst hatte zu leben" von Miguel Ángel Montero ist ein Roman, der sich intensiv mit den Themen Zuversicht, Glaube, Vertrauen und innerer Veränderung auseinandersetzt. Er vermittelt die Botschaft, dass Hoffnungslosigkeit oft aus den eigenen Gedanken entsteht und dass jeder Mensch die Möglichkeit hat, sein Leben aktiv zu verändern - ganz nach dem Motto: „Jeder ist seines Glückes Schmied“
Im Mittelpunkt dieses Buches steht der 41-jährige Familienvater Daniel, der am Tiefpunkt seines Lebens angekommen ist. Nachdem er sowohl finanziell als auch privat alles verloren hat, sieht er keinen anderen Ausweg mehr als seinem Leben ein Ende zu setzen. 
Schließlich begegnet er dem geheimnisvollen Samin, der ihn dazu ermutigt, den Jakobsweg zu gehen. Auf seiner Pilgerreise trifft Daniel auf die unterschiedlichsten Menschen, die ebenfalls Verluste und Schicksalsschläge erlebten, aber dabei nie ihren Lebensmut verloren haben. Die vielen Gespräche führen dazu, dass Daniel seine eigene Sichtweise hinterfragt und anfängt neue Hoffnung zu schöpfen. 
Besonders Leserinnen und Leser, die Bücher wie „Das Café am Rande der Welt“ mögen, werden sich von diesem Roman angesprochen fühlen, da auch hier viele philosophische Gedanken und inspirierende Perspektiven für das Leben vermittelt werden, die sich gut auf den eigenen Alltag übertragen lassen.
Obwohl mir das Buch insgesamt gut gefällt und einige Denkanstöße vermittelt, hat mir persönlich der große Aha-Moment gefehlt, der mich emotional vollkommen mitgerissen hätte. Vielleicht lag das auch daran, dass ich mich nicht vollständig mit dem Protagonisten identifizieren konnte. 
Fazit: Eine empfehlenswerte Lektüre für alle, die innehalten, ihre Gedanken sortieren und sich mit dem eigenen Lebensweg auseinandersetzen möchten. 
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen 

Sonntag, 1. März 2026

Buchrezension: Little Miss Frankenstein - Alpaka oder Lama, Hauptsache Drama! (Band 1) von Astrid Göpfrich

Little Miss Frankenstein -
Alpaka oder Lama, Hauptsache Drama

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung
Verlag: Magellan Verlag
Titel: Little Miss Frankenstein - 
Alpaka oder Lama, Hauptsache Drama
Autor: Astrid Göpfrich
Erscheinungsjahr: 15. Januar 2026
Seitenzahl: 192 Seiten
Kapitelzahl: 22 Kapitel 
ISBN: 978-3-7348-4767-7
Cover: gebundene Ausgabe
Preis: 17,00 Euro
Empfohlenes Alter: ab 10 Jahren
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Reihenfolge der Little Miss Frankenstein-Reihe:
Band 2: Erscheinungstermin: Herbst 2026 
 
Klappentext: 
Als Urururenkelin von Dr. Frankenstein lebt Nelly in einem alten Gruselschloss, in dem immer wieder seltsame Dinge passieren. Das ist aber auch schon das Spannendste an ihrem Leben. Denn ihre Eltern sind totale Langweiler und das absolut Letzte, was sie wollen, ist eine weitere Erfinderin in der Familie! Natürlich hält das Nelly nicht davon ab, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen – manchmal auch zum Leidwesen ihrer beiden besten Freunde. Der zweifelhaften Genialität ihres berühmten Vorfahren kommt sie gefährlich nahe, als sie bei einem Gewitter ein totes Alpaka wieder zum Leben erweckt. Doch damit nicht genug: das Alpaka kann auch noch sprechen! Und es quasselt ohne Unterlass, trinkt am liebsten Kokos-Limetten-Cocktails, ist nervtötend tollpatschig und stellt das Leben der Familie Frankenstein gehörig auf den Kopf!
 
Inhaltsangabe:
Penelope Frankenstein, genannt Nelly, hat es nicht immer leicht. Schuld an allem ist ihr Urururgroßvater Dr. Frankenstein, der vor vielen Jahren ein Monster erschafften hat und damit großes Unheil über die Familie brachte. Wo auch immer ihr Nachname fällt, geraten die Bewohner des Ortes in Angst und Schrecken. Deshalb meiden viele Menschen ihre Familie. Selbst Nelly’s beste Freunde Jamal und Lou trauen sich nicht sie auf dem unheimlichen Gruselschloss welches auf einem großen Berg thront zu besuchen, da es dort spuken soll. Besonders ihre Mutter Henrike leidet unter der tragischen Familiengeschichte und missbilligt Nelly’s Interesse am Erfinden.
Als die 12-jährige heimlich einen kleinen Metalldackel mithilfe von Magneten baut und bei dessen Präsentation sämtliche Nägel der Bilder aus der Ahnengalerie von den Wänden reißt, möchte sie zunächst mit dem Experimentieren aufhören. Zum Glück entscheidet sich die Schülerin doch noch gegen ihren Vorsatz. Denn als sie ihr geliebtes orangebraunes Alpaka eines Tages regungslos auf der Wiese liegen sieht, beschließt das Mädchen einen waghalsigen Versuch zu starten: Mit der Kraft des aufkommenden Gewitters und einem Blitzschlag bemüht sie sich das Tier wieder zum Leben zu erwecken. 
Und tatsächlich öffnet das Alpaka nach dem Naturphänomen seine Augen. 
Ist das Tier mit dem puscheligen Haarschopf nun ein Gruselmonster wie jenes ihres Urururgroßvaters Dr. Frankenstein oder findet Nelly in dem Alpaka einen neuen Freund fürs Leben?
 
Eigene Meinung:
Der Auftaktband um die 12-jährige Penelope Frankenstein ist eine rundum gelungene und unterhaltsame Geschichte von Astrid Göpfrich. 
Nelly, die Protagonistin des Kinderbuches hat eine sehr aufgeweckte, neugierige Art und liebt es neue Dinge zu erfinden. Durch ihren speziellen Charakter schließt man die kleine Schülerin schon nach wenigen Seiten sofort ins Herz. Auch die anderen Figuren der Lektüre sind frech, lebendig und sorgen immer wieder für lustige und überraschende Momente. 
Besonders unterhaltsam sind die eingestreuten Notizbucheinträge mit den dazu passenden Illustrationen von Laura Borio, in denen Nelly ihre Experimente dokumentiert. Da nicht alle Tüfteleien wie geplant verlaufen, sind viele witzige Situationen vorprogrammiert die immer wieder für einige Lacher sorgen. Dadurch bleibt die Geschichte durchgehend spannend und eignet sich perfekt für junge Leser ab 10 Jahren. Auf wenigen Seiten werden viele wichtige Themen wie Mut, Freundschaft und Anderssein angesprochen die für Jungen und Mädchen gleichermaßen wichtig sind. 
Auch optisch ist das Kinderbuch ein echter Hingucker. Das Cover mit seiner kontrastreichen Farbgestaltung passt hervorragend zum Inhalt und weckt sofort die Neugier der Kinder.
Insgesamt betrachtet ist dieser erste Band ein sehr empfehlenswerter Reihenauftakt der Lust auf mehr macht. Die Fortsetzung zu Little Miss Frankenstein und ihrem Alpaka Montserrat erscheint im Herbst 2026 und verspricht weiteren gruseligen Lesespaß.
Fazit: Das Kinderbuch ist eine gelungene Mischung aus Gruselspaß und Humor.
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternen  
 
Quelle: Buch Abb. S. 40-41

Sonntag, 15. Februar 2026

Buchrezension: AGATHE von Anne Cathrine Bomann

AGATHE

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung
Verlag: btb Verlag
Titel: Agathe
Autor: Anne Cathrine Bomann
Erscheinungsjahr: 10. August 2020
Seitenzahl: 160 Seiten
ISBN: 978-3-442-71955-6
Cover: broschierte Ausgabe
Preis: 9,00 Euro
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Klappentext:
Ein alternder Psychiater zählt die Tage bis zu seinem Ruhestand. 
Bald wird er die Türen seiner Praxis für immer hinter sich schließen. Doch eine letzte Patientin lässt sich nicht abwimmeln. Und die Gespräche mit Agathe verändern alles für ihn. Ist es jemals zu spät, um Nähe zuzulassen? 

Inhaltsangabe:
„Und nun möchte ich gerne hören, was Sie quält.“ Mit diesem Satz beginnt der Psychiater seit über einem Jahrzehnt jede seiner Sitzungen. Tag für Tag hört er sich die Sorgen und Ängste seiner Patienten an. Doch seine Zeit in der Praxis neigt sich allmählich dem Ende zu, denn in fünf Monaten wird der 72-jährige Mann in seinen wohlverdienten Ruhestand gehen. Nur noch knapp 800 Einzelgespräche trennen ihn von seinem neuen Lebensabschnitt - eine Zahl, die er fast schon wie ein Mantra herunter zählt. 
Eines Morgens im Frühling betritt Agathe Zimmermann unangemeldet seine Praxis. Die junge Frau aus Deutschland setzt alle Hebel in Bewegung, einen Termin bei dem älteren Therapeuten zu erhalten. Anfangs lehnt dieser rigoros ab, doch ihre Beharrlichkeit überzeugt ihn schließlich. 
Agathe, die bereits mehrere Aufenthalte in der Klinik Saint Stèphane hinter sich hat und sowohl mit Depressionen als auch Suizidgedanken kämpft, spricht mit bemerkenswerter Klarheit über ihr Leben. Während er ihr zuhört, beginnt der Psychiater auch sein eigenes Dasein zu hinterfragen und erkennt, dass nicht nur seine Patienten in alten Mustern gefangen sind, sondern auch er selbst. 
Und plötzlich wird ihm klar, dass es höchste Zeit wird auch in seinem Leben etwas zu verändern…

Eigene Meinung:
„Agathe“ von Anne Cathrine Bomann scheint zumindest am Anfang ein vielversprechender Roman zu sein, der meiner Meinung nach bei der Umsetzung nicht ganz überzeugt. Auf gerade einmal 160 Seiten begleitet der Leser den namenlosen Psychiater, der mit seinen 72 Jahren nur noch dem Ruhestand entgegenfiebert. Die zahlreichen Gespräche mit seinen Patienten erfüllen ihn schon längst nicht mehr, stattdessen empfindet er seine Arbeit zunehmend als Belastung.
Doch mit dem Erscheinen von Agathe Zimmermann nimmt sein Leben eine unerwartete Wendung. Die junge Frau aus Deutschland setzt alles daran von dem älteren Therapeuten behandelt zu werden, doch warum ihr das so wichtig ist, bleibt bis zum Schluss unklar - ebenso wie viele andere Fragen.
Die knapp bemessene Seitenzahl reicht einfach nicht aus um die Geschichte in einen ausdruckstarken Roman zu verwandeln. Warum ausgerechnet die verheiratete Frau den müden, beinahe gebrechlichen Mann kurz vor seinem Ruhestand plötzlich aus seiner Lethargie reißt, bleibt ebenso rätselhaft wie das offene Ende. Positiv hervorzuheben ist der angenehme Schreibstil und der gelungene Szenenwechsel.
Fazit: Eine interessante Buchidee, die jedoch viel mehr Tiefe verdient hätte.
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen 

Sonntag, 11. Januar 2026

Buchrezension: Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris von Agnes Martin-Lugand

Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris

Infos zum Buch:
unbezahlte Werbung
Verlag: blanvalet Verlag
Titel: Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris
Autor: Agnes Martin-Lugand
Erscheinungsjahr: 27. November 2017
Seitenzahl: 288 Seiten
Kapitelzahl: 11 Kapitel
ISBN: 978-3-7341-0688-0
Cover: Taschenbuch
Preis: 8,99 Euro
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Klappentext:
Mit ihren Kleidern erobert sie ganz Paris - doch wer erobert ihr Herz
Iris droht in ihrem kleinbürgerlichen Leben zu ersticken. Ihre Ehe verläuft schon lange nicht mehr glücklich, und ihr Job in einer Bank deprimiert sie. Einziger Lichtblick ist ihre Nähmaschine, mit der sie voller Herzblut wunderschöne Kleider schneidert. Nach einem Streit mit ihrem Mann reist sie kurz entschlossen nach Paris, um sich dort ihren Lebenstraum zu erfüllen und eine professionelle Ausbildung zur Schneiderin zu beginnen. Ihre ungewöhnliche neue Chefin Marthe ist sofort begeistert von ihrem Talent und bietet ihr ein kleines Atelier an. Iris' Glück scheint sich endlich zu wenden - bis sie Gabriel kennenlernt, der alles auf den Kopf stellt...

Inhaltsangabe:
Die 32-jährige Iris ist todunglücklich. Seit über zehn Jahren ist sie mit ihrem Mann Pierre verheiratet, doch ihre Ehe droht allmählich zu zerbrechen. Als erfolgreicher Arzt in einem französischen Krankenhaus verbringt er dort die meiste Zeit, sodass sich die beiden immer weiter auseinander gelebt haben. Kaum noch ein liebes Wort kommt ihm über die Lippen und Iris droht in ihrem routinierten und langweiligen Alltag zu ersticken. Auch an ihrer Arbeit als Bankangestellte hat sie keinen Spaß und übt diese nur widerwillig aus. Einzig und allein beim Nähen findet sie Trost und Halt. Schon von klein auf liebte sie es kreativ zu sein und eigene Kleider zu designen und zu nähen. Daher bewarb sie sich als 18-jährige in einer Schneiderschule von der niemals eine Antwort zurückkam. 
Doch nun, 14 Jahre später soll das größte Familiengeheimnis beim allwöchentlichen Sonntagsbrunch gelüftet werden. Iris' älterer Bruder verrät ihr beim Essen, dass vor vielen Jahren entgegen ihres Wissens doch ein positives Antwortschreiben der Schneiderschule auf ihre Bewerbung bei ihren Eltern angekommen ist. Da weder Iris' Vater noch ihre Mutter mit der Berufswahl einverstanden waren, verbrannten sie den Brief und ließen ihre Tochter in dem Glauben, dass sie aufgrund ihres mangelnden Talents nicht angenommen wurde. Nach dieser Nachricht verlässt die Mittdreißigerin umgehend voller Wut ihr ehemaliges Elternhaus und beschließt aus Trotz ihr Leben ab sofort selbst in die Hand zu nehmen. Zuerst bewirbt sie sich heimlich bei einem sechsmonatigen Schneiderseminar in Paris und dann kündigt sie fristlos ihren Job bei der Bank. Entgegen dem Willen ihres Mannes zieht die junge Frau ihren Entschluss durch und macht sich alleine auf den Weg in die Hauptstadt Frankreichs. 
Im Empfangsraum wird sie von einer älteren, sehr anmutigen 60-jährigen Französin begrüßt. Marthe wie sie sich Iris vorstellt, ist die Eigentümerin des Nähateliers und gemeinsam mit dem ehemaligen Designer Philippe und jetzigem Ausbilder führt sie das Unternehmen. Die beiden geben jungen Damen die einmalige Chance, in kürzester Zeit professionelle Schneiderinnen zu werden. Schnell erkennen sowohl Marthe als auch Philippe in der mutigen Frau Talent, sodass ihr umgehend ein Spezialauftrag zugeteilt wird. Sie soll für Marthe ein Kleid anfertigen, welches diese dann zu einer besonderen Veranstaltung tragen soll. Durch das Wohlwollen von Marthe kommt Iris zum ersten Mal mit der High Society von Frankreich in Berührung und lernt dabei Gabriel kennen -einen gut aussehenden jungen Mann- der ihr Herz höher schlagen lässt. 
Iris' Mut wird belohnt und der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten. Doch dann schlägt das Schicksal zu und die junge Frau ist kurz davor, alles zu verlieren...

Eigene Meinung:

"Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris" von Agnes Martin-Lugand ist ein Roman, dessen Schauplatz sich überwiegend in Paris abspielt. Protagonistin ist die 32-jährige Iris, die eigentlich nur einen Grund gesucht hat um endlich aus ihrem langweiligen und routinierten Leben auszubrechen. Schon immer musste die Mittdreißigerin die Entscheidungen anderer akzeptieren, die über ihren Kopf hinweg ungefragt getroffen wurden. Egal ob es ihre Eltern waren, die in ihr unbedingt eine Bankangestellte sehen wollten oder ihr Mann, der nur seine Karriere im Sinn hatte- Iris' Bedürfnisse und Wünsche blieben bisher immer auf der Strecke. 
All das erfährt der Leser bereits auf den ersten Seiten des Buches. Die Geschichte beginnt ohne lange Umschweife direkt inmitten des Geschehens. Nachdem die 32-jährige zufällig in Erfahrung bringt, dass sie damals doch eine Zusage von der Schneiderschule bekommen hätte, nimmt Iris dies vor lauter Wut zum Anlass, endlich ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen um das zu tun was sie schon immer wollte: nämlich nähen. Bis zu diesem Abschnitt fand ich die Geschichte total interessant, auch wenn ich die Reaktion der jungen Französin anfangs als sehr überstürzt und trotzig fand. Nach dieser Szene beginnt erst der eigentliche Handlungsverlauf, der ab Mitte des Buches noch einmal kräftig an Fahrt aufnimmt. Schlüsselszene ist, als Iris in Paris unter die Fittiche von Marthe und Philippe kommt. Ab da wird mir der Roman zu suspekt.
Zu viele Klischees und Situationen trafen aufeinander, sodass das Drama völlig übertrieben und teils unglaubwürdig wurde. Eine Inszenierung folgte der nächsten, die im Gesamten dafür sorgte, dass der Leser künstlich unterhalten wird. 
Fazit: Wer hinter dem verspielten Cover eine süße Pariser Geschichte erwartet, der wird schnell enttäuscht sein.
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternen